Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die wissenschaftliche Talmudpflege der neueren Zeit [Rezension]
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 259 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829975-2829980-2836920--50566-2836973- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
259 Wir müssen uns dennoch fragen, ob eine Talmudausgabe nach dem Muster Malters das bieten würde, was wir von einer modernen Talmudausgabe erwarten. Malters Apparat birgt in sich unzweifelhafte wissenschaftliche Werte, hat aber den Nachteil, daß sich in ihm zwei, vielleicht gar drei verschiedene Werke verschmolzen haben: a) ein textkritischer Apparat im engem Sinne des Wortes, b) ein Kommentar und c) Glossen und Kritiken zu den bestehenden Kommentaren. Wir können es verstehen, daß in Malters Denktätigkeit alle drei Probleme Zusammenflossen; wir können es ferner verstehen, daß es dem Talmudisten als solchem schwer fällt, textkritische Vergleichsarbeit zu leisten, ohne zugleich auch interpretativ einzugreifen. Der Talmud ist nun einmal ein Werk, das infolge seiner eigenartigen Zusammensetzung aus Elementen mündlicher Lehrweise und Traditionen verschiedenster Art und Form, von stark gemischten Stilschwierigkeiten behaftet ist. Er bedarf also in der Tat mehr als jedes andere Werk der Spätantike einer kommentierenden Stütze. Gerade deshalb scheint es uns geboten, daß man auch einer kritischen Talmudausgabe erklärende Anmerkungen beifüge. Solche Anmerkungen gehören aber in eine besondere Rubrik; sie dürfen nicht mit dem textkritischen Apparat zusammenfließen. Vollends Exkurse, wie z. B. S. 5, Sp. 2; S. 7, Sp. 2 u. ö, vgl. besonders S. 131 f., sollten der Uebersichtlichkeit wegen als Anhang zu Ende des Werkes abgedruckt werden. Bezüglich der matres lectionis ist u. E. ein zu weites Abrücken von den Mss. nicht am Platz. Auf jehen Fall müßte eine prinzipielle Lösung seitens der Fachgelehrten herbeigeführt werden, damit, nicht jeder Editor sich eine eigene Orthographie schafft. Ebenso ist eine Einheitlichkeit im Apparat der Quellennachweise anzustreben. Beim Midr. Rabba sollte stets. Abschnitt und Unterabteilung angegeben werden. Wo aber Kapitel ünd Vers maßgebend sind wie in den 5 Rollen, sollten die Leitworte der Verse durch die entsprechenden Ziffern der Kapitel und Verse ersetzt werden. Beim Jeruschalmi sollte man stets neben Abschnitt und Halacha auch Blatt und Kolumne geben. Man vgl. indes S. 3—6; 12; 14; 22 u. s. Die Ausstattung ist sehr hübsch. Das Format entspricht vollkommen dem gewünschten Zweck und dürfte als Muster für den ganzen Talmud dienen. Die Korrektur ist ebenfalls gut. Es kommen nur selten kleinere Fehler vor. Man vgl. die Quellenrubrik S. 15 und S. 16 b, Z. 5. Ebd. S. 17 b wäre vielleicht noch auf Mechilta Beschallach (14—16, ed. Horovitz-Rabin S. 101) הוציא להם וכלי מים סתוקים וכד hinzuweisen und auf die dort bereits angegebene Stelle Bechor. 55 a geg. Ende. Michael Higger, Seven Minor Treatis.es: Sefer Torah; Mezuza; Tefillin; Zizit; cAbadim; Kutim; Gerim. And Treatise Soferim II. Edited from Manuscripts with an Introduction, Notes, Variants and Translation, New York, Bloch Publishing Company1. שבע מסכתות קטנות והן מסכת ספר תורה; מסכת מזהה; מסכת תפילין; מסכת 1 ציצית; מסכת עבדים; מסכת כדתיים; מסכת נרים. ונלוה עליהן מסכת סופרים הוצאו על פי כתבי יד שונים בלדת מבוא והערות ושנויי נוסחאות ומרצה מקומות ותרנום אננלי ע״י ד״ר מיכאל היגעד נויארק הוצאת "בלוך" חר״ץ. *7!