Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Zu den neueren Ausgaben halachischer Midraschim
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 407 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829975-2829982-2837208--50796-2837261- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
407 geknetet wird1, und נשוך, der bloßen Vereinigung mehrerer Brote. Vom ersteren spricht die Mischna ומצטרפים, vom letzteren Challa IV2. Als Beweis führt Jeruschalmi eine Baraita des R. Chi ja an, die die Mischna auch s oerklärt: ... וכולן שבללן תבואה Danach steht in unserem S. Z. höchstens der תנא des Babli, keineswegs aber die R. Chija-Baraita des Jeruschalmi, der es hauptsächlich auf das שבללן ankam; vgl. noch bei Ratner z. St. die anderen Lesarten der Rischonim, nach denen die Baraita des R. Chija noch mehr enthielte. Nach unserer Lesart in S. Z. könnte übrigens der Satz קמחים וכר sehr gut auf חדש bezogen werden; jedenfalls findet sich die Erklärung des R. Chija im Jeruschalmi 11 i ch t im S. Z. Zu der zweiten Baraita des R. Chija, die sich nach Epstein in S. Z. finde (S. Z. 2889 Jeruschalmi Sanhedrin V 22d), ist zu bemerken, daß erstens die Baraita des S. Z. im Jeruschalmi gar nicht steht, sondern erst von Epstein dort in תני ר״ח hinein korrigiert wird2, und daß es zweitens fraglich ist, ob diese Baraita aus Midrasch H a g a d o 1 überhaupt dem S. Z. entlehnt ist, da bekanntlich Midrasch Hagadol — im Gegensatz zu Jalkut — seine Quellen nicht angibt und man daher stets nur auf Vermutungen angewiesen ist. Epstein gibt dort, wo eine Stelle aus Midrasch Hagadol gegen seine Theorie spricht, diesen Umstand mit Ausrufungszeichen an (ממדרש הגדול!), wo sie aber in seine Theorie hineinpaßt, wird dies verschwiegen. Aehnliches gilt auch von der dritten Stelle S. Z. 32423 (= Pesikta, Buber, 57b: תני ר״ח). Hier ist der Tatbestand von Horovitz, Einleitung S. XVIII, Note, richtig dargelegt: ,,daß eine der Deutung zu 28ד ähnliche Auslegung in der Pesikta . . als תני ר״ח erwähnt wird. Aber ... an eine etwaige Schlußredaktion durch R. Chija ist gar nicht zu denken. Im übrigen ist es uns fraglich, ob der Midrasch, um den es sich handelt, noch zum Zitat des Jalkut aus S. Z. gehört/‘ Wie man sieht, können die angeblich in S. Z. vorkommenden drei Baraitot des R. Chija einer kritischen Prüfung nicht standhalten. Demgegenüber stehen zwei תני ר״ח, die bestimmt nicht in S. Z. Vorkommen. Epsteins Bemäntelung dieser Tatsache ist haltlos3. Die Ansicht endlich, zu der Horovitz ,,neigt“ und die Epstein mit großer Bestimmtheit vorträgt, daß nämlich S. Z. aus dem Lehrhaus des R. Eliezer ben Jakob hervorgegangen sei, gründet sich im 1 Ygl. Ramban a. a. 0. und auch Or Zarua I 65a. 2 Seine Korrektur ist willkürlich, und für die schwierige Jeruschalmi- Stelle ist dadurch nicht viel gewonnen. Ein Amoräer könnte nicht, fragen, ob man wußte, daß מקושש ZU steinigen sei. Das hat man bestimmt nicht gewußt; was würde denn sonst bedeuten: V? כי לא פרש מד. יעשה (Num 1534)? 3 Jerusch. Nazir III 52c findet sich in & i f r e Nr. 88, nicht aber in S. Z.! Epstein meint, Jalkut habe vielleicht diesen Passus ausgelassen, weil er ihn schon aus Sifre (?) angeführt habe usw. Jerusch. Baba Mezia VII 11c fehlt ebenfalls im Fragment des S. Z. Nach Epstein könnte dieser Derasch ausgefallen sein (im Fragment und Jalkut?!). Andererseits werde die Baraita des R. Ghija im Jerusch. Joma VI 44a im Namen Chizkias gebracht. Das ist ein Irrtum. Die Baraita des R. Chija schließt שומרין in Vers 19, ein, während der Ausspruch Chi zkias מסייע einschließt und sich auf Vers 19 bezieht.