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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 5 · p. Seite 337

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 5
Article
Das Problem des göttlichen Willens in der Schöpfung nach Maimonides, Gersonides und Crescas
Date
1931-01-01
Page
Seite 337 (sequence 3)
Language
German
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337 Dies führt uns zur Betrachtung des in der Ueberschrift bereits angedeuteten Problems. Aber ehe wir an die Behandlung desselben gehen, bedarf noch die Stellung Crescas״ einiger weiterer Erklärungen. Crescas, wie bereits erwähnt, ist der Ansicht, daß die Schöpfung ein notwendiger, dem göttlichen Willen entspringender Akt ist. Auf den ersten Blick scheint seine Behauptung einen Widersprach in sich selbst zu enthalten. Wie kann ein dem bloßen Willen entspringender Akt gleichzeitig ,,notwendig“ genannt werden? Die Lösung dieser Schwierigkeit bietet die Definition, die Crescas von der Schöpfung gibt. Die Schöpfung, so führt er aus, ist ein göttlicher Akt, durch den die Dinge vom Nichtsein zum Sein geführt werden. Wie sie in Erscheinung traten, ob durch Notwendigkeit oder kraft eines Willens, ist belanglos, — wenn nur der Uebergang vom Nichtsein zum Sein als einzig durch Gott bestimmt erkannt ist1. In diesem Sinne ist der Ausdruck ,,Gott schuf die Welt ex nihilo“ zu verstehen. Das bedeutet nicht, daß die Welt aus dem Nichts wurde so, als wäre sie aus einer Art präexistenter Materie geschaffen, wie etwa Grünspan aus Kupfer entsteht. Denn das würde die Möglichkeit nicht ausschließen, daß es etwas von Gott Unabhängiges gibt2. Was wir unter creatio ex nihilo verstehen, ist, daß alle Dinge nach dem Nichtsein entstanden sind. Das erinnert, nebenbei, an die Erklärung des ex nihilo bei Thomas von Aquin, in der Bedeutung von etwas, das nach diesem Nichts kommt (post nihilum) — nicht notwendig im Sinne zeitlicher Folge, sondern einfach im Sinne der Ordnung (posterius secundum ordinem naturae)3. Daraus folgt, daß, wenn erst einmal der göttliche Ursprung alles Seins erkannt ist, es ein und dasselbe ist, ob ich behaupte, es sei auf dem Wege notwendiger Folge oder durch einen Willen entstanden. Damit scheint die aristotelische Ansicht von der Schöpfung zugegeben zu sein; aber Crescas unterläßt es nicht, diesem Einwand zu begegnen. Obwohl wir behaupten, so , f O Adon. III, 1, 5: הכוונה באמתו. יש מאין שנתהווה אחד ההעדר ושלא היה לו נושא נמצא קודם לכן, ובאמרנו ג״ב שנאצלו שניהם על צד החיוב אין הכוונה בו נ״כ אלא שלא היה להם נושא קודם. 2 Ibid. ואין הכוונה כאמדנו יש מאין זולת זד״ ווה שאם היה הכוונה באמרנו יש מאין שאין יהיה הנושא כאמתו הואנגאד מהנחשת לא תתחייב מהנחתנו אצילות אשד לא סר הנגוד מהנדדש;אפשרות מאין im gedruckten Text ist verderbt aus הזאנגאד מהנחושת, wobei es sich bei ואננאד um das arabische handelt. M. Joöl gibt jeden Versuch auf, die richtige Lesart wieder herzustellen und stellt fest: ״Wahrscheinlich ist hier eine Textkorruptel, die ich indes zu emendieren nicht imstande bin“ (Don Chasdai Crescas’ etc. S. 67). M. Eisler (Vorlesungen III, Anm. 22) emendiert dagegen mit Erfolg den Text wie oben; das ist auch die tatsächliche Lesart des Jews’ College Ms. H. 4. 3 Ueberweg-Baumgartner, Grundriß etc. (1915), II, S. 495. Siehe auch A. Rohner, Das Schöpfungsproblem bei Maimonides, Albertus Magnus und Thomas von Aquin, S. 109. Vgl. Summa Theologica, I, 45, 1: ״Quod cum dicitur aliquid ex nihilo fieri, e x, non designat causam materialem sed ordinem . . . Sed intellegendum est quod haec praepositio, e x, potest includere negationem importatam in hoc quod dico, nihil, vel includi ab ea. Si primo modo tune ordo remanet affirmatus; et ostenditur ordo ejus quod est, ad non esse praecedens. Si vero negatio includat praepositionem, tune ordo negatur; et est sensus: Fit ex nihilo, 1d est, non fit ex aliquo ... Et utroque modo verificatur, cum dicitur ex nihilo aliquid fieri. Sed primo modo haec praepositio, ex, importat ordinem, ut dictum est . . .; secundo modo importat habitudinem causae materialis, quae negatur.“ Monatsschrift, 75. Jahrgang. 22

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