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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 6 · p. Seite 449

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 6
Article
Vulliauds Übersetzung des Sifra Di-Zeniutha aus dem Sohar und andere neuere Literatur zur Geschichte der Kabbala [Rezension]
Date
1931-01-01
Page
Seite 449 (sequence 6)
Language
German
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449 der jüdischen Mystik gewidmet sind, und es wäre sehr wünschenswert, daß die Kompilatoren allgemeiner Bücher über die Kabbala von solchen Arbeiten wenigstens Kenntnis nähmen. Leider sind diese Schriften, in denen viel historisches Material angehäuft ist, oft ohne die nötige Kritik verfaßt und es bedarf, um sie mit Nutzen verwenden zu können, sorgfältiger Prüfung. Daneben ist auch manches Essayistische und Polemische veröffentlicht worden. Unbegreiflich schlecht und wertlos, fast eine Entschuldigung für Arbeiten wie die oben kritisierte Vulliauds, ist das umfangreiche Pamphlet Ephraim Deinards gegen die Kabbala1, in dem die wildesten Behaup־־ tungen. über die Geschichte der Kabbala als eines in christlichen Klöstern Spaniens ausgeheckten Unsinns mit einer Sicherheit und Unkenntnis der Dokumente vorgebracht werden, die bei einem Mann wie Deinard verblüfft. Der Sohar soll z. B., was immer wieder betont wird, als Buch nie in endgültiger Redaktion existiert haben, sondern ein Produkt der ersten Drucker in Mantua und Cremona sein. Niemand hätte das Buch zwischen 1300 und, 1525 genauer gekannt und benutzt. Aber man darf bezweifeln, ob all diese in hitziger Polemik vorgebrachten Aeußerungen überhaupt ganz ernst gemeint sind. Als Bei trag zur Kenntnis der Kabbala kann dies Buch jedenfalls nicht gelten, während die von N. S. L i b o w i t z veranstaltete kritische und mit zahlreichen Beigaben versehene Neuausgabe des klassischen Pamphlets gegen die Kabbala, des Ari nohem von Juda Ar je Modena2 des Dankes auch kritischer Leser gewiß sein kann, wenn wir auch aus ihr nichts Neues zur Sache selbst erfahren. Israel Kamelhar hat dem R. Eleasar aus Wo r m s , seinem ,,Leben, Wirken und Lehrsystem“ eine nicht ohne Fleiß und Belesenheit gearbeitete Monographie gewidmet3. Das beigegebene ,,Bild“ des R. Eleasar ist ein Phantasieprodukt, das der Autor offenbar aus Erich Bischoffs Büchelchen ,,Kabbala“ entnommen hat und das besser weggeblieben wäre. In R. Eleasar als der wohl repräsentativsten Figur des deutschen Chassidismus treffen viele geistige Strömungen des alten Judentums zusammen, und seine umfangreiche, mehr rezeptive als schöpferische, literarische Tätigkeit ist für die Religionsgeschichte des mittelalterlichen Judentums von größtem Interesse. Während aber Kamelhar im Biographischen recht genau und zuverlässig ist, versagt er vor der Aufgabe, die geistige Welt der Schriften Eleasars darzustellen, und kommt da durchaus nicht über das schon von Güdemann Geleistete hinaus. Eine Analyse des sonderbaren mystischen Eklektizismus dieses Kreises und eine deutliche Herausarbeitung der nach Sinn und Herkunft sehr verschiedenen Motive seiner Theologie ist in der Darstellung des ״Lehrsystems“ S. 47—67 nicht versucht, da der Autor wohl gar keinen Begriff vom Sinn einer solchen Aufgabe hatte. Er steht dem 1 Erschien unter dem Titel 1927 עלטה in New Orleans, 112 S. 2 ארי נוהם, נגד חכמת הקבלה ולומדיה ומכחיש שרשב״י הוא מחבד הזהר מאת ר׳ יהודה אריה מודינא. יצא לאור בהוצאה חדשה עפ״י כתבי יד ... והוספה מיוחדת טענות ומענות המקובלים ותשובות גאונים מתנגדים/ מבוא והעדות מאת נחמיה שמואל ליבאוויטש♦ Jerusalem 1929. XXXI, 167 S. 3 רבינו אלעזר מגרמיזא, •ה״רקח״ וקורות חייו ומאורעותיו פעולותיו ושטתו רבותיו תלמידיו וספריו וגם סדר יחוסו. Rzeszöw 1930. 80 S. Monatsschrift, 75. Jahrgang. 29

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