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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 3 · p. Seite 198

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 3
Article
Die jüdische Siedelung in Samaria
Date
1931-01-01
Page
Seite 198 (sequence 8)
Language
German
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198 religiöse Moment nicht zu beachten, wo ihm das politische Moment, nämlich die Tat des Herodes, zu genügen schien. III. Schomron Sebaste war nun Besitz der Juden geworden. Was blieb den Samaritanern? Doch nur Sichern Neapolis (Nablus). Dieses war aber durch jenes, durch die starke Mauer von Sebaste und das umliegende jüdische Gebiet, gleichsam blockiert. Die Situation ist ungefähr die von Ex 143 סגר עליהם המדבר, wo in Targum Onkelos אחד עליהון מדברא gesetzt wird, also ein Wort, welches dem אחידה unseres Textes entspricht. Dennoch ist die Meinung nicht die, daß die Samaritaner in Schomron1 blockiert wurden, sondern die in Sichern und dem übrigen samaritanischen Gebiete. Die Blockierung ergab sich von selbst durch die Befestigung des jüdischen Gebietes. Das Suffix von והקיפוה in Text Version 1 bzw. von וישבוה in Text Version 2 bezieht sich jedenfalls auf die vorher genannte Stadt Schomron. Fraglich ist nur, was der Satz והיו קורין אותה ערי נברכתא bedeutet. Mit diesem Satze plagen sich Derenbourg, Graetz, Klein und Andere. Die Erklärung von נברכתא Narbata (Derenbourg), was nun wieder den hauptsächlichsten Gegenstand von Kleins Artikel bildet, weist Graetz bekanntlich ab. Aber Graetz* eigene Erklärung: עיר נברכתא ,,Wasserkanalstadt" ist noch weniger glücklich und wird von Klein mit Recht abgewiesen. Man hat auszugehen von der einzigen Bedeutung, die man für nhbr. נברבת kennt: Flachsweiche oder Walkergrube2. So schon in REJ a. O., jetzt auch von Klein S. 372 Anmerkung erw׳ogen. Aber die Benennung ist gewiß merkwürdig und erfordert eine Erklärung. Die Walkergrube ist für den Juden etwas Schmutziges und Verächtliches. Belege dafür in der rabbinischen Literatur gibt es viele; wir wollen nur auf Sifre Dt. § 258 S. 120b ed. Friedmann hinweisen, wo משרה של כובסים ,,Walkergrube'' — das Ding kommt auch unter diesem Namen vor3 — sehr entschieden als unreiner Ort bezeichnet wird. Siehe ferner in Talm. Arch. I, 571 f., und die Kommentare zu Apostelgesch. 943 (besonders auch bei Strack-Billerbeck, Komm, zum NT aus Talmud und Midrasch II, 695). Ich beziehe nun die Worte והיו קורין אותה unseres Textes auf das daselbst vorher genannte Wort מטלית ,,Enklave", das feminin ist: man nannte sie, die in der samaritanischen Enklave befindlichen Städte, ,,Walkergruben- (Sumpf-) Städte". Ein artiger Spott auf die in Sichern und Nachbarorten eingeschlossenen Samaritaner! Noch dazu בברכתא aramäisch, in ihrem Dialekt! In diesem Sinne kann möglicherweise auch die Ausdrucks weise von Text Version 2 erhalten bleiben: ומלאו כל עיר נרבונא (letzteres Wort ist entschieden korrumpiert, wie alle zugeben; lies נברכתא, lies ferner ערי wie in Version 1, ,,und sie (die Israeliten) füllten (bevölkerten ihrerseits) alle Städte der (samaritanischen) Walkergrube". 1 80 in REJ a. O., was ich jetzt widerrufe. 2 Siehe Talmud. Arch. I, 571 f. 3 Auch שטף מים Bärajta b. BK 119b gehört hierher. S. meinen Artikel ״Parallelen im Handwerke66 in Vierteljahresschrift für Bibelkunde etc. III (1907) S. 8.

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