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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 3 · p. Seite 183

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 3
Article
Reste neuplatonischer Spekulation in der Mystik der deutschen Chassidim und ihre Vermittlung durch Abraham bar Chija
Date
1931-01-01
Page
Seite 183 (sequence 12)
Language
German
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183 werde Licht' ‘ der Schrift, die ja in der Tat ausgezeichnet paßt (und vielleicht die ganze Placierung und weitere Umdeutung des Schemas an dieser Stelle seines Buches bestimmt hat), beweist, daß er den Sinn des Begriffes sehr wohl verstand. Die Namen der anderen Welten lassen sich ja nur eben künstlich in Beziehung zu den ihnen zugedachten Versen setzen und hätten von sich aus gewiß keinen Grund zu ihrer Harmonisierung mit der Geschichte der Urliöht- Schöpfung gegeben. So wird dieser Grund eben im Namen der ersten Welt liegen, und das weitere ist bis zu einem hohen Grade homiletische Konsequenzmacherei. Auch der Name der zweiten Welt, der im Hebräischen höchst sonderbar ist, dürfte auf einen Arabismus der scheinbar mystisch!dingende Worte bevorzugenden ersten hebräischen Vorquelle zurückgehen. Abr. Epsteins Erklärung des Terminus עולם הרברמות als ,,Welt der Engel" aus der im Targum des Pseudo-Jonathan zu Gen 3r. gegebenen Uebersetzung des אלהים durch מלאכין רברבין scheitert daran, daß die Schilderung dieser Welt im Ps.-Saadja und Ps.-Josef ben Usiel sich beim Vergleich mit Abr. b. Chija als nicht mehr ursprünglich erweist, sondern z. T. aus der dritten Welt A.s heraufgenommen ist. Abr. b. Ch. weiß noch nichts vom Standort von Engeln, in dieser Welt, die ihm vielmehr eine Welt der göttlichen Stimme ist, was aber zweifellos nicht der ursprünglichen Bedeutung des Terminus entspricht, sondern von dem Einfluß des echten Saadjanischen Jezirakommentars (oder des auf Saadja ruhenden seines Zeitgenossen Juda b. Barsilaj) herzurühren scheint1. Wir haben nun sowohl in den Hss. des מגלת המגלה als bei den deutschen Chassidim zwei Lesarten: עולם הרברבנות oder עולם הדברנות. Entweder sind also schon zu den deutschen Chassidim mehrere Hss., die schon damals die verschiedenen Lesarten hatten, gelangt, was mir sehr unwahrscheinlich scheint oder der Prozeß des Textverfalls war eben in beiden Ueberlieferungsketten, als die Abschreiber das Wort nicht mehr verstanden, der gleiche. Daß aus דברנות aber in zwei ganz verschiedenen Ueberlieferungsreihen רב־רבנוח werden sollte, möchte ich für weniger wahrscheinlich halten als die umgekehrte Entwicklung. Daß Abschreiber aus רברבבות unabhängig voneinander דברנות gemacht haben, ist genau so gut begreiflich, wie der Verfall von נורני über גורני zu נודע als Name der ersten Welt, der völlig unabhängig voneinander in einer Handschriftenkette des מגלת המגלה und im Pseudo-Saadja eingetreten ist (bei dem ursprünglich das נו statt ט sich noch irgendwo erhalten haben muß), der die Lesart עולם הנודע, wie oben schon bemerkt wurde, in dem einen eigenartig verfallenen und doch z. T. auch sehr konservativen Text bietenden Codex des British Museum (Margoliouth 754) neben dem noch wüsteren עולם הכוכב bietet. Dieser Terminus עולם הרבדבנות scheint mir aber nichts als eine mystifizierende Adaptation des arabischen רבני ,,göttlich" zu sein2; und die zweite dieser Welten hieß einfach göttliche 1 Siehe weiter unten. 2 Diese Erklärung hat, wie ich während der Korrektur zufällig finde, in der Tat auch schon Steinschneider in einer seiner ״Miscellen“ gegeben (Monatsschrift 37 S. 231), gelegentlich einer kurzen Erwähnung der Stelle des Pseudo-Saadja.

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