Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 233 (sequence 6)
- Language
- German
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233 und Chaldäern). — Zu S. 116. In der Henriade steht Gelboa, wo Saul fiel, statt Endor, wo er die Totenbeschwörerin befragt. — Zu S. 143. Voltaire erzählt einen Schwank von Jesus, Petrus und Judas, die Übereinkommen, derjenige soll die Gans bekommen, der den schönsten Traum träumt. Judas ißt sie. Hier handelt es sich um einen weit verbreiteten Schwank, der allerdings zu den Arabern von den Juden gekommen sein mag, da auch in der arabischen Fassung der Jude den Kuchen einem Muslim und einem Christen wegißt. S. Chauvin, Bibliographie des ouvrages arabes VIII, 184, R. Basset, 1001 Contes I, 516, Heller im Handwörterbuch des deutschen Märchens, S. 95 b. — Zu S. 145 Anm. 138. Die Perser waren ja keine Götzendiener, dennoch wurden sie von Juden gehaßt. Diese Beschuldigung wird widerlegt durch den Propheten des Trostes, der Kyros als Gottes Gesalbten feiert, dem widerspricht auch Maleachi 1, 11. — Zu S. 150. Es ist Tendenz, wenn Voltaire die Stiere, auf denen das große Becken ruht, aus Gold verfertigt sein läßt, damit er triumphiere: im Tempel zu Jerusalem standen ja auch goldene Kälber. Die Bibel erzählt nicht, woraus die Stiere verfertigt waren, der Zusammenhang macht es wahrscheinlich, daß aus Kupfer. Auch steht nirgends, daß Schischak die Stiere als Beute davongetragen hätte. Sie waren eben nicht aus Gold, es lohnte nicht, sie davon zu tragen. — Zu S. 153. Die Juden nannten Nebukadnezar den Gesalbten Gottes. Nebukadnezar wird wohl Jer 259, 26ל Gottes Diener genannt, niemals sein Gesalbter. Gesalbter Gottes ist Kyros (Jes 45!). — Zu S. 177 Anm. 7. Man hatte in Sichern zwei goldene Kälber aufgestellt. Ungenau, die Kälber stellte Jorobeam in Bethel und Dan auf (I. Kön 1229). * fc * * Druckfehler. S- 18, Z. 5 statt tachaient zu schreiben tächaient. — S. 46, Z. 8 statt cruent lies crurent. — S. 58, Z. 17 statt J1 zu schreiben Jls. — S. 58, Anm. 38 statt le pompe 1. la pompe. — S. 60, Z. 5 statt pöches-tu zu schreiben peches-tu. — S. 67, Z. 19 statt parait zu schreiben parait. — S. 76, Z. 2 statt suppons 1. supposons. — S. 121, von unten Z. 4 ist Jer 20e falsches Zitat. — S. 136 sind die drei ersten Zeilen in Verwirrung, richtige Folge wäre: 1. Zeile 3, 2. Zeile 1, 3. Zeile 2. — S. 138, vorletzte Zeile statt etait zu schreiben ätait. — S. 154, Z. 18 statt tan tot zu schreiben tantöt. — S. 161, von unten Zeile 6 statt nomme 1. nomine. — S. 171, Z. 15 statt poiloux 1. poilu. — S. 174, paenultima statt erreur 1. horreur. — S. 195, Anm. 41, zwischen der viertletzten und drittletzten Zeile ist etwas ausgefallen, wo von den Rechabiten die Rede sein mußte *, im jetzigen Texte sind sie gar nicht genannt. — S. 239, Anm. 7, Z. 27, verus gewiß Druckfehler, vielleicht vero. — S. 241, von unten Z. 917, roy, zu schreiben roi; Z. 6 statt aracha 1. arracha; Z. 3 statt mares 1. marcs. — S. 243 paenultima statt sons 1. sous. — S. 244 b, Z. 17 statt mille 1. nulle. S. 98 ist der drittletzte Satz von unten nicht durch Druckfehler, sondern durch ein Versehen in Verwirrung geraten und erweckt den Anschein, als wäre bei den Juden die Beschneidung verboten gewesen. * * * Besondere Anerkennung verdient das ruhige, abgeklärte Urteil der jungen Verfasserin. Dieses eigene Urteil behauptet sie mit Recht auch gegen Sakmann, gegen Brandes, selbst gegen Lanson. Sakmann möchte aus Voltaire einen Vorläufer Wellhausens machen. Verf. führt dagegen aus, daß, während Wellhausen eine ,,Umkehrung der Tradition“ vornimmt, indem er Propheten vor Pentateuch setzt, Voltaire darauf abzielt, alles für spät, für unecht zu erklären; die Bücher der Propheten setzt er nicht vor den Pentateuch, sondern läßt sie im hellenistischen Alexandrien entstanden sein (S. 69). — Brandes wähnt, Voltaire hätte kein Vorurteil gegen die Bibel gehegt, nur die Inspiration geleugnet (S. 126 Anm. 31). Das ganze Buch Hanna Emmrichs kann als glänzende Widerlegung dieser vergeblichen ״Rettung“ gelten. — Lanson meint, Voltaire habe Astrucs Werk über die Ent- Stellung der Genesis zu spät kennen gelernt, um noch umlernen zu können. Unsere Verf. widerspricht dem mit Recht: Astruc war es um die Erklärung der Widersprüche zu tun, Voltaire um die Widersprüche selbst, er brauchte unlösbare Widersprüche (S. 251). Ich glaube, Hanna Emmrichs Buch wird Lanson überzeugen, daß er irrt, wenn er meint, Voltaire stehe Harnack und Loisy, sagen wir der heutigen Bibelwissenschaft, näher als seine Gegner.