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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 6 · p. Seite 419

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 6
Article
Die Reichsstadt Köln und die Juden in den Jahren 1685 - 1715
Date
1931-01-01
Page
Seite 419 (sequence 8)
Language
German
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419 Aus Mainz werden in den genannten Jahren zehn Jaden genannt1 — im J ani 1685 verwendet sich der Mainzer Vizekanzler für Moyses2 — darunter sind die auch sonst bekannten Hayum Gundersheim und Moyses Maas3, ferner der schon genannte kaiserliche Proviantjude Salomon Abraham, der anscheinend auch für den Fürsten von Nassau im April 1702 in Köln geschäftlich tätig ist4. Da das Stift Münster der Herrschaft des Kölner Erzbischofs unterstand, ist es nicht verwunderlich, daß Abraham Isaak, der Hofjude des Bischofs von Münster, Dezember 1698 in Köln Geleit erhält und anscheinend Komfnicht hereinbringt5, zumal Münstersche Truppen in der Stadt lagen6. Seinem Sohne ist es allerdings nur gestattet, am Rheinufer mit den in Betiacht kommenden Stellen zu verhandeln; im Jahre darauf erhält derselbe (Isaac Abraham)5 wiederholt Geleit, darf aber keine Komfrucht in der Stadt einkaufen7. Im Zusammenhang mit dem osnabrückischen Kriegsgesandten wird im April 1715 der klevesche Jude Gomperz8 — es ist vermutlich Jakob Kleve gemeint9 — in Köln genannt. Dadurch, daß Christian August Herzog von Sachsen-Zeitz 1695 bis 1725 Domprobst zu Köln und nach dem Weggange Josef Clemens Administrator des Kurfürstentums ist10, dürfte vermutlich Meyer von Goltstein, Vorgänger der erzstiftischen Judenschaft11 im Anfang des 18. Jahrhunderts, sächsischer Hofjude geworden sein12. Er und Samuel Buchheimer sind im Aufträge des Herzogs und Kardinal von Sachsen in Köln im Jahre 1706 tätig. Vergebens bemüht sich der Kardinal beim Rat, den freien unentgeltlichen und unbeschränkten Einlaß zu erwirken. Trotz seiner Beschwerde, daß Samuel Buchheimer sich nur drei halbe Tage anstatt der ihm erlaubten drei ganzen Tage des Geleites bedient habe and trotzdem er mit seiner Ungnade droht, wird die Beschwerde von der Stadt zurückgewiesen. Kombinationen von halben Tagen und noch viel weniger von Stunden würden nicht zugelassen. In Anbetracht der für die Geschäfte des Samuel Buchheimer zur Verfügung gestandenen kurzen Zeit werden aber andererseits noch weitere zwei Tage des gewöhnlichen Urlaubs gewährt13. Für den Kurfürst von Hannover ist der schon erwähnte Haym Gundersheim aus Mainz im Jahre 1708 mit Beschaffung von Pulver 1 s. Verzeichnis s. v, Mainz. 2 Rpr. n. 132 f. 335b. Ebenso setzt sich 6. Okt. 1ל 1ל der Kürf. Mainzische Statthalter für den im Verzeichnis genannten Mainzer Schutzjuden Hayum Gundersheim ein (s. Akten betr. Juden 1646—1744). 3 s. Salfeld, Ein Synagogenschmuck vom Jahre 1739'(1919) S. 8—7. 4 Rpr. n. 149 f. 115b. 5 s. Verzeichnis; über die Genannten sowie im allgemeinen s. 'Rixen, Geschichte und Organisation der Juden im ehern. Stift Münster (1906) S. 34, 37ff. 6 Vgl. Ennen a. a. O. II S. 46. 7 Rpr. 146 f. 369a. 8 Rpr. n. 162 f. 117. 9 s. Kaufmann-Freudenthal a. a. O. S. 41 ff. 10 s. Ennen a. a. O. II passim, insbesondere S. 41, 74 ff., 87; M. Braubach, Die Politik des Kurfürsten Josef Clemens v. Köln (1701—1703), Rheinisches Archiv VI (1925) passim. 11 s. Verzeichnis s. v. 12 Er wird zuerst als solcher 10. 9. 1704 genannt (n. 151 f. 264b). 13 n. 153 f. 194, 210, 211. 27*

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