Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Frumet Meisel, die ebenbürtige Gattin Mordechai Meisels
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 376 (sequence 3)
- Language
- German
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376 denn in diesen beiden Jahren kauft er wieder ausdrücklich für sich und sein Weib Frumet ein Haus beziehungsweise ein Stück einer Mauer. Es bleibt also für die Vertiefung des Zerwürfnisses nur eine ganz kurze Spanne Zeit vom 7. Dezember 1599 bis zum 1. März 1601 (dem Tage der Testamentserrichtung) also knapp 5/4 Jahre, gewiß nicht viel, wenn man bedenkt, daß das Zerwürfnis nach Herzog schon 1583, also 18 Jahre vorher begonnen haben muß. Nun aber ist aus dem Schutzbriefe von 1593 zu ersehen, daß ausdrücklich auch Frumets Vermögen geschützt werden sollte, daß sie also eigenes Vermögen gehabt haben muß. Und das Testament Meiseis zeigt auch andere Lücken; so klafft eine solche gleich bei Punkt 1, wenn es dort heißt: 1. ״wegen Posnan und Krakau“ und nicht hinzugefügt wird, was mit• diesen gewaltigen Summen, es handelt sich um gesicherte Darlehen von je 10 000 Taler, geschehen sollte. Da überdies bei der Ungültigkeitserklärung des Testamentes aus besonderer kaiserlicher Gnade auch die Witwe mit ihrer Morgengabe per 14 000 Schock meißnischer Groschen — also einer ganz ansehnlichen Summe — befriedigt wurde1, muß jedenfalls auch ein Instrument zugunsten Frumets vorhanden gewesen sein. Auch aus der An- Ordnung des Testaments, wo gleich nach dem Punkte über die ״Schul“ und das ״Panier“ der Schul von den 3 Büchern, dem pergamentenen täglichen Betbuch, den fünf Büchern Moses auf Pergament und dem Feiertagsbetbuch von Pergament die Rede ist, läßt sich schließen, daß diese 3 Bücher von Meisel nicht so verächtlich und nebensächlich angesehen werden, wie Herzog es tut, daß er Frumet, wenn er sie mit den beiden Haupterben darum losen läßt, etwas gibt, was ihm teurer ist als sein Besitz an Geld. Wir dürfen eben weder Meisel noch Frumet eine so krasse, materialistische Anschauung zumuten, wie sie leider heute sehr verbreitet ist. Endlich spricht für Frumet ihre Grabschrift am alten Judenfriedhofe in Prag2. Sie lautet: 1. Ueberschrift der Vorderseite: הגבירה היקרה מרת פרומט בת הראש ומנהיג כמר ■יצחק רופא ז״ל הלכה לעולמה יום ו׳'ך״נ שבט שפ״ה לפ״ק 2. Ueberschrift der Rückseite: יום ו׳ ך״ג שבט שפ״ה לפ״ק, החסידה מרת פרומט'תנצ״בה 3. Vorderseite: פ״ט החסידה הטהורה אשת לפידות, יכולה היא שתעמוד בדור הנשים השאננות וחסידות, בכל נפשה התעסקה בבניין משכנות יד־דות, שחרית וערבית היתה ראשונה בב״ה בתמידות, ומחזקת ידי לומדי תורה בלי הקפדות, מקבלת אורחים בסבר פנים ידידות, בצדקת ובגמילות חסדים היה לה עשר ידות, בכל ב״כ נתנה כלי קודש בלי מדות 4. Rückseite: גם הכום הזהב שמשקלה מאה כתרות, מגדלת יתומים בתיך ביתה וחנכם במצות תורת העייות, וע״ו א:ש־ מקומה מעידות, שאין כמוה בחסידות, _בשפר וה תהא נפשה צרורה תחת כסא המכובדות זצ״_ל ב Kisch a. a. O. 2 Aus den Archiven der Chevra Kadischa in Prag.