Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Jüdische Studenten und Doktoranden der Universität Duisburg im 18. Jahrhundert
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 5)
- Language
- German
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122 7. Dezember 1725 immatrikuliert, aber nicht als Jude bezeichnet wird1. Anscheinend ist er der Sohn des Hofjuden des Kurfürsten Joseph Clemens in Bonn Joseph Cassell, der am Ende des 17. Jahrhunderts 1m Fouragehandel eine Rolle spielt2. Des weiteren ist Erna n u e 1 Israel aus Neuwied zu nennen, der am 6. Dezember 1729 auf Grund eines ausgezeichneten Zeugnisses des Rektors des Neuwieder Gymnasiums immatrikuliert und als Jude bezeichnet wird3. Der nächste dürfte ,, J udä Coppillia Pictor Bingen s i s“ sein, der am 26. August 1732 immatrikuliert wird, nachdem er vorher in Heidelberg studiert hat4. Wenn nicht alles täuscht, ist er ein Mitglied der bekannten rheinischen Familie und ein Sohn des Copilius Pictoi d. i. des Dr. med. Jakob Mehler oder Mahler aus Bingen, der 1695 in Padua promovierte und dessen reich verziertes Doktordiplom noch erhalten ist5. Nachdem Juda Coppillia Pictor bereits 1735 das Doktor-Examen mit der Arbeit über die Wassersucht der Brust beendet hatte, wurde er i. J. 1741 in seiner. Abwesenheit von dem Mediziner I. A. Timmermann, der neben Leidenfrost und Günther wohl die größte Bedeutung für die Duisburger Hochschule gehabt hat6, vor dem Senat promoviert. Am 23. April 1733 wurde Baer J acob Gompertzaus Kleve immatrikuliert, nachdem er anscheinend die Lateinschule in Kleve besucht hatte7. Von Duisburg war er im September 1734 nach Leyden gegangen und batte an der dortigen Universität am 20. August 1737 die Doktorwürde der Medizin errungen8. ,,Seine Dissertation, die in gewandtem Latein die Anlagen zur Langlebigkeit nach den Anzeichen der besten Gesundheit feststellt, zeigt neben bemerkenswerter Vertrautheit mit der medizinischen, besonders der anatomischen Fachliteratur Belesenheit im klassischen Schrifttum“9. Nach kurzer Praxis in Kleve hat er sich schließlich nach Polen begeben, wo er dem väterlichen Glauben untreu geworden ist10. Im selben Jahr, am 20. September 1733, ist Mo s e s Ab r ah am Wolff aus Neuwied, nachdem er in Koblenz bei den Jesuiten und auf dem Duisburger Gymnasium die klassischen Sprachen ge- 1 Simon Joseph Gasseil Bonnensis medicinae Studiosus (Matrikel S. 291). > Siehe G. Hofmann 1. c. S. 60 f. 3 Emanuel Ißrael, Neoweda־Vedanus, Judaeus, accessit ex classibus Neowedanis, ornatus elegantissimo testimonio viri humanissimi J. A. Baurmeisteri scholae Neowedanae tarn temporis, nunc vero Duisburgensis rectoris; arti salutari operam daturus (Matrikel S. 296). 4 Juda Coppillia Pictor Bingensis ex Heidelbergensi Academia ad nos accessit, artis salutaris Studium continuaturus (Matrikel S. 325); Juda Coppillia Pictor Bingensis, med. cand., tentatus d. 19. Jul. 1734 et ad examina admissus. Examinatus d. 20. 21. Jul. ej(us) anni et ad disputationem admissus pro gradu disputavit de hydrope pectoris d. . . . Febr. 1735, Promotus d. 13. Febr. 1741 coram senatu absens ä me J. A. Timmermann. 5 Siebe jetzt: The Diploma Of A Jewish Graduate Of Medicine Of The University Of Padua In 1695 By Harry Friedenwald M. D. Baltimore (Annals Of Medical History, New Series Vol. 1, No. 6, Pages 634 ff., New York). 6 Siehe W. Ring 1. c. S. 175 f. 7 Baer Jacobus Gompertz Glivensis ex classibus Clivensibus ad publicas lectiones promotus accessit, studio medico operam daturus (Matrikel S. 329). Ueberdie Lateinschule in Kleves. R. Schölten, Die Stadt Kleve (1879) S. 209 ff. 8 •Siehe Kaufmann ־Freudenthal 1. c. S. 59 ff. 9 Ib. S. 60. 10 Ib. S. 62.