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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 6 · p. Seite 420

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 6
Article
Die Reichsstadt Köln und die Juden in den Jahren 1685 - 1715
Date
1931-01-01
Page
Seite 420 (sequence 9)
Language
German
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420 in Köln tätig1. Zum kurbayerischen Oberst von Schwanefeld erhält am 26. Januar 1691 ein nicht genannter Jude 3t1 Köln Geleit2. Besonders zahlreich sind die Beziehungen einzelner Juden zum Erzbischof und Kurfürsten, dem Domkapitel und kurfürstlichen Behörden3. Es war in den bewegten Tagen, da Wilhelm Egon von Fürstenberg bereits zum Koadjutor des Kölner Erzbischofs gewählt worden war4, da erhielt Anfang 1688 der Jude Wolf Wexel aus Straßburg1, der sich in Deutz aufhielt, auf besonderen Wunsch des Koadjutors Geleit za ihm nach Köln, ebenso Marx Levi aus Deutz und Moyses Horn1 im Februar 1688; freilich ist der Zweck nicht angegeben. Hugo Franz Graf Königseck, der in den 90er Jahren als Statthalter für den jungen Fürsten Josef Clemens die Regierung geführt und 1702 die Mitverwaltung des Kurfürstentums erhielt5, wird wiederholt insbesondeie von Marx Levi, Moyses Horn, Meyer von Frankfurt6 aufgesucht. Unter den kurkölnischen Hof jaden spielt in den behandelten Jahren besonders der schon erwähnte Meyer von Goltstein (1692—1714), der Vorgänger der erzstiftischen Judenschaft, ferner Josef Cassel (1700—1709), beide von Bonn, und der erzstiftische ,,Liverancier" Lazarus Levi (1707-—1713)7 eine Rolle8. Letzterer verhandelt im April 17099 und Seligmann von Bergheim im Februar 171310 mit den Landständen des Erzstifts. Eine nicht geringere Tätigkeit entfalten die Vorgänger der erzstiftischen Judenschaft Moyses Horn (Mauschel Horn) und Marx Levi in den Jahren 1688—1693, ferner der schon genannte Vorsteher der Deutzer Judenschaft Michael Cahn in den Jahren 1698—1713 und Meyer Cain von Jülich in den Jahren 1712—171.311. Ihre Tätigkeit steht zweifellos mit den Kriegen, die im Rheinland sich abspielten, im Zusammenhang, aber bei den meistens mangelnden oder knappen Angaben der Rats- Protokolle über den Zweck des Aufenthaltes der Geleit Begehrenden läßt sich leider nur in den wenigsten Fällen erkennen, ob die Betreffenden zu privaten Geschäftszwecken oder als Vertreter der Judenheit den kurkölnischen Hof aufgesucht haben. Sicher aber ist, daß die Judenschaft zu Deutz in den Jahren 1692, 1703—17137, die erzstiftiscli kölnische Judenschaft in den Jahren 1690 und 1704 1 s. Verzeichnis s. v. 2 n. 138, 34a. 3 Das Domkapitel wird aufgesucht: 6. 6. 1689 (136, 218b); 8. 2. 1704 (141, 45b); 24. 1., 11. 7., 5. 10., 7. 10. 1707 (154, 20b, 200a, 302b, 305b); 17. 4. 1709 (156, 119b); die kurfürstliche Hofkammer 22. 8. 1692 (139, 329b); der kurkölnische Sekretär 23, 6. 1694 (141, 194b). 4 s. Ennen I 480• 5 s. M. Braubach a. a. O. Register S. 238 s. v.; Ennen I S. 475, II S. 87. 6 20. 8., 2. 11. 1691; 11. 5. 1693; 12. 2. 1694; 24. 8. 1714 (Jude N. zum Domdechanten Grafen v. Königsegg mit dessen Lakaien) (Rpr. n. 138 f. 267b, 349b; n. 140 f. 163b; n. 141 f. 72b; n. 161 f. 300b). 7 Verzeichnis s. v. 8 Vgl. über die hier Genannten G. Hoffmann, Die Juden im Erzstift Köln im 18. Jahrhundert S. 59—62; doch entgegen seiner Behauptung (S. 61) dürften, wie aus obigem hervorgeht, auch während der zwölfjährigen Herrschaft des Domkapitels Aufträge an Juden vergeben worden sein. 9 s. 0. S. 10 Anm. 51. 10 n. 160 f. 33b. 11 Vgl. über Meyer Cain v. Jülich: D. Kaufmann, Aus Heinrich Heines Ahnensaal S. 266, Kober in EJ. IX s. v. Jülich.

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