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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 3 · p. Seite 184

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 3
Article
Reste neuplatonischer Spekulation in der Mystik der deutschen Chassidim und ihre Vermittlung durch Abraham bar Chija
Date
1931-01-01
Page
Seite 184 (sequence 13)
Language
German
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184 Welt1, was sich in verschiedener Weise verstehen läßt, je nach den Kreisen, in denen man die Entstehung dieses ganzen Schemas zu suchen geneigt sein wird. Es mag sich hier ursprünglich um einen andern Namen für die schon einmal genannte Welt des Pieroma, des Lichtes, handeln, die sich so in zwei Stadien auseinandergelegt hätte, es mag sich, wenn man die Uebersetzung von griechischem ,,göttlich“ durch ,,pneumatisch“ bei arabischen Mystikern und Neu•״ platonikem beranziehen darf2, um eine pseudognostische Konstruktion einer ,,Welt des Pneuma“ handeln (wozu die Lokalisation des göttliehen Pneuma לוד) הקהש hier nicht übel passen würde), wenn nicht diese Annahme einer Bewahrung des Wortes ,;göttlich“ in dieser Bedeutung zu kühn scheint3, ja es mag sich auch, wie Guttmann für wahrscheinlich hält, um eine noch über dem Nous liegende Stufe handeln, wie die Urmaterie des Pseudo-Empedokles, die, wie Guttmann bemerkt, als dem ״göttlichen Genus“ zugehörig charakterisiert wird, was in den Fragmenten der hebräischen Uebersetzung mit המין הלכני wiedergegeben wird4 *. Ja, es findet sich dort direkt auch das Substantiv לבנות für ״Gottheit“6 und es ist leicht verständlich, daß unser לבלבכות durch eine absichtliche Reduplikation, die die Bedeutung der ״Erhabenheit“ nun mit anklingen ließ, hieraus gebildet wurde. Und der späte Uebersetzer des Pseudo-Empedokles braucht ja durchaus nicht der erste gewesen zu sein, der diesen Arabismus gebrauchte. Falls aber die andere Lesart עולם הלבלנות die richtigere sein sollte, was ich freilich nicht glaube, so würde sie uns, wie dies auch schon Guttmann gesehen hat, auf die Welt des Willens und Logos führen, was übrigens ebenfalls, in der letzteren Nuance, zu A.b. Ch.s Ausdeutung paßt, die beiden Lesarten entgegenkommt, so daß sich aus ihr keine Entscheidung gewinnen läßt. Abraham bar Cfaijas Deutung dieser beiden Welten als die des Throns und des heiligen Geistes sowie seine andern Ausführungen dazu sind sehr interessant. Dem Pieroma, der wunderbaren Lichtwelt Gottes, entspricht schon in der alten jüdischen Gnosis der Thron, und diese Thronmystik ist dann auch in notdürftig rationalisierter Form von der philosophischen Spekulation rezipiert worden, und Juda b. Bärsilaj gibt in seinem Jezirakommentar S. 178 ganz wie 1 Der Terminus עולם הרברבבות dürfte evtl, eine genaue Nachbildung des arabischen ‘alam ar-rubbübijja, d. h. Welt der Gottheit, sein. Die Reduplikation im Hebräischen, die bei der Herleitung aus dem verwandten Wort rabbani schwer zu erklären schien, wird hier nun verständlich. Der Ausdruck ist in der arabischen theologischen Sprache sehr gewöhnlich (so wird z. B. die ״Theologie des Aristoteles“ in der Ueberschrift als Abhandlung über die rubbübijja erklärt). Damit findet also das im Text zur Erklärung dieser Termini als Arabismen Gesagte eine verstärkte Stütze. Im Hebräischen wird sonst der Terminus mit עולם האלהות übersetzt. Abraham ben Salomo Adrutiel in Fez führt in seinem Sammelwerk alter Kabbala ם׳ אבני זכתן aus alten Quellen eine Weltenhierarchie an, in der über der ״Welt des Nus“ eben diese Welt der Gottheit עולם האלהות ganz wie bei Abraham bar Chija figuriert (die Stelle ist nach Ms. Adler 1463 in Kirjath Sefer VII S. 461 mitgeteilt). 2 Z. B. in der sogenannten Theologie des Aristoteles. 3 In der Tat hat sie sich scheinbar in dem von mir herausgegebenen Buch von der Palme des Abu Aflach aus Syrakus sogar noch in der hebräischen Uebersetzung erhalten, vergl. S. 13 der deutschen Uebersetzung. 4 Kaufmann, Studien über Salomo ibn Gabirol S. 25. 3 כי רישומי הרבבות ישוטו שם, loc. cit.

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