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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 2 · p. Seite 109

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 2
Article
Eine hebräisch-italienische Komödie des XVI. Jahrhunderts
Date
1931-01-01
Page
Seite 109 (sequence 13)
Language
German
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IRI
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109 ״Pastorale“ zu nennen, erwähnt aber ein hebräisches Theaterstück mit keinem Wort1, Es bleibt somit nur noch zu •prüfen, ob die Komödie Leone de' Sommi beigelegt werden kann; wie ich an dieser Stelle besonders betonen möchte, hat Herr Professor U. Cassuto Sommis Autorschaft als erster vermutet und mich zu weiteren Studien angeregt. Tatsächlich erfüllt Leone de' Sommi alle Bedingungen, die bei' dem Verfasser der Komödie erforderlich wären. Selbst wenn׳ man nur das bisher vorhandene Material über sein Leben und Schaffen berücksichtigt und dazu die spärlichen gedruckten Proben aus seinen Werken vergleicht2, gewinnt man den Eindruck, daß er eine ungewöhnlich leichte Feder geführt haben muß und in gleicher Weise das Hebräische und das Italienische meisterte. Bezeichnenderweise ist sein einziges bisher bekanntes hebräisches Werk ein galantes Gedicht zum Ruhme des schönen Geschlechtes3. Für die Zwecke der vorliegenden Untersuchung ist vor allem Sommis dramatisches Talent von Bedeutung. Dieses äußerte sich sowohl auf literarischem Gebiete, als auch in seiner praktischen Tätigkeit fürs Theater: neben zahlreichen Bühnen werken verfaßte er eine noch heute lesenswerte Schrift über die Theaterkunst (Trattato sull'arte rappresentativa) und wirkte daneben als Leiter einer ständigen jüdischen Schauspielertruppe am Hofe der Gonzagas in Mantua. Weder die Zeitansetzung um 1550 oder später, noch der besondere Charakter des hebräischen Lustspieles widersprechen der Annahme von Sommis Autorschaft, vielmehr offenbart sich in dem Stück ein derart sicherer Sinn für theatralische Wirkungen, wie er gerade bei einem eminenten Bühnenpraktiker zu erwarten ist. Hält man nun Sommi für den mutmaßlichen Verfasser und betrachtet unter diesem Gesichtspunkte den Komodientext von neuem, so fallen manche Dinge auf, die zwar an sich keinerlei Beweiskraft besitzen, doch zur Erhärtung der vorgetragenen Hypothese beitragen können. Zunächst die bereits erwähnte, einem Bibelvers (Deut 337). entnommene Ueberschrift des Einleitungsgedichtes: וזאת ליהודה ויאמר. Genau so lautet nämlich die Ueberschrift des ,,Magen nasim“, der hebräischen Frauendichtung von Leone de' Sommi. Eine solche Aeußerlichkeit verdiente hier angeführt zu werden, wenngleich auch andere Autoren namens Jehuda dieselben Worte zu Ueberschriften ihrer Werke benutzt haben. Sicherlich wichtiger ist die Nennung eines gewissen מכמה״ר משולם סולם יצ״ו vor der kurzen Approbation in Reimprosa samt anschließendem 1 חיי יהודה s. 42 ff. 2 Siehe D. Kaufmann, Ges. Schriften III, S. 303—318; Literaturangaben in der Jew. Enc. Zum Familiennamen Sommo (Sommi) vgl. Berliner, Hebr. Grabschriften in Italien I (1881) S. 14. Eine Monographie über Leones Leben und Werke von Frl. Dr. Lydia Pegna (geschr. 1926) ist noch nicht veröffentlicht, s. weiter unten S. 110. 3 Veröffentlicht von A. Neubauer in der ,,Israelitischen Letterbode“ X, S. 113 ff. (vgl. daselbst XII, 73 ff.). Für Leones Verhältnis zur hebr. Sprache ist von Interesse eine Mitteilung Peyrons; danach hätte er seine italienischen Werke mit hebräischen Randbemerkungen im Manuskript versehen. Nach Kaufmann (a. a. O. S. 304) soll er sogar Thoraschreiber gewesen sein.

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