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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 2 · p. Seite 121

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 2
Article
Jüdische Studenten und Doktoranden der Universität Duisburg im 18. Jahrhundert
Date
1931-01-01
Page
Seite 121 (sequence 4)
Language
German
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121 ehrliche Anerkennung Anspruch habe1. Trotzdem wir aus den Arbeiten David Kaufmanns den Namen des einen oder des andern jüdischen Mediziners, der in Duisburg studiert hat, kennen2, scheint es keine uninteressante Aufgabe zu sein, durch Veröffentlichung der Namen sämtlicher jüdischer Studenten und Doktoranden der Universität Duisburg — die Matrikel und das Album der Medizin-Kandidaten der Universität sind bisher noch unveröffentlicht3 — zu zeigen, wie das Streben nach Aufklärung auch unter den deutschen Juden des Westens immer mehr wächst. Allerdings ergibt sich dabei eine gewisse Schwierigkeit. Da nämlich bei einem Teil der jüdischen Studenten oder Kandidaten entweder in der Matrikel oder in dem genannten Album die Bezeichnung ,,Jude“ fehlt, ist es nicht ausgemacht, ob nicht auch andere als die weiterhin Aufgeführten als jüdische Studenten angesehen werden können4. Als solcher wird Oscher Lazarus aus Bingen, der am 14. Juni 1708 immatrikuliert wird, bezeichnet5; er ist vermutlich mit dem 1711 in Bingen verstorbenen Ascher b. Lipman identisch6. Als nächster findet sich Abraham Philipp Levy, den ich bereits näher geschildert habe7, unter dem 20. Juni 1720 eingetragen8. Er wird in der Matrikel nicht als Jude, sondern als Trierer bezeichnet. Nachdem die Streitfrage, ob Juden promoviert werden dürften, 1726 in bejahendem Sinne entschieden worden war, ist er der erste Jude, der den medizinischen Doktorgrad i. J. 1727 an der Universität Duisburg errungen hat. Dann ist wohl zu nennen Simon Joseph Cassell aus Bonn, der am 1 Siehe W. Ring, S. 7 1, vgl. Averäunk-Ring, Gesch. d. Stadt Duisburg (1907) S. 114. 2 ,,Aus Heinrich Heine’s Ahnensaal“ (1896) S. 162 ff., 175 f.; Kaufmann• Freudenthal, ,,Die Familie Gomperz“ (1907) S. 286 f. 3 Universitätsbibliothek Bonn: Album Studiosorum Universitatis Duisburgensis (Duisburg 172), beginnt 1652 (cit. Matrikel); Album Gandidatorum Medicinae inceptum 1655, renovatum 1746 (cit. Album);s. ferner Programmata Doctorum Medicinae Academiae Duisburgensis 217. 4 So ist mir zweifelhaft, ob Jacobus Gottschalk Duisburgensis a. 1664 die 25. Sept. (Matrikel S. 71), Adolphus Isaaci Emrica Meursensis 14. Mai 1669 (ib. S. 94), der 1678 an der Universität promovierte (Album n. 22), Michael Hertzen Duisburgensis, annis vigintis ex scloia Duisburgensi 29. März 1680 (Matrikel S. 128), Samuel a Berg Duisburgo Clivensis a. 1693 die 17 sept. (ib. S. 173), der 1696 an der Universität promovierte (Album n. 56), u. a. vielleicht, als Juden angesehen werden können. 5 Oscher Lazarus a Binga, Judaeus medicinae studiosus (Matrikel S. 232). 6 Ygl. Grünfeld, Zur Geschichte der Juden in Bingen a. Rh. (1905) S. 8. 7 Rheinische Judendoktoren S. 196—200. Nachzutragen wäre, daß der Vater Dr. med. Philippe Levy im J. 1713 40 Taler Judensteuer zahlt (״Der Israelit“ 22. Jahrg. 1881 S. 1124) und im J. 1717 als Judenvorgänger die Jüd. Zeremonialverordnung des Erzstiftstum Trier (Staatsarchiv Koblenz Abt. 1 G n. 8168 f. 39) mitunterzeichnet. 8 Abrahamus Philippus Levy Trevirensis, medicinae studiosus (Matrikel S. 288). Abraham Philippe Levy Trevirensis, medicinae candidatus d. 3 Octobris 1726 tentatus, ad examina admissus consueta, eadem subiit d. 14. et 15. Octobris, post examina licentiam obtinuit disputandi, solvit pro bibliotheca 2 imperiales; pro gradu doctoris disputavit die 14. Novembris eiusdem anni de febre purpurea, ac approbatus lectionem cursoriam habuit de ortu luis venere ac promotus absens in senatu, postquam juramentum Treviris prestitisset, erat Judaeus, die 24 Maii 1727 a me Joh. Arnoldo Timmermann (Album n. 118).

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