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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 5 · p. Seite 349

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 5
Article
Vulliauds Übersetzung des Sifra Di-Zeniutha aus dem Sohar und andere neuere Literatur zur Geschichte der Kabbala [Rezension]
Date
1931-01-01
Page
Seite 349 (sequence 3)
Language
German
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349 Zu der Sicherheit und Schärfe, mit der Vulliaud seine Behauptung vorbringt, der Sohar und speziell das hier zur Behandlung stehende ldeine Schriftclien Sifra Di־Zeniutha sei ״authentisch4f, d. h. stamme aus der tannaitischen Zeit, kontrastiert sehr auffällig die Allgemein־־ heit und Unbestimmtheit seiner Gründe für diese weitreichende Hypothese. Es ist nämlich in den letzten Jahren, in einer verständliehen Reaktion gegen Uebertreibungen der ״rationalistischen44 Geschichtsbetrachtung der Graetzschen Schule, ziemlich oft von einem Alter gewisser Bestandteile des Sohar in reichlich unbestimmter Art gesprochen worden, und zwar rein stimmungsmäßig, ohne daß die Vertreter solcher Anschauungen je einen Versuch gemacht hätten, nun genauer anzugeben, welches denn jene alten Stücke seien, nach welchen analytischen Methoden sie gefunden werden könnten, kurz, statt eine Quellenscheidung zu behaupten oder noch besser: sie vorzumachen. Nun ist das kleine Sifra Di-Zeniutha mit seinen nur fünf Seiten ein ausgezeichneter Gegenstand für solche Untersuchung, und man durfte erwarten, daß Vulliaud, welcher S. 127 das ״unleugbare hohe Alter44 der Schrift behauptet, in einem 200 Seiten starken Buch auch den Beweis dafür nicht ausläßt. Statt dessen treffen wir nur eine einzige sachlich diskutierbare Behauptung: Die ״allgemeine Physiognomie der Sprache des Sifra Di-Zeniutha44 (das ich im folgenden mit S. Z. abkürzend bezeichnen werde) soll den ,,von den Sophisten nicht hypnotisierten Geistern44 das Alter der Schrift beweisen; die angebliche Unverständlichkeit und Rätselhaftigkeit schon der ersten Textworte des S. Z. soll nämlich diesen Beweis enthalten: Comment aurait-on su, par quelmiracle aurait-on su que des phrases, comme celle que je vais reproduire — si toutefois on peut appeler des phrases piusieurs mots en enfilade — ont une signification possible? Posez la question ä un hebraisant: que veut dire: בראשית ברא אלהים את השמים ואת הארץ שיתא בראשית ברא שית עלייהו כולהו לתתא (au commencement Dieu crea le ciel et la terre, six, au commencement il crea six, d’eux tout, ce qui est en bas)? Que peut bien signifier cet invraisemblable jargon? L’h6braisant interroge, s’il n’est pas initie, restera coi. — Le lecteur du Siphra est continuellement arrete par Fimpenetrabillt^ des logogriphes: שיתא אלפי שכין תליין בשיתא קדמאי (les six millenaires d£pendents des six ant&feurs). — Que representent־, en verite, ces;,six“, dont־il aurait ete d6jä parl6, et qui pourtant n’ont pas ete enumeres? II aurait donc fallu, dans le sytöme de la modernitö du Zohar, que son inventeur ait cr66 non seulement le texte, mais encore qu’il ait livrö Finterpretation de ces hoquets enigmat-iques. Nulle part ecrite il se serait rencontre piusieurs siecles apräs, en des contrees eloignees du pays oü le Zohar 6tait forge, des commentateurs en mesure de la connaitre et de la r^väler? G’est inconcevable. Die Tatsache eines relativ schwer verständlichen, elliptischen Stils soll also beweisen, daß ein Text alt ist!! In Wahrheit ist aber der von V. angeführte Eingangspassus keineswegs so rätselhaft, und die Möglichkeit ihn zu verstehen wird durchaus nicht nur von der ״Initiation44 abhängig sein, die nach V. nötig wäre. Und warum gar, extremen Falls, ״unfaßbar44 sein solle, was V. in dem letzten Absatz als unfaßbar dekretiert, ist gänzlich unklar, ja es ist, wie ich weiterhin zeigen will, durchaus das Gegenteil wahr: in der Tat nämlich hat der Autor des S. Z. nicht nur dessen Text, sondern auch größtenteils seine Interpretation gegeben, oder um es genau

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