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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 6 · p. Seite 450

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 6
Article
Vulliauds Übersetzung des Sifra Di-Zeniutha aus dem Sohar und andere neuere Literatur zur Geschichte der Kabbala [Rezension]
Date
1931-01-01
Page
Seite 450 (sequence 7)
Language
German
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450 R. Eleasar in gläubiger und panegyrisch gestimmter Verehrung gegenüber; immerhin gibt er manche recht interessanten Auszüge aus E/s Schriften, die zu interpretieren ihm freilich nicht gegeben ist. Die Grenze zwischen Geschichte und Legende ist in den biographischen Teilen nicht immer gewahrt. Die ausführliche Liste der 58 Schriften Eleasars bedarf gründlichster Revision und hinterläßt einen ganz fälschen Eindruck, als ob hier wirklich nur voneinander verschiedene Schriften aufgezählt seien1. Die wertvollste der Monographien dieser Art ist aber zweifellos Juda Kaufmanns Buch über den bekannten Apologeten und Mystiker R. Jomtob Lippmann Mühlhausen2, in dem sich Anfang des 15. Jahrhunderts die sephardische Kabbala mit den Traditionen des deutschen Chassidismus mischt. Kaufmanns Arbeit ist ein ganz ausgezeichneter Beitrag zur Kabbalaforschung. Die beiden hier erstmalig veröffentlichten Texte über Merkaba- und Gebets-Mystik sind für die Entwicklung der Kabbala recht interessant. R. Lippmann bearbeitet gern ältere Quellen, die nicht immer leicht zu erkennen sind, und es ist wohl noch möglich, über Kaufmanns Ergebnisse hinauszugelangen. So habe ich z. B. erst vor kurzer Zeit erkannt, daß der eine Teil von R. Lippmanns ״ אלפא ביתאD über die Buchstabenmystik nur eine mit Zusätzen versehene Ueberarbeitung und großenteils wörtliche Abschrift aus einer uns noch handschriftlich erhaltenen Schrift des David ben Jehuda he-chassid, des Enkels Nachmanis, ist3. Der Ueberarbeiter hat zwar die Selbstzeugnisse des ursprünglichen Autors herausgestrichen, aber dessen Verweise auf eigene Schriften unverändert in der 1. Person stehen lassen, sodaß auch K. zu der irrigen Annahme kam, R. Lippmann habe einen Jezirakommentar verfaßt, während es sich dabei um R. Davids Kommentar handelt. Das von Kaufmann S. 82 besprochene, angeblich von R. Lippmann herrührende ציוני דרב טביומי ist übrigens nichts anderes als die von Menachem Ziuni ca. 1450 verfaßte, in Hs. Oxford 1651 erhaltene, großenteils über Dämonologie handelnde Schrift צפוני ציוני, deren wahrer Autor sich 1 Nr. 1 אדרת השם ist keine eigene Schrift, sondern gehört zu dein großen פירוש התפלות Nr. 36. Nr. 2 ספר החיים wirft das R. Eleasar angehörende Buch dieses Namens mit dem in den meisten Hss. befindlichen anonymen ם׳ החיים zusammen, das zwar aus demselben Kreis stammt, aber ganz anderen Inhalt hat. Nr. 3 החכמה 'D hat einen ganz anderen Inhalt als K. angibt. Es ist in Hs., Oxford 1568 erhalten. Nr. 5, 23, 26, 30, 37—40 gehören mit Nr. 36 zusammen, sind nur verschiedene Hss. mit teilweise verschiedenen Titeln. Ebenso wenig sind Nr. 12, 13, 19, 20 eigene Schriften. Und so werden noch mehrfach dieselben Schriften unter 3—5 Nummern aufgeführt. Die הלכות הכסא und הלכות שעור קומה sind, was allgemein unbekannt geblieben sein dürfte und auch K. entgangen ist, in dem Sammelbuch alter Mystik מרכבה שלמה Jerusalem 1922 gedruckt worden. ר״ יום טוב ליפמן מילהרון בעל הנצחון החוקר והמקובל► חלק ראשון % חייו תורתו 2 ופעולתו. חלק שני* ספר האשכול... נעתק מכתב יד־יחידי... ונספח עליו ם׳ כוונת התפלה♦ New York 1927. 190 S. 3 Vgl. meinen Aufsatz in Kirjath Sepher IV, S. 303 ff., wo ich aber die Ueberarbeitung der Schrift durch R. Lippmann noch nicht bemerkt hatte. Der ursprüngliche Text R. Davids ist in Hs. Oxford 2292, Bl. 32—36 erhalten. Die Ueberschrift des a. a. O. von mir besprochenen Schlußgedichtes R. Davids weist schon auf irgendeine Verbindung mit R. Lippmann hin, denn תפלת החתום טב יומי ist, wie ich Kaufmanns Ausführungen entnehmen konnte, eine mehrfach in Lippmann Mühlhausens Schriften wiederkehrende Wendung..

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