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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 3 · p. Seite 178

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 3
Article
Reste neuplatonischer Spekulation in der Mystik der deutschen Chassidim und ihre Vermittlung durch Abraham bar Chija
Date
1931-01-01
Page
Seite 178 (sequence 7)
Language
German
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178 eines Bezirkes im siebenten Rakia 'Araboth neu ist, und wohl aus den besonderen Bedürfnissen der hier vertretenen Lehre stammt, die die Engelwelt über die der Prophetie setzte und durch diese ganze Hierarchie zu starker Abweichung von der talmudischen Reihe der 7 Himmel gezwungen war. Da aber gerade diese beiden Stellen der Himmelsreihe des Talmud sich berühren, sind doch in beiden Engelscharen lokalisiert, so konnte dieser Uebergang sehr leicht geschehen; befinden sich doch die in der fünften Frage aufgezählten Engelklassen nach Chagiga 12b tatsächlich in ‘Araboth, gleich unter dem ״Thron der Herrlichkeit4‘. Sind diese beiden Welten also nicht zu weit von der alten Hechaloth-Gnosis entfernt, so läßt uns die Folge der Fragen bei Josef ben Usiel für die andern drei Welten, die bei Ps.-Saadja so heillos verworren scheinen, schon die Lösung des Rätsels in der ontologischen Hierarchie des Neuplatonismus vermuten, so undeutlich sie auch hier nur durchschimmert. In Ps.-Saadjas Tradition ist einfach, wie die 6. Frage der Baraitha beweist, ein ganzes Stück ausgefallen, das den Sinn des עולם המדע, der, wie wir weiterhin zeigen werden, exakt als ,,Welt des vooc“1 zu verstehen ist, zu erklären hatte, und diese Lücke wurde dann eben (vielleicht sogar erst in späteren Handschriften?) durch die völlig sinnlose Reduplikation des über die Welt der Seele gesagten ausgefüllt. Freilich ist die Frage in der Baraitha auch kein vollständiges Zeugnis für das, was man sich hier ursprünglich unter עולם המדע vorstellte, aber die Berufung auf die prophetische Erleuchtung, die hierher stammen soll, läßt an den Nus denken, der mit dem heiligen Geist identifiziert worden ist, und in einem strengeren philosophischen Ueberlegungen so offenbar abgewandten Kreis wie dem der deutschen Chassidim konnte aus der Frage nach der Natur des Intellekts leicht die theologisch konkretere und bedeutungsvollere nach der Natur der Seele werden, und zwar, da die Weltseele hier nicht interessierte, eben nach der der menschlichen Seele und ihrer Erleuchtung. Wir werden diesen Uebergang weiter unten noch drastischer belegen können. So ist zuletzt nur noch der so neuplatonisch klingende Terminus ע1לם המדע übrig geblieben, ohne einen seinem philosophischen Sinn entsprechenden Inhalt. War aber einmal der yoDc der Philosophen mit der menschlichen Seele vertauscht, so ist die Gestalt, unter der hier nun die weiteren Stufen dieser Hierarchie, die Seele und die Natur, auftreten, nicht mehr so unverstündlich. Die ״Welt der Seele“ des Ps.-Saadja, die wir entsprechend der 7. Frage der Baraitha an die Stelle der vierten Welt setzen müssen, enthält noch zwei verschiedene Motive in sich. Die נשמה, die oberste Seelenschicht, die aus noch höheren Seinsgraden stammt, paßt noch leidlich zum neuplatonischen Schema, und es macht den Eindruck, als ob dies aus guter Tradition stehen geblieben wäre, wenn nicht etwa eine Vertauschung eingetreten ist, und dieser Satz sich auch auf die עולם המדע beziehen sollte, der bei jener Welt vorgebrachte aber gerade auf die Welt der Seele. Zugleich wird die animalische 1 מדע an Stelle des sonst gebrauchten שלל als Uebersetznng von vouq findet sich auch sonst. Klatzkin zitiert in seinem Thesaurus Philosophicus der hebr. philos. Terminologie II 153 aus Josef ibn Aqnins המוסר 'D als Ueber- Setzung von in teile ctus agens: המדע המועל.

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