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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 5 · p. Seite 388

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 5
Article
Neuere Josephusschriften [Rezension]
Date
1931-01-01
Page
Seite 388 (sequence 3)
Language
German
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388 zwischen Ost und West. Durch solche Betrachtungsweise erhält das Werk des J. eine noch ganz andere Stellung im Rahmen der alten Historiographie. Man kann dann und wann das Ergebnis Webers bestreiten, z. B. die Be- Schreibung des Landes und des Tempels braucht nicht auf eine römische Quelle zurückzugehen, J.s eigenes Wissen, das nach meiner Meinung noch zu sehr unterschätzt wird, kann hier Quelle gewesen sein. Wie stark J. in die Weltgeschichte eingreift, wieviel er doch von ihr zu berichten weiß und berichtet, ist auch m. E. nicht genügend betont. Aber das Grundergebnis wird man nicht anzweifeln können. Daher empfehle ich dieses Werk den Forschern des Josephus und der Geschichte unseres jüdischen Volkes in jener Zeit. Es wird vielleicht interessieren, daß 1923 eine Gegenschrift zu diesem Buche von A. Schiatter (der Bericht über das Ende Jerusalems, ein Dialog mit Wilhelm Weber, Beiträge zur Förderung christlicher Theologie 28, 1) erschienen ist. Auch Schiatter nimmt eine römische Quelle an, er sieht sie aber nicht in dem Werke des Herrscherhauses, sondern in dem des M. Antonius Julianus, des Prokurators von Judaea, der nach Minucius Felix (Octavius 33, 4) ein Werk de Judaeis geschrieben hat. Glaubwürdig scheint mir diese Ansicht nicht zu sein. 2. Flavins Josephe, eontre Apion, texte ötabli et annote per Theodore Reinach et traduit par Löon Blum, collection des Universitees der France, publiee sous le patronage de l’association Guillaume Bude, Paris 1928. Hier liegt eine Ausgabe von Josephus, Gegen Apion vor, die in vorzüglicher Weise Gelehrsamkeit und leichte Verständlichkeit vereinigt. Seite für Seite steht der französische Text dem Originaltext gegenüber, dessen reiche textkritische Anmerkungen nicht allein die Handschriften, sondern auch die Schriften späterer Benutzer heranziehen (vergl. S. 86, wo es zu § 163—228 heißt: habet Eusebius, Praep. ev. VIII 8—55 ״cuius textus praeferendus Laurentiäno, ab homine Gkristiano foedissime interpolato“). Die Anmerkungen geben sehr gute Auskunft über die Personen, die Vorkommen, mit literarischen und biographischen Daten, sie machen auf Parallelen bei Josephus selbst aufmerksam, sie behandeln die Quellenfrage (freilich lassen sie doch wohl zu allgemein J. stets aus zweiter Hand schöpfen; er mag docü öfter das Originalwerk in den Händen gehabt haben); sie streifen seine Stellung zum biblischen Text und sind, so weit sie etwas länger sind, nicht an den Fuß gesetzt, sondern in einen Anhang. Die Uebersetzung liest sich sehr flott und sucht dem Charakter der hier oft bissigen Sprache gerecht zu werden. Vor das Kapitel setzt der Uebersetzer nützlicherweise eine kurze Inhaltsangabe. Ein Index der Eigennamen ist beigegeben und eine recht präzise Biographie dem Text vorausgeschickt. Auch über die Handschriften, die lateinische Uebersetzung, die Zitate, den Zustand des Textes, über Echtheits- und Interpretationsfragen wird in der Einleitung Auskunft gegeben. M. W. haben wir hier die bisher beste Ausgabe der Schrift gegen Apion vor uns. Für die Erklärung des Namens Moses (532) hätte auf Ex 210 natürlich verwiesen werden sollen. Buch II 37 ist an Briefe, wie sie etwa im Aristeasbriefe stehen, gedacht. Auch S. 78, 3 geht der Uebersetzer zu weit, wenn er meint, daß eine ganze Partie an falscher Stelle stehe, da sie ursprünglich von Josephus an den Rand gesetzt und durch einen Schreiber an eine falsche Stelle geraten sei. Zu I 7 wird man gut die Auseinandersetzungen über die Priester bei Jeremias, J,, Jerusalem zur Zeit Jesu (II, B.) einsehen. Das Werk des Philostratus (I § 144) dürfte ,Iou&aixai(;, nicht Tvotxai(;, geheißen haben (Cichorius, Römische Studien 317). Ueber die Predigten und Sabbathversammlungen vgl. S. Krauß, Synagogale Altertümer 34f. und Festschrift des Jüd.-Theologischen Seminars zu Breslau II, S. 374. Bei Manethon, dessen Namenserklärung genauer zitiert werden sollte (zu S. 15, 2 Spiegelberg OLZ 31 [1928] S. 145), ist zu bedauern, daß der ausführliche Artikel von Laqueur (in Pauly-Wissowas Realencyclopädie s. v.) nicht mehr berücksichtigt wurde. Es wäre gut, zu erfahren, ob der Uebersetzer mit L. zwei Schriftsteller des Namens Manethon annimmt. 8. Salomo Rappapori, Agada und Exegese hei Flavius Josephus, Veröffentlichungen der Oberrabbiner Dr. H. P. Ghajes-Preisstiftung an der Israelitisch- Theologischen Lehranstalt in Wien, III. Band, Verlag Kauffmann, Frankfurt a. M., Preis brosch. RM. 6.—. Gegenüber den kleinen Vorarbeiten und Bemerkungen, die sich in den

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