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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 3 · p. Seite 213

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 3
Article
Die jüdischen Mittelschulen in den Ländern der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie
Date
1931-01-01
Page
Seite 213 (sequence 5)
Language
German
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213 seit 73 Jahren nicht bloß die jüdischen Volksschulen, sondern auch viele städtische und staatliche Schulen mit Lehrern, deren Gesamtzahl 1930: 1589 betrug. Seit dem Vorjahre besitzen Rabbiner- und Lehrerseminar gemeinsam ein Internat, das aus den Einkünften des Josef Freundsehen Stiftungshauses, teils aus Beiträgen einzelner Gemeinden erhalten wird. 1916 erhielt die Anstalt ein bedeutendes Legat aus der Prof. Kaufmann-Gompertzschen Familie mit der Bestimmung, aus dessen Erträgnis eine Lehrerbildungsanstalt für Mädchen ins Leben zu rufen. Leider wurde die Stiftung fast vollständig entwertet, so daß die Errichtung eines Lehrerinnenseminars erst im letzten Schuljahre in einer Provinzstadt erfolgen konnte. Lehrerinnensemmar der orth. isr. Gemeinde Miskolc. In dieser größten orthodoxen Gemeinde des nordöstlichen Ungarns waren schon seit Jahren Bestrebungen im Gange, ein größer angelegtes Schulwerk zu schaffen, um vor allem lokalen Bedürfnissen zu genügen, aber auch, um dem Abfall zu steuern, der sich bemerkbar machte, wenn die Jugend der östlichen Komitate unvorbereitet mit dem Geist der Hauptstadt in Berührung kam. Die Notwendigkeit religiöser Mädchenerziehung führte im Jahre 1919 zur Gründung einer vierklassigen Mädchenbürgerschule, der sich 1923 auch eine Knabenbürgerschule anschloß, mit durchschnittlich je 200 Zöglingen. Da der Aufbau der ersteren zu einer Mädchenmittelschule (Lyzeum) nicht gelang, entschloß sich 1929 der schulerhaltende Gemeinde Vorstand, der Mädchenschule eine Lehrerinnenbildungsanstalt anzuschließen. Er bezweckte damit, einerseits dem im Lande wahrnehmbaren Mangel an religiös fühlenden und entsprechend vorgebildeten Lehrerinnen für die Schule und für das Haus abzuhelfen, andererseits auch pädagogisch denkende Mütter und Frauen heranzuziehen. Der Unterricht wird nebst dem Direktor von 7, zum Teil auch an den anderen Schulen beschäftigten Lehrkräften besorgt, lauter Juden. Im ersten Jahre hatten sich 38 Mädchen zur Aufnahme gemeldet (im Jahre 1930/31 66), von denen nur 14 aus dem Schulorte stammten. Religionsunterricht wurde in 4, Hebräisch in 2 Wochenstunden erteilt, an den Sonnabendliehen religiösen Zusammenkünften wurden die Mädchen auch aktiv beteiligt. Die junge Anstalt, die ohne fremde Unterstützung der Gemeinde im Vorjahre ungefähr P. 18 000,— Kosten verursachte, benötigte noch eines modernen Internats, um der Schule eine schöne Zukunft zu sichern. Stiftungsgymnasium der Fester Isr. Kulfusgemeinde Budapest. Im Jahre 1886 hatte der anerkannteste ungarische Pädagog, der ,,praeceptor Hungariae“ Moritz v. Karman eine Bewegung eingeleitet, ,,daß auch die jüdische Konfession im Wettbewerb mit den übrigen durch Errichtung von Mittelschulen in den Dienst der nationalen Kultur trete“. Und im Laufe der 90er Jahre entstanden dann auch zu diesem Zwecke drei mächtige Legate, zu deren Verwaltung die Gemeinde ein eigenes Kuratorium schuf. Verschiedene Pläne tauchten auf: so die Ergänzung des obenerwähnten Gymnasialkurses des Rabbinerseminars nach unten oder die Lieblingsidee Karmans, ein collegium tri um linguarum, in dem das Hebräische mit dem Griechischen und Lateinischen gleichgestellt die Grundlage einer klassi-

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