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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 3 · p. Seite 195

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 3
Article
Die jüdische Siedelung in Samaria
Date
1931-01-01
Page
Seite 195 (sequence 5)
Language
German
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195 Die Geschichte endete bekanntlich für die Juden •unheilvoll. Die Frage des Durchzuges samaritanischen Gebiets hatte auch für Jesus eine Wichtigkeit, aber während ihn Matth 19! durch Peräa reisen läßt, also mit Vermeidung des unfreundlichen Gebiets, läßt ihn Joh 44 mitten durch Samaria reisen (Luk 17!! durch Samaria und Galiläa weniger gut), und das beweist, daß schließlich und endlich ein Durchzug nicht unmöglich war. Was ist in dem von Megillat Taanit berichteten Falle geschehen? Klein, der mit der früher mitgeteilten Version nichts anzufangen weiß, stellt dazu den von Neubauer a. O. mitgeteilten Text einer Oxforder Handschrift, ,,der besondere Beachtung verdient“, übersetzt ihn, zieht daraus das historische Ergebnis und korrigiert auf das hin das zu erwartende Ergebnis aus der ersten Version. Ich halte dieses Vorgehen für verfehlt. Da es aber geschehen ist, muß ich mich auch mit diesem Texte beschäftigen: כשעלו בני ישראל מן הגולה לא רצו לישב במטלית של כותיים אלא באו לסיתממא1 וישבוה ועשו שם חומה בצורה ונסמכו להם עיירות הרבה ומלאו כל עיר נרבונא. Als die Kinder Israels aus dem Exil hinaufzogen, wollten sie nicht wohnen in der Enklave der Kutim, sondern sie kamen nach Sebaste, gründeten es, errichteten dort eine feste Mauer, und es wurden ihnen viele Kleinstädte angeschlossen, und sie füllten alle Städte2 von Narbona. Zwischen Text 1 und 2 gibt es nur wenig Unterschiede, die sich leicht ausgleichen lassen. Nach 2 sieht es allerdings so aus, als ob von der allgemeinen Rückkehr aus Babylonien gesprochen würde, aber die Worte vertragen schließlich auch den Sinn: ,,Als einmal Israeliten aus der Gola (Babylonien oder Galiläa) hinaufzogen (לעלות לרגל um das Fest zu feiern), wollten sie nicht in der Enklave der Kutim wohnen (weil sie deren Feindseligkeit fürchteten, was schließlich dasselbe ist wie in Text 1: man wollte sie nicht zulassen)3, also kamen sie nach Sebaste usw. und so füllten sie alle Städte von Nabrachta“ (ohne weiteres nach jenem Texte zu korrigieren). Klein gibt aber den Inhalt wie folgt wieder: ,,Zur Zeit des Aufzuges der ersten Exilsgemeinde wollten die (im samaritanischen Gebi et Wohnende n)4 nicht weiter im engen Gebiet der Kutim verbleiben; sie gingen nach Sebaste, das sie (neu) besiedelten und zur festen Stadt umgestalteten. Sie gingen dann auch auf Eroberungen aus; sie brachten ihrer Hauptstadt mehrere kleine Städte nahe, d. h. sie schlossen diese ihr an, und sie füllten die ganze Stadt גרבונא“. Daraufhin soll nach Klein auch Text 1 dasselbe aussagen, weil jedoch dort die Worte stehen: ולא הניחום ״und sie ließen sie nicht“, sieht sich Klein gezwungen, hinzuzufügen: aber sie ließen sie nicht (zudem Bau des Tem pe 1 s)5. Also wäre da ein Stück der Abweisung der Samaritaner in des Nehemias 1 Auch diese Korruptele ist, wie oben, in ,,Sebaste“ zu berichtigen. 2 Statt עיר lies, wie in Version 1, ערי; so auch Klein (371 Anm. 1). 3 Ich möchte sogar emendieren: לא רצו שישבר sie (die Kutim) wollten nicht, daß sie (die Israeliten) in der Enklave der Kutim wohnen sollen. 4 Von Klein unterstrichen. 5 Von Klein unterstrichen. 13*

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