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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 2 · p. Seite 114

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 2
Article
Eine hebräisch-italienische Komödie des XVI. Jahrhunderts
Date
1931-01-01
Page
Seite 114 (sequence 18)
Language
German
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114 Er spricht daselbst durch den Mund der Weisheit (einer allegorischen Figur): ...Ich sah, wie die Weisen der Andersgläubigen von verschiedenen Sprachen und Völkern: Madaj (Medien), Javan (Griechenland), Kittim (Zyprier) und Dodanim1, damit prahlten, daß sie die richtige Art und Weise für die Ergötzungen der Menschenkinder gefunden hätten. Zu diesem Zwecke verfassen sie Werke, die vor Fürsten und angesehenen Leuten vorgetragen werden. In ihnen sind Vergnügen und Nutzen auf vollkommene Weise vereint; denn sie machen mit gefälligen Worten die leichtfertigen und mit allen bösen Makeln behafteten Leute verächtlich, diesen gegenüber aber preisen sie. und verherrlichen die gut und recht Handelnden. Solcherart steigern sie das Ansehen der wirklich Guten und Gerechten und machen zu Schanden die auf krummen Wegen Wankenden. Nun rechnen sie (die Dramendichter) es den Juden als Mangel und Minder- Wertigkeit an, daß in ihren Literaturwerken diese Ergötzung verbunden mit dem Nutzen fehlt. Daher habe ich mir heute vorgenommen, allen Völkern der Erde zu zeigen, daß die hebräische Sprache keiner Sprache der Andersgläubigen nachsteht, wenn es sich um das Hervorbringen eines Kunstwerkes handelt; ja, ihre Herrlichkeit ist über alle Maßen groß, sie übertrifft an Erhabenheit und Kraft alles, womit diese Völker prahlen. Wenn man bisher eine hebräische Komödie nach dieser (d. h. der oben geschilderten) Art, die das Herz erfreut, noch nicht gesehen hat, so darf dies ihr nicht als Minderwertigkeit ausgelegt, werden; denn in ihren Anfängen hat sich diese heilige Sprache nur großartige und erhabene Vorwürfe gewählt, sie hat es verachtet, nach Ergötzungen der Menschenkinder sowie nach erotischen Geschichten zu streben. Was die anderen Sprachen zur Krone für ihr Haupt machten, machte die Heilige Sprache zum Absätze für ihre Sandale. Aus dem, was ihr jetzt sehen werdet, wird sich der Beweis dafür ergeben, daß — wenngleich es in dieser Sprache neu ist — sie auch in unterhaltenden Geschichten, die das Menschenherz erfreuen, alle anderen Sprachen übertrifft. Wendet euch nicht ab, ihr lieben angenehmen Zuhörer, wenn die arglistigen Spötter reden, es sei ein zweckloses Unterfangen, die Heilige Sprache für nichtige Dinge zu verwenden; denn ihre Widerlegung ist neben ihnen (vgl. Sanh. 38b). Würden sie die Geschichte betrachten, die ich ihnen vorgelegt habe, dann müßten sie erkennen und wissen, daß ihre Grundlage in den Bergen der Weisheit und Nützlichkeit liege, daß sie dem Sagenschatze der Weisen entnommen sei“ usw. ־ . ־ ז־; ■ : Das hebräische OriginaLlautet: &2 1 .בראותי,כי חכמי הגוים ללשוניהסבארצותם מדי רון בתים ודודנים התפארו. על אשר מצאו דרך יעיר לפניהם בתענוגות ׳בני לאדם . לחבר'מילין אשר יסופרו לפני שרים ונכבדי. ארץ ושם יחדו יהיו תמים, התענוג והתועלת.כי ■בשפתי. חלקות יזלזלו באישים .הפוחזים כל מום רע, ’וכנגדם יפארו ויעריצו העושים הישר והטוב ובזה יגדילו כבוד הטובים והישרים בלבותם וישימו חרפה■ בגוים המטים עקלקלות׳ והמה חשבו לחסרון ופחחות ■ . ' .• . ־.;.■■•——#w 11 1 Gemeint sind natürlich nicht diese Völker, sondern die N i c h t j u d e x . ״.■••׳ v j?.; . ־.־.•• überhaupt. . O

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