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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 6 · p. Seite 410

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 6
Article
Zu den neueren Ausgaben halachischer Midraschim
Date
1931-01-01
Page
Seite 410 (sequence 10)
Language
German
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410 verschiedene andere vertreten sein, Rabbi und seine Lehre aber nicht? Es ist dies das Schicksal jeder unbegründeten Theorie, daß sie sich unzähliger gezwungener Erklärungen zur Stütze, gewissermaßen als Krücken bedienen muß. Dies selbst drückt ihr den Stempel der Unwahrscheinlichkeit auf. Nein, die Zuweisung des S. Z. an einen bestimmten Tannaiten läßt sich durch nichts beweisen1. Was positiv von diesem Midrasch gesagt werden kann, ist, daß er, wie alle anderen Midraschim, eine Sammlung darstellt, die die gleichen Quellen wie S i f r a benutzte (Untersuchungen S. 148 ff.). Zuletzt möchte ich noch zwei Midrasch-Fragmente besprechen, die L. Ginzberg in ננד שעכטער I herausgegeben hat. Das eine (Stück 36) bezeichnet er (S. 339 ff.) als Mechilta de R. Simon, während er vom anderen (Stück 8) nachzuweisen sucht (S. 67 ff.), daß der Sammler einen Midrasch aus der Schule R. Xsmaels zu Lev. benutzte. Bereits B. Heller hat gelegentlich seiner Besprechung des Ginzbergschen Buches in dieser Monatsschrift (1928, S. 513) der Annahme, daß Stück 36 ein Fragment aus der Mechilta de R. Simon wäre, widersprochen; vgl. auch die Antwort G.s das. S. 622. Dieses Fragment ist tatsächlich nur ein stark gelcürzter Auszug aus der Agada der Mechilta (de R. Simon). Das ist schon daraus za ersehen, daß R. Todros Halevi (vgl. Friedmann, Einl. in die Mech. S. LII) einen Derasch des R. Eleazar aus Mech. de R. S. zu Vers 17ls (ויחלש יהושע) anführt, der in unserem Fragment (36934) nicht steht, in Midr. Hag. aber (Mech. Hoffm. S. 83) wörtlich2 wiederkehrt. Aus den Zitaten des R. Todros, Ramban (Ex 14, 19) u. a. hätte aber G. auch entnehmen können, daß Mech. de R. S. auch in der Agada die Namen der Tannaiten nennt und nicht nur anonyme Agada bringt, wie es im Fragment der Fall ist. Unrichtig ist jedoch, was Ginzberg in Monatsschrift a. a. O. behauptet, daß er nachgewiesen habe, daß ,,es nicht nur die Namen sind, die in unserem Fragment sich nicht finden, sondern es fehlen auch die Deraschot, deren Autoren namhaft gemacht sind“. Denn aus seinem eigenen Verzeichnis (S. 341 f.) folgt, daß nicht nur die Deutungen des R. Akiba (Nr. 8) und R. Josua (Nr. 21) im Fragment anonym Vorkommen (vgl. G. S. 342), sondern daß auch die Auslegungen des R. Simon ben Eleazar (Nr. 9), R. Eleazar Hamodai (Nr. 22; im Fragment als יש אומרים ), R. Chananja ben Idi (Nr. 32; im Fragment als אחרים) und des R. Chananja b. 1 Za der Terminologie bei Horovitz ist zu bemerken, daß ת״ל ־= אמרר!/ אמר auch in anderen Barait-ot vorkommt: Berachot 19b, Midrasch Tannaim S. 225 (Untersuchungen 150 A. 2; vgi. auch Epstein S. 49 A. 5 und S. 78). Der Ausdruck אמרת לא אמרתי אלא inM.achzorVitry:634 gehört erstens nicht mehr zum Satze des R. El. b. J. (Epstein 49 A. 3), und zweitens konnte doch der Re ־ d a k t 0 r des S. Z. diesen Ausdruck dem R. El. b. J. genau so in den Mund legen, wie er es sonst tut. Aus dem S. Z. selbst mit seiner eigenen, ausgeprägten Terminologie darf doch kein Schluß auf die Redeweise der in ihm erwähnten Tannaiten gezogen werden! Das gilt auch für Epstein 49 Anm. 6, wenn er mit seinei Korrektur recht hätte. ,,Die Gewohnheit bei einzelnen Gesetzen auf die Verbindung von .עשר und לית hin zu weisen“ ist nicht nur dem S. Z. eigen, wie Horovitz meint, sondern auch dem Sifra, wie ich schon Untersuchungen S. 150 A. 1 bemerkt habe. Offenbar aus diesem Grunde nahm Epstein diesen Beweis nicht auf. 2 Mit der Variante Jehuda, statt Eleazar.

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