Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Vulliauds Übersetzung des Sifra Di-Zeniutha aus dem Sohar und andere neuere Literatur zur Geschichte der Kabbala [Rezension]
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 447 (sequence 4)
- Language
- German
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447 und hängen ab von den sieben Ansformungen des Schädels (die in der Idra rabba ausführlich und in dem vorigen Satz des S. Z. kurz beschrieben sind), die also den sieben Worten von Gen 1ג entsprechen. Diese ,,sieben des Schädels/' die Gesichtsformen des ,,Alten" oder ,,Langmütigen," gehen bis zum ,,höchsten Schmuck," dem Bart, dessen in § 2 des S. Z. beschriebenen Teile oder ,,Formen" den 13 Worten von Gen 12 entsprechen, wie es hier weiter unten heißt. Der zweite Ausdruck הארץ, nämlich der in Gen 12, gehört dagegen nicht mehr in diese Zahl der heiligen Gebilde, wie es schon wo anders dargelegt ist1, nämlich — so müssen wir dies undeutliche Zitat ergänzen — in der I, 16a stehenden, zur Grundschicht des Sohar gehörenden Deutung von Gen 12 auf die Entstehung des Bereichs des Unreinen und Dämonischen. Denn im Unterschied zu der am Ende von Gen 1ג erwähnten Erde ist die von 12 ,,aus jener, die verflucht ist, hervorgegangen, von der Gen 529 handelt". Hieran schließt dann in Form einer apokalyptischen Deutung von Gen 12 und unter umdeutender Benutzung von Sanhedrin 97 שיתא אלפי שנין הוי עלמא וחד חריב eine verhüllte Darstellung von der Lehre der Idra vom Tod der Urkönige, d. h. der Zerstörung der Urwelten und ihrer Wiederherstellung. Bei V. ist von diesem Gedankengang wenig zu finden. Bei ihm heißt etwa עלייהו, das er nach Knorrs falscher Verbindung zum Folgenden statt zum Vorhergehenden zieht, ,,durch sie״. Er übersetzt, als ob dastünde על ידייחו כולהו דאינון לתתא תליין משבעא, a. h. er macht sich den Text zurecht, der ihm paßt, behauptet aber, einen anderen, nämlich den der dasteht, zu übersetzen. הארץ חניינא heißt ihm nicht: das zweite Vorkommen des Wortes הארץ, sondern die ,,zweite Erde", was ein Symbol sein soll, das man aber in der alten kabbalistischen Literatur vergeblich suchen wird, da es nämlich erst bei Lurja aus der Deutung eben dieser Stelle entstanden. מההיא דאחלטיא נפקא heißt bei ihm unter genauer Umkehrung der richtigen Bedeutung il en est sortie celle qui subit la malediction, als ob irgend etwas wie Syntax nicht existierte. Was dabei vom Sinn übrigbleibt, kann man sich ausmalen. Aber leichtere Stücke sind nicht etwa besser übersetzt. Gleich nach der besprochenen Stelle wird, wie so oft im Sohar, der dahinter dann zitierte Bibelvers in einer aramäischen Anspielung vorweggenommen: im 7. Jahrtausend wird die siebente Kraft, die dem Wort בראשית entsprechend über den sechs anderen und sechs Jahrtausenden steht, ,,allein erhaben über sie sein" שביעאה עלייהו דאתתקף בלחודוי, was auf ונשגב לבדו in jes 2U anspielt. Bei v., der dabei eine falsche Uebersetzung Knorrs noch weiter verschlimmert, bedeuten diese Worte le septieme (millfenaire) de ce qui est seulement rigoureux, während נשגב auch bei ihm exalte heißt. Vom Zusammenhang der Wendungen hat er nichts gemerkt. Was er aus אחתא וטודעתא Schwester und Freundin gemacht hat, wurde schon, oben erwähnt. אלכמין כעדבאה schwarz wie ein Rabe, das bei der Beschreibung der se'ir anpin genannten göttlichen Manifestation 1 Diese Formel והא איתמר ist die ständige Formel des Sohar für Verweise. Also auch das kleine S. Z. verfolgt dieselbe Methode der Hinweise auf andere Stellen, die das Bestehen einer ähnlichen Literatur voraussetzt, wie alle anderen Teile des Sohar.