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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 4 · p. Seite 250

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 4
Article
Die wissenschaftliche Talmudpflege der neueren Zeit [Rezension]
Date
1931-01-01
Page
Seite 250 (sequence 10)
Language
German
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250 Offenbarung. Hier behauptet das Sakrament den Mittelpunkt des Glaubenslebens, dort das Gesetz. Die Verschiedenheit dieser Grundlagen ist eine wesenhafte, keine graduehe. Und deshalb muß man es von vornherein als verfehlt ansehen, wenn Vergleichstheoretiker aus der Ideologie des einen Glaubens Maßstäbe konstruieren für die Wertung eines anderen, kultisch anders orientierten Glaubens. Noch verkehrter aber scheint es uns, wenn Kult und Ethik zusammengeworfen wird, zumal in einer Parallelistik. Montefiore erklärt gleich einleitend, daß er sich nicht auf den ganzen Komplex der Parallelen einlassen möchte. Ihm genügt die Ethik. Dieser Standpunkt läßt sich auch wissenschaftlich sehr gut rechtfertigen. Es scheint uns aber, daß er nicht überall in entsprechender Strenge durchgeführt wurde. Es ist auch manch Kultisches mit hineinbezogen worden, wobei ein kurzer Hinweis auf die außerethischen Grundunterschiede zwischen Judentum und Christentum sehr begrüßenswert gewesen wäre. Das Letztgesagte will jedoch keineswegs an den Wert des Buches gerührt haben. Die eingehende und auch den Gegner überzeugenwollende Auseinandersetzung mit Billerbecks ,,Kommentar" ist eine nicht zu unterschätzende Aufklärungsarbeit. Sie wird zweifellos die Richtigstellung von Fehlurteilen und vorgefaßten Meinungen ׳ über Talmud und Midrasch auch in solche Kreise hineintragen, die bisher vorwiegend von dogmatischen Kommentatoren erreichbar waren. Nicht unerwähnt sollen die Anmerkungen und Zusätze von H. Loewe bleiben. Sie enthalten wertvolle Hinweise und Ergänzungen. Insbesondere sind die Anhänge I und II (S. 877 ff. und S. 380 ff.) hervorzuheben. Dr. Joseph Klausner, Jesus von Nazareth. Seine Zeit, sein_Leben und seine Lehre. Berlin 1930. Jüdischer Verlag. Die deutsche Ausgabe des Klausnerschen Jesus-Buches gibt uns deh Anlaß — nicht, das Buch als Ganzes zu kennzeichnen, sondern etwas nachzuholen, was die Kritik1 bisher offengelassen hat. Es ist die wissenschaftliche Wertung der Methode Klausners in der Nutzbarmachung talmudisch-midraschischer Texte, soweit sie die Jesusforschung betreffen. Für den ersten Blick scheint es, als ob die verschiedene Ein- Stellung der Kritiker zum Buche Klausners sich aus rein konfessionellen Motiven herleiten ließe. Zu einem guten Teil glaubt man es darin bestätigt zu finden, daß die Aufnahme in nichtjüdischen Kreisen eine viel freundlichere ist als in jüdischen. Diese ,,religions-psychologische“ Begründung ist aber an sich unzureichend. Alles, was sich hierüber mit Bestimmtheit sagen läßt, geht über die allgemeine Wahrnehmung nicht hinaus, daß Klausner nicht ganz voraussetzungslos an sein Problem herangetreten ist. Wohl hat er es durch außerordentliche Belesenheit fertig gebracht, mit einer recht reichen Literatur zu operieren, doch wird das herangezogene Material nach 1 Vgl.insbesondere Zeitlin JQR1923/24,132ff. Eisenstein8.272אוצד וכוודםff. "בקרת על ספר ,-ישר מצד. Ephraim Deinard:.חרב לה״■ ולישראל und צלם בהיכל. In diesem Zusammenhänge soll auch auf N. Krass im אוצר ובוחים S. 369 ff. abgedruckten Aufsatz hingewiesen werden.

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