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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 5 · p. Seite 383

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1931-01-01
Page
Seite 383 (sequence 3)
Language
German
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383 genügend standhalten könnten, sondern nur um darauf hinzuweisen, daß diese Interpretationen nicht die einzig möglichen sind, die dem biblischen Text angepaßt werden können, sie allein also noch nicht genügen können, um einer so tiefgreifenden These, wie der von unserem allverehrten Großmeister aufges teilten, als unerschütterliche Säule dienen zu können und wie dies auch in dem uns vorliegendem Werke Humberts zum Ausdruck kommt. H. teilt sein Werk, dem eine allgemeine Einleitung (Introduction) vorangeht, in 10 Kapitel ein. Im ersten Kapitel (betitelt: Donndes chronologiques) werden die einzelnen ägyptischen Quellen, insofern sie sich mit der Weisheitsliteratur Israels berühren, einer chronologischen Erörterung unterzogen. Im folgenden Kapitel, betitelt ,,Le livre des Proverbs“, bespricht H. ziemlich eingehend alle jene Punkte, in denen sich dieses Buch mit den Produkten der ägyptischen Literartur berührt; und da ist es vor allem das Buch des Amen-em־ope, dem der Verfasser seine Aufmerksamkeit zuwendet und außer der hierauf bezüglichen Arbeit Ermans auch die betreffenden Arbeiten namhafter Semitologen (wie Greßmann, Grimme, Sellin u. a.) berücksichtigt. Daß wir da nicht in allen Punkten mit dem Verfasser übereinzustimmen vermögen, ist bereits hervorgehoben worden. Bei allen derartigen Untersuchungen wird leider ein sehr wichtiges Argument außer acht gelassen. So wie es gewisse Naturgesetze gibt, die jedes Volk in seiner Sprache der Natur abzulauschen vermag, ohne eine Anleihe bei einem anderen Volke machen zu müssen, gibt es auch im Seelenleben der Völker gewisse Elemente, die überall in gleicher Art sich geltend machen, und ebenso gibt es auch gewisse psychische Empfindungen, die überall in gleicher Art zum Ausdruck kommen. Da ist es nicht nötig, an eine Entlehnung zu denken. Und dahin gehören auch viele der Weisheitssprüche, die wir in der Literatur der Israeliten ebensogut vorfinden wie bei den Aegyptern und auch bei anderen Völkern des alten Orients. Es muß aber zugestanden werden, daß wir in diesem Kapitel auch recht viel beachtenswertes finden, das aber nicht nur vom Standpunkte der Bibelkritik, sondern auch von dem der vergleichenden Völkerkunde lehrreichen Stoff enthält. Nun folgt (Kap. III) das Buch lob, in dem H. wie im folgenden Kapitel (Le livre de l’Ecclesiaste) zahlreiche Berührungspunkte mit den uns überlieferten Produkten der ägyptischen Literatur zur Sprache bringt. Aber gerade die hier vorgeführten Beispiele lehren uns in klarer Weise, wie gar oft gewisse seelische Empfindungen bei den verschiedenen Völkern in gleicher Weise zum Ausdruck gelangen. Und darum erscheint es uns auch ganz unbegreiflich, wie H. in dem Umstande, daß das Buch Kohelet den Namen Gottes nicht durch das spezifisch hebräische Wort Jhw zum Ausdruck bringt, sondern durch das Wort האלפים oder אלךיד־ם — also bald mit Artikel,' bald ohne Artikel — einen ägyptischen Einfluß erblicken will, indem auch im Buche des Amenemope Gott bald durch ntr (dieu), bald durch p§ ntr (le dieu) zum Ausdruck gelangt. Ja, eben darin, daß im Buche Koheleth der Gottesname אלהים öfter mit Artikel als ohne Artikel auftritt, ganz so wie dies im Buche des Amenemope der Fall ist, will H. (vgl. S. 124) einen schlagenden Beweis für den ägyptischen Einfluß auf das Buch Koheleth erblicken. Nun wird wohl niemand den kulturellen Einfluß Aegyptens auf seine Nachbarländer, insbesondere auf Palästina, in Abrede stellen. Erman (Kultur der Gegenwart I, ל) und dann Gunkel (Aegypt. Parallelen zum Alten Testament, ZDMG, Bd. 63, 531—539) haben bereits vor mehr denn 22 Jahren auf diesen Tatbestand hingewiesen; aber darin, daß ebenso wie im Buche des Amenemope auch im Koheleth der Gottesname öfter mit vorangehendem Artikel erscheint als ohne denselben, eine Kulturübertragung finden zu wollen, scheint mir doch ein wenig zu weit gegriffen zu haben. An Parallelen hat es im Geistesleben der Aegypter und dem Israels gewiß.nicht gefehlt, und diese in den verschiedenen, die Weisheitsliteratur der Israeliten betreffenden Schriften näher erörtert zu haben, ist gewiß ein lobenswertes Unternehmen, wofür wir unserem Verfasser gewiß nur Dank schulden, insbesondere schon darum, daß er seine diesbezüglichen Untersuchungen nicht nur auf die bis nun genannten Produkte der israelitischen Literatur beschränkt, sondern — wie dies die folgenden Kapitel beweisen — auch auf das Buch Sir ach (Kap. V), auf das Buch Tobias (Kap. VI), auf das 3. Buch Esra (Kap. VII) und auch auf das Buch

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