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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 3 · p. Seite 197

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 3
Article
Die jüdische Siedelung in Samaria
Date
1931-01-01
Page
Seite 197 (sequence 7)
Language
German
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197 die im Texte nicht stehen und die wir nicht mitmachen können. Sein Hauptaugenmerk ist auf die Gleichung Närbatta Nabrachta gerichtet, wovon aber im Texte nichts steht. Wenn er schreibt: ״Die in der Fastenrolle gegebene Erklärung will den Grund für die durch Johannan Hyrkan1 erfolgte Eroberung Samarias in der feindseligen Haltung der samaritanischen Hauptstadt2 den jüdischen Bewohnern Narbattas gegenüber erblicken* * — so ist das eine Willkürliehe Annahme, denn unser Text besagt doch eine Feindseligkeit der Samaritaner gegenüber den Exulanten, und Klein gerät mit sich selbst in Widerspruch, da er doch vorher von dem Aufzuge der ersten Exilsgemeinde sprach, und das liegt doch weit zurück vor Hyrkan! Die zwei Zeitperioden; erster Aufzug aus dem Exil und Hyrkans Regierung — sind, so glaube ich, sicher nicht gemeint. Einen Anhaltspunkt zur Bestimmung der Zeit erblicke ich nur in dem Umstande, daß der Scholiast den Namen S e b a s t e verwendet. Auch Klein (S. 370) bemerkt: ״Freilich kann unser Text erst nach der durch Herodes erfolgten. Gründung von Sebaste (an Stelle von Schomron) redigiert worden sein**, nur fügt er hinzu: ,,Aber die in ihm erhaltene Tradition kann nichtsdestoweniger bedeutend älter sein**. Auch bemerkt er ganz richtig, daß Josephus in dem Berichte über die Eroberung Samarias durch Hyrkan (Ant. XIII, 10, 2) gleichfalls bemerkt, daß die Stadt jetzt Sebaste heiße3. Ich füge noch hinzu, daß auch in Num. Rabba 10, 3, wo (anonym) ״Schomron** in Arnos 6X kommentiert wird, der Ausdruck gleich ״modern** lautet, nämlich: ״Das sind die zehn Stämme, die in Sicherheit in S e b a s t e wohnen**; Matnot Kehunna, dem die Anwendung dieses Namens an dieser Stelle offenbar nicht gefällt, verzeichnet mit Vergnügen, daß ״oben** in Lev. R. 33 das Wort nicht stehe und auch nicht in Jalkut zu Arnos. Uns aber sind manchmal solche Anachronismen nicht ganz unerwünscht. Im Scholion zu Megillat Taanit c. 8 ist ״Sebaste** vielleicht gerade ein Fingerzeig, daß ein Ereignis gemeint ist, das sich gerade zu des Herodes' Zeit eingestellt hat, oder vielleicht ist es .d a s Ereignis, welches in der Folge dazu geführt hat, daß Herodes die seit Hyrkan in Ruinen liegende Stadt Schomron in seinen besondern Besitz nahm und dieselbe als ״Sebaste‘* neu erstehen ließ; daß auch der Bau einer festen Mauer dazu gehörte und daß im Schutze der Stadt sich noch einige oder gar ״viele** Dörfer oder gar ״Kleinstädte** als j üdisches Gebiet konstruieren konnten, versteht sich von selbst. Man wende nicht ein, daß Herodes mit seinem Sebaste mehr eine hellenische als eine jüdische Stadt begründet hatte, denn das ist in diesem Falle belanglos, denn auf alle Fälle war dadurch die Macht der Samaritaner gebrochen und der Durchzug der Festpilger nicht mehr gehindert. Auch das ist keine Einwendung, daß Josephus von diesen Vorgängen offenbar nichts weiß, denn er braucht das 1 Warum ״ Johannan“ mit zwei n? Entweder hehr. Johanan oder griech. Johannes. Anders der Frauenname חנה Anna, Johanna. . . ״ 2 ״Hauptstadt“ s. oben. Um diese Zeit war übrigens Schomron keine Hauptstadt mehr, höchstens ein Vorort in einem bestimmten Kreise. 3 Was noch weiter aus der Josephus-Stelle hierher zu gehören scheint, haben Graetz und Klein behandelt; s. bei ihnen.

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