Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Frumet Meisel, die ebenbürtige Gattin Mordechai Meisels
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 377 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2829132-2829975-2829981-2837061--50731-2837161- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
377 In freier Uebertragung: 1. Ueberschrift vorne: Die Herrin, die teuere, Frau Frumet, Tochter des Hauptes und Führers, Herrn Isak Rofe seligen Andenkens. Sie gieng ein in ihre Welt am Freitag, den 23. Schebat 385 der kleinen Zählung. 2. Ueberschrift rückwärts: Freitag, den 23. Schebat 385 der kleinen Zählung. Die fromme Frau Frumet, ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens. Inschrift: Hier ist begraben, die Fromme, die Reine, das biedere Weib, sie hätte bestanden in einem Geschlechte frommer Frauen, Mit ihrer ganzen Seele war sie bei dem Baue der Stätten der Anmut (der Synagogen). Morgens und abends war sie stets die Erste in der Synagoge. Sie unterstützte großzügig, die sich dem Thorastudium hingeben; sie nahm Fremde in herzlicher Gastfreundschaft auf, im Wohltun war sie unermüdlich. In alle Synagogen spendete sie heilige Geräte ohne Zahl, sie zog Waisenkinder in ihrem Hause groß und führte sie ein in die Gebote der Lehre. Des sind die Leute ihres Ortes Zeugen, daß ihr niemand gleichkam an Frömmigkeit. Um dessentwillen sei ihre Seele eingebunden unter dem Throne der Verehrungswürdigen das Andenken d. Gerechten zum Segen. Saxa loquuntur. Die Steine legen beredtes Zeugnis ab für eine edle Frau, deren Bild von einem Anonymus in fernem Lande entstellt wurde, gleichzeitig aber auch Zeugnis für unseren Chronisten David Gans1 und seine Wahrhaftigkeit. Die Gottesbezeichnung Elohim im Jelamdenu. Von A. Marmorstein in London. In seinen einleitenden Bemerkungen zu dem Wolfenbütteier Jelamdenu-Fragment erhebt Herr Dr. Wilhelm (oben S. 137) gegen meine Theorie, daß der Gebrauch des Gottesnamens Elohim auf die Jugend des Jelamdenu schließen lasse, den Einwand: ,,Wenn man in der tannaitischen Zeit Gott mit המקום umschreibt und in der amoräischen Zeit mit הקב״ה, wie kam man dazu in Midraschim der nachtalmudischen Zeit wieder auf Elohim zurückzugreifen?“ Nun wird es in der Tat kaum möglich sein, mit mathematischer Genauigkeit zu bestimmen, warum und wann die Namen ,המקום ,עליון «גבוה «שמים הקב״ה etc. einander aufgelöst haben. Fest steht aber, daß in der tannaitischen Periode der Gebrauch von המקום, im Zeitalter der Amoräer hingegen der von הקב״ה der allgemeine ist. Die literarische Kritik der altrabbinischen Quellen lehrt aber auch, daß die während einer längeren oder kürzeren Periode gebräuchlichen Gottesnamen, die ursprünglich selbst als Ersatz für ältere gewiß ebenso entstandene Bezeichnungen für Gott dienten, eine Art Heiligkeit erlangen, mit einer religiösen Scheu, Furcht behandelt werden und selbst durch neue ersetzt werden müssen. Der Name המקום z. B. schwindet aus dem Schulgebrauch und wird nur in Gebeten, Wünschen etc. an- 1 Meines Wissens wäre es auch der erste Fall, in dem David Gans, wo er als Zeitgenosse und Augenzeuge berichtet, einer Unrichtigkeit oder auch nur Ungenauigkeit überfünrt wurde.