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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 3 · p. Seite 169

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 3
Article
Neue jiddische Literatur [Rezension]
Date
1931-01-01
Page
Seite 169 (sequence 9)
Language
German
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169 rialien (יידן און וו. ם. ם.ר" סטאטיסטישע מאטניריאלן, Minsk 1930,152 s. in 8°) gegeben. Die Daten sind hier in verschiedene Tabellen geordnet. Außerdem sind noch einige Ziffern späteren Datums zugefügt. Dieselbe Kommission hat eine Sammlung von Materialien über die Lage der Juden in den kleinen Städtchen begonnen. Zu diesem Zweck hat man eine Reihe von Fragebogen versandt und eine Anweisung, wie das Material zu sammeln sei, (♦ה♦ אלעקסאנדראזז פארשט אייעד שטעטלי!, Minsk 1928) veröffentlicht. Die jüdische Sektion der weiß russischen Staatsuniversität zu Minsk1 hat den ersten Band ihrer Schriften herausgegeben2 (שריפטן פון ווייסרוסישן מלוכד. אוניוועחיטעט, יידישע ספקציע פון פעדאנאגישן פאקולטעט Bd. I, Minsk 1929). J. S 0 s i s gibt in seiner Arbeit über die Entwicklung der jüdischen Geschichtsschreibung der theologischen Auffassung der Forscher die Schuld, daß die vergleichende und kritische Methode bei der Erforschung der jüdischen Geschichte der biblischen und nachbiblischen Epoche so wenig angewandt wird. Die christlichen Theologen sehen in der Geschichte Israels und Judas nur die Vorgeschichte des Christentums und legen daher wenig Wert auf die soziale Lage der Juden. In den Arbeiten zur jüdischen Geschichte der späteren Zeit schadet die apologetische Tendenz; auch werden die jüdischen Quellen wenig ausgenutzt. In der russisch-jüdischen Geschichtsschreibung wieder trat das Bedürfnis, sich gegen den Antisemitismus zu verteidigen, stark hervor. Die neuen jetzt in Rußland für die jüdische Wissenschaft gebotenen Arbeitsmöglichkeiten gäben dem jüdischen Historiker die Möglichkeit, die sozial-ökonomische jüdische Geschichte im Zusammenhang mit der der Wirts Völker zu bearbeiten. N. Nikolski vertritt in seiner Arbeit über die Spuren wirtschaftlicher Formen in den biblischen Legenden die Ansicht, daß die Beduinentheorie der Wellhausenschen Schule nicht belegt ist. Für methodisch unrichtig hält er es, arabische Lebensart als Grundlage für die Betrachtung der jüdischen Kulturgeschichte zunehmen, wobei die Bibel nur als Hilfsmaterial herangezogen wird. Viel mehr bildet umgekehrt die Bibel die Grundlage und das verschiedene ethnologische und archäologische Material kann nur zur Kontrolle dienen. In der Bibel selbst werden einige Wirtschaftsformen gekennzeichnet (1. kleiner Viehzuchtbetrieb, 2. Viehzucht mit agressivem Charakter, 3. Mischform von Viehzucht und Ackerbau, 4. dasselbe, zusammen mit Jagd), die sich aber nicht chronologisch ablösen, sondern infolge der verschiedenartigen geographischen Lage nebeneinander existieren konnten. Eine solche Möglichkeit wird aus der Völkerkunde der Semiten und anderer Völker bewiesen. 1 Die pädagogische Fakultät der Universität besitzt eine jüd. Abteilung, in der die Lehrer der jüd. Schulen ausgebildet werden. Im Jahre 1929 waren dort 200 Studierende, 3 Professoren, 8 Dozenten und 7 Assistenten. Außer den allgemeinverbindlichen Fächern, die die Studenten in der Landessprache zu hören haben, werden hier in jiddischer Sprache folgende Gegenstände vorgetragen: Jiddisch, Hebräisch, Deutsch, Jüdische Geschichte und Literaturgeschichte. 2 Deutsche Ueberschrift: ,,Annalen der Weißrussischen Universität“.

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