Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 6 · p. Seite 411

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 6
Article
Zu den neueren Ausgaben halachischer Midraschim
Date
1931-01-01
Page
Seite 411 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829975-2829982-2837208--50800-2837265
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

411 Akabja (Nr. 33) im Fragment anonym angeführt werden. Dazu kommt, daß das Verzeichnis G.s einer Berichtigung bedarf. Ich bemerke nur, daß auch der Derasch des R. El. Hamodai (Nr. 29) im Fragment S. 370 anonym steht, ebenso der Derasch des R. Simon b. Jochai (Nr. 31) im Fragment S. 371. Aus all dem ergibt sich, daß das Fragment nur einen Auszug aus der Mechilta (de R. Simon) bietet. Was nun die Beziehungen zwischen Fragment 8 und dem Midrasch des R. Ismael anlangt, so stimmt Heller hierin Ginzberg zu und erklärt irrtümlich, daß dieses (sicherlich nicht alte) Midrasch- Stück ,,dem Sifra der Schule R. Ismaels“ entstamme (S. 508, 516), während G. nur behauptet, daß der Redaktor einen solchen ,,Sifra“ benutzt habe (S. 70). Aber auch nur die Benutzung eines solchen Sifra muß ich entschieden bestreiten. Als Beweis für seine These führt Ginzberg halachische Deutungen an, die sich im Sifra z. St. gar nicht oder verändert finden, und die er im Sinne R. Ismaels zu deuten sucht. Ich glaube in meinen Untersuchungen nachgewiesen zu haben, daß die Zuweisung der haJachischen Midraschim an die Schulen des R. Ismael und R. Akiba nur auf schwachen Grundlagen ruht. Der von Ginzberg geführte Beweis erweist sich bei näherer Prüfung als verfehlt, und ist geeignet, zu zeigen, wie gewagt diese ganze Methode ist. Im Fragment heißt es: יקריב אתו כשר ולא פסול ובו׳, in Sifra z. St. wird dafür ein anderer Derasch gebracht. G. meint, die Erklärung im Fragment könnte Sifra aus der Schule Akibas nicht billigen. In Wahrheit kommt aber die Deutung אותו כשר ולא פסול häufig in Sifra vor, und sie gehört sogar zu seinen feststehenden Formeln, vgl. Untersuchungen S. 13. Zufälligerweise aber wurde im Sifra zu dieser Stelle das ganz überflüssig יקריב אותו gedeutet1 und das Wort אותו ohne Derasch gelassen. Ferner heißt es im Fragment: תמים שלא יהיה מ מום כל, עיקר, in Mechilta Bo 4 ebenfalls תמים להוציא בעל מום. G. meint auch hier, diese Erklärung gehöre zu den Eigenschaften der Schule Ismaels. Er hat übersehen, daß genau so in Sifra, Choba, Par. 6, 7 zu lesen ist תמים ולא בעל מום, und daß dies zu den alten Formeln gehört, die allen Midraschim eigen sind (Untersuchungen S. 2). Vom Worte וכר (Lev 13) wird im Fragment טומטום] וא[נדרוגנ]ום] ausgeschlossen; ähnlich auch Mech. Bo 4 להוציא טר״א ונקבה. Im Sifra z. St. wird hingegen für diesen Ausschluß das nächste זכר in Vers 10 benutzt. Nach G. liege dies ebenfalls an den verschiedenen Methoden der Schulen Akibas und Ismaels. Abgesehen davon, daß es nicht einzusehen ist, warum, nur nach R. Ismael und nicht auch nach R. Akiba die Deutung gelten soll: וכר ודאי ולא ספק, so daß aus dem ersten וכר (in V. 3) schon טו״א auszuschließen wären, wie ist es danach zu erklären, daß in Mechilta Mischpatim 20 (S. 333) auch die Deutung anzutreffen ist: וכורך להוציא את הנשים, כל וכורך להוציא טומטום ואנדרוגינוס? Daraus wäre doch zu folgern, daß 1 Vorher heißt es schon יקרייבנר, vgl. Raschi Rosch Haschana 6a. Anders Ginzberg: המקריב bü דרשו אוחו. So wird zwar der Derasch auch von Mizrachi zu Raschi Lev. z.St.l3 aufgefaßt. Seine Erklärung ist aber mit Räschbam Baba Batra 48a unvereinbar.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.