Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zu den neueren Ausgaben halachischer Midraschim
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 412 (sequence 12)
- Language
- German
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412 aus dem bloßen וכר die טו״א nicht ausgeschlossen werden können? Andererseits heißt es auch in Sifra, Choba, Par. 10, 5 : נקבה ולא טו״א. Warum wird hier das einfache נקבה als ודאית gefaßt und טו״א ausgeschlossen1? Vgl. noch Sifra Nedaba Perek 18, 10: דבר או נקבה הוכר ודאי והנקבה ודאי ולא טו״א, Tazria Perek 2, 1: נקבה אין לי אלא נקבה מנין לרבות טו״א und Mech. de R. Simon s. 35. Nein, hier wie oft lassen sich die verschiedenen Deraschot nur mit der Formel כל היכא דאיכא למידרש דרשיק erklären. Im Fragment ist aber an dieser Stelle der Sifra2 nur gekürzt. Ebenso heißt es in Lekach Tob und Sechei Tob z. St. זכר להוציא טו״א! Die eigentlichen Beweise Ginzbergs sind hiermit erschöpft. Seine anderen Ausführungen können wir auf sich beruhen lassen3. Wenn er (S. 70) danach meint, daß niemand daran zweifeln würde, daß dieser Midrasch eine Sammlung aus der Schule R. Ismaels benutzte, so sage ich mit ruhigem Gewissen: ,,Ich bin dieser Niemand/' Weder die Benutzung einer Sammlung aus der Schule R. Ismaels, noch einer solchen, die auch nur zur Mechilta - Gruppe der Midraschim gehörte, läßt sich nachweisen. Die Reichsstadt Köln und die Juden in den Jahren 1685—17154. Ein Beitrag zur Geschichte der jüdischen Hoffaktoren. Von Adolf Kober in Köln. Vom Jahre 1425 bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts haben Juden in der Reichsstadt Köln nicht wohnen dürfen5. Nur vorübergehend mit besonderer Erlaubnis/des Rates und gegen eine besondere Abgabe6 konnten sie für eine kurze Frist, und zwar nur 1 Die Ausführungen Malbims, Wajikra 22 (worauf ich Untersuchungen 8. 3, Anm. hingewiesen habe) können nicht befriedigen. 2 Das Fragment hat den Sifra sicher benutzt, wie auch aus den Anmerkungen G־.s zu entnehmen ist. Im übrigen scheint hier der Text fehlerhaft zu sein. Er beginnt mit שיהא? 3 Wie z. B. eine Stelle sei im Sinne des R. Jose Haglili zu erklären, der manchmal mit R. Ismael gegen R. Akiba über einstimme. Oder: die Rede- Wendung im Sifra: עבדו ולא יד שלוחו T ידו ולא יד בהו לא und die (offenbar nur aus Sifra gekürzte) Form im Fragment ידו ולא יד בנו seien auf die verschiedenen Schulen zurückzuführen; vgl. dazu auch Untersuchungen S. 153. [G. S. 73״ sagt selbst: וכאן נתקצר!] 4 Die Ratsprotokolle der Reichsstadt Köln ( Rpr.) im Historischen Archiv der ״Stadt Köln sind bisher für die Geschichte der Juden im Rheinland in systematischer ,Weise nicht herangezogen worden. Es geschieht dies hier zum ersten Male für den Zeitraum von 1685 bis 1715. Warum diese Zeit, gewählt worden ist, ergibt sich aus den weiteren Ausführungen. Register — und diese mitunter recht unvollständig — sind zu den Ratsprotokollen erst seit 1696 vorhanden. Herrn Professor Dr. Keussen- Köln, der die vorhergehenden Bände durchgesehen hat, verdanke ich den Nachweis der in diesen letzteren in Betracht kommenden Stellen. Im Text wird, auf das Verzeichnis der Namen und nur, wenn es die Klarheit erheischt, auf die Rpr. hingewiesen. 5 s. Kober im Jüd. Lexikon III S. 770. 6 ״prestitis prestandis“, ״servatis servandis“ Rpr. passim.