Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zu den neueren Ausgaben halachischer Midraschim
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 409 (sequence 9)
- Language
- German
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409 im s.z.: אמר ר׳אליעורבן יעקב נאמר כאן ויהיו בני ישראל במדבר ונאמר להלן אבינו מת במדבר מה מדבר שנ׳ להלן צלפחד אף מדבר האמור כאן צלפחד ובו׳. Die Baraita im, Talmud könnte höchstens aus der Ansicht des R. El. b. J. in S. Z. gefolgert werden, da nach ihm Zelofechad Mekoscheschist, so wäre die jüngste der Zelofechadtöchter bei der Hochzeit mindestens 40 Jahre alt, wie sich dies aus der Frage des R. Simon in S. Z. ergibt (vgl. auch Toss. Baba B. z. St.). Ist es aber nicht einfacher anzunehmen, daß Babli seine Baraita ausdrücklich so überliefert erhielt? Ueberdies wird doch in Babli nicht eine Baraita Sammlung des R. El. b. J. (דבי לאב״י), sondern seine Ansicht zitiert (andere Lesarten: תניא אמ, ר, אליעור, ראב*י אומר), welche Ansicht in S. Z. ebenfalls ausdrücklich im Namen des R. El. b. J. aufgeführt wird1. Epstein aber korr i g i e r t תני לבי ראב״י, wofür anscheinend kein anderer Grund vorliegt, als der: einen Beweis für eine Hypothese zu erhalten2. Demnach wohnt dem geführten Beweis von einer midraschischen Auslegung des R. El. b. J. im Jeruschalmi, die sich in S. Z. findet, nur die Kraft eines סתם ספרי inne, der sich als Ansicht des R. El. b. J. (seiner Schule) belegen läßt3. Es gibt noch einige andere סתמות in S. Z., die im Sinne R. El. b. J.s sind, welchem Umstand aber Horovitz gar keinen Wert beimißt. Und dies mit Recht! Denn gegenüber den vier סתמות nach R. El. b. J. führt er selbst (Note 29) sieben andere nach R. Simon an (füge als achten hinzu: S. Z. 2865), sechs nach R. Jehuda4 und (Note 32) sieben nach R. Natan. Diese סתמות lassen sich vermehren, man vgl. z. B. S. 24312 einen סתם nach R. Jose b. Jehuda, der auch sonst in S. Z. mit Namen (S. 270, 293, 325) erwähnt ist. Epstein aber macht von den םתמות nach R. El. b. J. viel Aufhebens, zählt sie einzeln auf, und fügt noch vier andere, zweifelhafte hinzu5; von den anderen התמות erwähnt er die nach R. Simon und meint, der Redaktor hätte der Sammlung des R. El. b. J. nur Deraschot aus dem Lehrhause des R. Simon (R.Eliezerb. Simon?) einverleibt. Er geht soweit, zu behaupten (S. 52), daß sein Redaktor R. Chija deshalb in S. Z. Rabbi gar nicht erwähnte, weil er nur die Lehre eines Tanna (R. Eh b. J.) geben wollte und nicht die Lehre Rabbis, noch die geltende Halacha6. Dies trifft aber, wie wir gesehen haben in keiner Weise zu. Warum sollte denn die Lehre R. Natans aufgenommen werden dürfen, warum durften R. Jose b. Jehuda und 1 Vgl. Untersuchungen S. 112 Anm. 2. 2 Diese Methode wendet er auch sonst an, vgl. oben S. 407 Z. 15 und bei ihm S. 49 Anm. 6. 3 Ueber die חני דבי ראב״י, die in anderen Midraschim anonym Vorkommen, vgl. Untersuchungen S. 111; vgl. noch S. 123, 124 u. 126. 4 R. Simon und R. Jehuda werden auch oitin S. Z. genannt; für R. Simon vgl. Epstein S. 49 und für R. Jehuda S. Z. 229, 237, 239, 241, 245 (2 mal), 263, 267, 268, 274, 277, 307, 313, 322. 5 Nr. 7 (S. Z. 327) ist nicht nur nach R. El. b. J. (305), da er hier nur einen allgemein bekannten Derasch zitiert (שהנחת שם דבר אחד ואנו צריבין לו), der auch in S i f re S. 212 anonym ist. Nr. 8 ist künstlich hergestellt. Nr. 5 und 6 stammen aus Midr. Hagadol; vgl. noch zu 5 Horovitz z. St.; zu 6 ist auch zu bemerken, daß לגת pn nach allen פסול ist und deshalb hervorgehoben wird. Dies gilt übrigens auch von Passus in Nr. 4, der von allen (vgl. Koritot 8b) zugegeben wird. 6 Vgl. dagegen b. Erubin 9b: ר׳ חייא אי איהא דלא סבר לה למה ליה למיתנא.