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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 5 · p. Seite 324

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 5
Article
Josef Horovitz zum Gedächtnis
Date
1931-01-01
Page
Seite 324 (sequence 4)
Language
German
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324 Muhammed ausdrücklich geleugnet hatte. Später hat Horovitz an dem großen Werke der Edition des Ibn Saad, die ich bereits vorhin erwähnt habe, mitgearbeitet. Von den insgesamt acht Textbänden dieses Historikers, der ein Schüler des Wäkidi war, hat e r zwei herausgegeben, und zwar den, der die Feldzüge Muhammeds, und den, der die Biographien seiner medinischen Freunde behandelt, die an der ersten von ihm gegen Mekka gelieferten Schlacht bei Bedr teilgenommen haben. Die beiden von Josef Horovitz herausgegebenen Bände gehören innerhalb der Ibn Saad-Edition zu den mit der größten Sorgfalt und Umsicht edierten, wie gelehrte Kritiker bei Erscheinen der Ausgabe ausgesprochen haben. Forschungen zur Frühgeschichte des Islam haben Horovitz auch später beschäftigt. Im Aufträge des italienischen Orientalisten Leone Caetani hat er die großen Bibliotheken in Cairo, Damaskus und Konstantinopel nach alten, noch unbekannten historischen Handschriften durchsucht und über diese neuen Quellen Aufzeichnungen veröffentlicht, und erst vor kurzem wieder über die ersten Biographien Muhammeds und ihre Verfasser eine fortlaufende Reihe längerer Aufsätze publiziert. In diesen Bereich seiner Arbeiten fällt auch die Edition des jungen, aber viel alten Stoff bietenden arabischen Historikers Belädhori, die unter seiner Chefredaktion von dem Orientalistischen Institut der Universität Jerusalem, dessen Leitung ihm anvertraut war, vorbereitet wird. Es wird Ihnen, meine Damen und Herren, bekannt sein, daß Muhammed und daß der junge Islam Einrichtungen und Gewöhnheiten, Ideen und Legenden aus dem Judentum, Christentum, den gnostischen Sekten des Vorderen Orients, dem Parsismus und anderen Kulturen entlehnt, weitergebildet, umgebogen und mit neuem Inhalt erfüllt hat. Diesen Einflüssen hat Horovitz mit besonderem Scharfsinn nachgespürt. Den jüdischen Stämmen der vorislamischen Zeit und der Stellung, die sie genealogisch, politisch, kulturell und literarisch in dem Arabien vor Muhammed eingenommen haben, galt eine seiner vor kurzer Zeit geschriebenen Studien. Ueberzeugend hat er z. B. des weiteren nachgewiesen, daß die Ueberliefererketten, die vielen von Ihnen in allgemeiner Form aus den Pirke Abot bekannt sein werden, die aber in anderen mischnischen und talmudischen Traktaten zerstreut viel klarer und präziser, auf einzelne Traditionen bezogen und terminologisch vollkommen mit dem Sprachgebrauch der Araber übereinstimmend Vorkommen, das Vorbild für die Kodifikatoren des islamischen Hadith gebildet haben und bereits im letzten Drittel des ersten Jahrhunderts der islamischen Zeitrechnung aus der jüdischen Literatur übernommen worden sind. Dem Nachweis dessen, was rein arabisch, und dessen, was von außen, von Juden und Christen, an Muhammed herangebracht worden ist, galten auch seine Studien zum Koran, die er besonders in den letzten 15 Jahren, während seiner Frankfurter Lehrtätigkeit, getrieben hat, und die für alle Folge die Grundlage für dies Forschungsgebiet bleiben werden. Schon vor ihm war von europäischen Gelehrten, besonders von Nöldeke erkannt worden, daß innerhalb der im Koran niedergelegten Offenbarungen Muhammeds verschiedene Perioden zu unterscheiden sind. Je nachdem ob seine Aussprüche aus kurzen,

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