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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 6 · p. Seite 446

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 6
Article
Vulliauds Übersetzung des Sifra Di-Zeniutha aus dem Sohar und andere neuere Literatur zur Geschichte der Kabbala [Rezension]
Date
1931-01-01
Page
Seite 446 (sequence 3)
Language
German
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446 auch V. Statt: ,,Das innerste Mysterium wurde geformt und zugerüstet in einem Schädel voller Kristalltau. Die tunica arachnoida (wörtl. Lufthaut) ist gereinigt (oder: durchsichtig) und verborgen. Jene (nämlich die in der Idra nun an dieser Stelle näher beschriebenen Haare, die hier bemerkenswerterweise gar nicht genannt sind) sind reine Wolle, die in gleichmäßiger Weise herabfallen“1 liest man bei V., in dessen aramäischer Grammatik Präpositionen und Pronomina scheinbar keine Rolle spielen, als wörtliche Uebersetzung: ״Mystöre dans le Mystere; il fut dispos6 et prdpare 1) une Sorte de cräne, rempli 2) de rosee crystalline, 3) une membrane öthereenne, limpide et fermee, 4) de la laine pure tombant en equilibre“. Wobei wir noch erfahren, daß die ersten überschriftartig abgetrennten Worte das (in der Idra sutta erwähnte) ,,unerkennbare Haupt“ bedeuten, was zwar keineswegs irgendwie begründet, aber in der Paraphrase in phantastischen, aus Vitals und Vulliauds Eingebungen bunt gemischten Anmerkungen noch weiter ausgesponnen wird. Mit dem Text hat das alles schon gär nichts mehr zu tun. Das Unglück Knorrs wollte, daß ihm eine Abschrift des S. Z. vorlag, in der über den Textworten stichwortmäßig oft lurjanische Interpretationen im Sinn des Vitalschen Kommentars beigeschrieben waren — Hand- Schriften solcher Art kann man auch heute noch oft zu sehen bekommen — und in seiner gläubigen lurjanischen Orientierung diese Zusätze für Lesarten eines korrekten Codex hielt und dementsprechend zum großen Schaden der sich auf ihn verlassenden Autoren in seine Uebersetzung mit hinein nahm. Diese Zusätze, falsche Satzeinteilungen und dergl. spielen nun bei V., vor allem in der Paraphrase, eine große Rolle. Der nächste Satz, die Deutung von Gen 11} ist völlig falsch übersetzt; es ist das jener Passus, der nach V.s oben wiedergegebener pathetischer Versicherung nicht von den Philologen, sondern nur von den Eingeweihten, worunter wir nüchterner die Besitzer eines Exemplars der Kabbala denudata zu verstehen haben, recht gedeutet werden kann. Der Test lautet: בראשית ברא אלהים את השמים ואת הארץ שתא. בראשות ברא שית עלייהו. בולהו לתתא ותליי משבעא דנלגלתא ער [נ״א דעד] יקירו דיקירותא. והארץ תניינא לאו בחושבן והא איתמר ומההיא דאתלטיא נפקא דכתיב מן האדמה אשר אררה ה׳. Dieser gewiß nicht ohne weiteres durchsichtige Satz heißt, sachlich interpretiert: Der Vers Gen 1ג hat hinter dem Anfangswort Bereschith sechs Worte, Der Autor zitiert, wenn diese Lesart richtig ist und das ברא שית nicht einfach mit vielen Hss, zu streichen ist, die Anfangsworte der alten בריתא למעשה בראשית, die schon בראשית als ,,er schuf sechs“ erklärt, was hier nun allegorisch auf die geistigen Wesenheiten, die den Worten entsprechen, bezogen wird, über denen aber die dem ersten Wort selbst entsprechende steht. (Der Satz ist ohne die glossenartige Reminiszenz sauberer: ״sechs Worte, über ihnen das Wort Bereschith“.) Alle sind unten 1 סתרא גו סתדא אתתקן ואזדמן כחד גולנלתא סלייא טלא דבדולחא. קרוסא דאוירא אודכך וסתים♦ אינרן עמר נקי תליין בשיקולא; In dieser Weise folgen sich noch mehrere kurze Stichsätze. Der Vergleich der Haare des Attika mit reiner Wolle ist Zitat aus Daniel 9ל.

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