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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 3 · p. Seite 196

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 3
Article
Die jüdische Siedelung in Samaria
Date
1931-01-01
Page
Seite 196 (sequence 6)
Language
German
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196 Zeiten mitgeteilt. Wie unwahrscheinlich! Das müßte doch für einen jüdischen Berichterstatter das Wesentliche an der Sache sein, und gerade das soll verschwiegen sein, und wir erst müssen kommen, um das zu erraten? Doch, das Schwerste kommt erst. Nach Klein wird da in Megillat Taanit ein Erfolg des samaritanischen Volkes mitgeteilt, hatten sie sich doch auf Kosten des jüdischen Volkes ausgebreitet und neues Land zu ihrem Besitze geschlagen. Und das soll der jüdische Berichterstatter mit großer Seelenruhe verzeichnen und hinnehmen? Dieses Ereignis soll, nach der ganzen Anlage und Tendenz der ,,Fastenrolle“, ein Grund sein, daß die Juden, die Geschädigten und Zurückgedrängten, den Tag feiern sollen? In all den Fällen, wo die ,,Fastenrolle“ einen Anschlag der Feinde oder deren böse Absichten berichtet, wird stereotyp berichtet, wie die Abwehr und der endliche Sieg der Juden war, und den Tag des Sieges habe man zum ,,Jom Tob“ gemacht; ist das auch hier der Fall? Der Fall, der unmittelbar vor dem unsrigen in der ,,Fastenrolle“ steht, endet mit den angedeuteten Worten; so nämlich ist immer das Verfahren des Scholiasten, der, man mag sich dazu stellen wie man will, am Ende doch besser beraten war als wir und das Ereignis, auf das der Text anspielt, richtig verzeichnet1; wie ist es nun, daß er es.hi er unterläßt, zu sagen, was der Grund der Feier ist? Aber Klein sagt uns: ,,In diesen dürftigen Mitteilungen, deren hohes Alter unverkennbar ist, wird ein Stück samaritanischer Geschichte aufgerollt“. Verwundert fragt man sich, ist es denn der Zweck der ,,Fastenrolle“, uns ein Stück samaritanischer Geschichte aufzurollen? , Doch genug der Fragen, die zu nichts führen. Auch der in Rede stehende Punkt bedeutet einen Sieg der Juden, und der Sieg wird eben berichtet in den Worten, die der Scholiast zum Texte der ,,Fastenrolle“ anfügt. Einmal, so sagt er, bei einem erstmaligen Versuch (בראשונה), konnten die wallfahrenden Juden2 den Durchzug durch samaritanisches Gebiet nicht erlangen — sie sahen sich den Weg wohl durch die Stadt Sichern, die eigentliche Hochburg der Samaritaner3, versperrt; sie nahmen sich nun, wohl mit bewaffneter Hand, die Stadt Schomron, gründeten sie von Neuem zur Stadt Sebaste um, fügten unter dem Schutze der festen Stadt noch einige ,,Kleinstädte“ hinzu und hatten es fortan nicht nötig, von der Gnade der Samaritaner abzuhängen. Das ist doch ein Erfolg der Juden und gehört darum unter die Gedenktage der ,,Fastenrolle“. Als Tag wird der 25. Marcheschwan angegeben; das ist nun allerdings nicht die Zeit, da die Festwallfahrten vor sich gingen; aber das Datum will auch nicht den Tag der Wallfahrt, sondern den des Sieges angeben, und daß der nicht am 25. Marcheschwän geschehen — wer wagte es zu behaupten? Als Zeitpunkt des Ereignisses will Klein etwa die Zeit vor Hyrkan (also vor 108) ermittelt haben. Das beruht bei ihm auf Erkenntnissen, 1 Mehrere solche Fälle habe ich behandelt in jenem Artikel in REJ. . 2 Man kann בני ישראל eines rabbinischen Textes ohne weiteres mit ,,Juden“ übersetzen; es auf frühere Juden zu deuten, liegt kein Grund vor. 3 Von Sichern s. noch weiter unten.

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