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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 6 · p. Seite 418

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 6
Article
Die Reichsstadt Köln und die Juden in den Jahren 1685 - 1715
Date
1931-01-01
Page
Seite 418 (sequence 7)
Language
German
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418 Ankunft in Köln wird in dem Ratsprotokoll vom 1. Juli 1689 berichtet1 — haben der Hofjude und Hofjuwelier des Großen Kurfürsten Jost Liebman im Juli 16892, und zwar schließlich ohne Begleitung des livrierten Dieners3, ferner ein Gomperz4, vermutlich Elias Gomperz aus Kleve5 in Köln Einlaß gefunden, letzterer noch einmal im September 1689 auf Veranlassung des militärischen Oberhauptes der Kleveschen Landschaft des Generalleutnants von Spaen6. Ob auch die anderen Mitglieder der Familie Gomperz, die in den Ratsprotokollern genannt werden7, soweit nicht anders angegeben, im Dienste des brandenburgischen Kurfürsten gestanden haben, ist nicht ersichtlich. Ferner liefert der erzstiftische ״Liverancier“ Lazarus Levi im Jahre 1709 Fourage für die preußischen Truppen7 und darf im Juli 1713 Meyer Isaak aus Thal zu Ehrenbreitstein mit seinen Buchhaltern den preußischen Generalquartiermeister Montargi in Köln aufsuchen8. Aus der Landgrafschaft Hessen-Kassel bittet die Landgräfin Maria Eleonore im Jahre 1685 für Salomon Abraham aus St. Goar um freies Geleit, das derselbe auch erhält9 10. Zugunsten des Moyses Susman, der sich 1686 gegen die Stapelordnung der Stadt Köln dadurch vergangen, daß er aus seinem Schiff Wein an Fremde verkauft, verwendet sich vergebens der Landgraf Emst zu Hessen-Rheinfels30. Besonders aber hat die Angelegenheit des schon genannten Susman Abraham gegen seine Gläubiger den städtischen Rat i. d. J. 1711 ff. stark beschäftigt11. Susman Abraham von St. Goar hatte an Wilhelm Hausman in Köln Früchte geliefert und das dafür zu zahlende Geld an Joh. Gramer zediert. .Da der Vetter des Susman Abraham, der schon genannte Michael Isaac Bock aus Leutesdorf, der in den Ratsprotokollen des Jahres 1703 als dessen und Salomon Abrahams Bedienter bezeichnet wird, eine Forderung von 920,50 Reichstalem aus dem Jahre 1703 an Susman Abraham hatte, hatte er dieses Geld mit Beschlag belegen lassen. Dagegen hatte die Hessen-Rheinfeldische Kanzlei von St. Goar Beschwerde bei der Stadt Köln eingelegt. Es sind in dem Jahre 1711 scharfe Briefe hin und her gewechselt worden. Der Prozeß des Michael Isaac Bock und Erich Lauther gegen den Juden Susman Abraham und Joh. Gramer, die Appellation und Revision in dieser Angelegenheit zogen sich bis 1714 hin und endeten mit der Zurückweisung des Michael Isaac Bock. 1 Rpr. n. 186 f. 255a. 2 s. Verzeichnis s. v.; über ihn im allgemeinen s. jetzt Jüdisches Lexikon III 1108, 1109. 3 Denn aller Wahrscheinlichkeit nach ist der ,,Jude N. Churbranden־ burgischer Hof jubilier“ (s. Verzeichnis s. v. N.) kein anderer als Jost Liebmann. 4 s. Verzeichnis s. v. N. Gumperz. 5 s. Kaufmann-Freudenthal a. a. O. 8. 34 ff. 6 ib. S. 35. 7 Rpr. 156 f. 119b (17. 1. 1709). 8 s. Verzeichnis. 9 Rpr. n. 132 f. 131a. 10 Im Schreiben vom 30• 1. 1686, s. Akten Juden betr. 1646—1794; Rpr. n.133 f. 128a, 131b ,s. auch A. Grebel, Geschichte der Stadt St. Goar( 1848) S. 199. 11 Zivilprozesse 1712 Nov. 5 bis 1744 Okt. 3 (frühere nr. 1419); Rpr. n. 158, 264a, 354, 355, 381, 388, 413b (24. Aug. bis 21. Dez. 1711). Die Entscheidurig berichtet Rpr. n. 161 f. 341b unter dem 28. 9. 1714.

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