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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 2 · p. Seite 107

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 2
Article
Eine hebräisch-italienische Komödie des XVI. Jahrhunderts
Date
1931-01-01
Page
Seite 107 (sequence 11)
Language
German
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IRI
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1:07 entsprechen zwar den typischen Figuren des italienischen Theaters, durch die Hebraisierung erhalten sie jedoch etwas Irreales, Zeitloses; man weiß nicht recht, zu welcher Zeit in Palästina solche Leute gelebt haben können, um was für ,, Regie rang“ es sich in der Komödie handelt, wenn der Verfasser eine solche nennt (טפסר״ »המלך שלטון״«); Dieser Punkt bietet zweifellos׳ eine Schwäche des Stückes, das ja sonst an Deutlichkeit in der Handlung nichts zu wünschen übrig läßt. Außer der Erbschaftsgeschichte macht der Verfasser noch von zwei jüdischen Motiven Gebrauch: 1. Hemdan wird von ‘Efron überrumpelt, weil er nicht weiß, daß nach jüdischem Gesetz die Verlobung mit ,,einer“ von zwei Töchtern — ohne nähere Angabe — nicht statthaft ist. 2. Berurja wird ohne Wissen durch, Anlegen eines .Halsgeschmeides in Gegenwart von Zeugen zur Verlobten ^Asa'els erldärt. Die benutzten jüdischen Motive sind von vresentlicher Bedeutung für die Handlung, und schon darum allein ist an eine Uebersetzung der Komödie aus dem Italienischen nicht zu denken. Dagegen ist die Möglichkeit einer teilweisen Benutzung italienischer Vorlagen nicht von der Hand zu ״weisen. Ob größere Teile der Handlung italienischen Originalwerken entnommen sind oder nur die typisierten Figuren aus ihnen stammen, vermag ich jetzt nicht zu entscheiden. Das Verhältnis des hebräischen Lustspieles zur italienischen Komödie der Renaissance1 (verbunden mit einer Charakteristik ihres Inhaltes und ihrer sprachlichen Eigentümlichkeiten) erheischt eine besondere Untersuchung;־ am besten wird sie sich nach der Publikation des ganzen Komödientextes durchführen lassen2. 8. Der Verfasser. Wer ist nun der Verfasser dieses hochinteressanten Lustspieles und um welche Zeit mag er gelebt haben? Zwar:hat keine der vier zur Verfügung stehenden Hss. ein vollständiges Titelblatt.mit Autor-r. namen und Datum, ihr Text bietet immerhin einige Anhaltspunkte zur Beantwortung der aufgeworfenen Frage. Als absolut sicher darf gelten, daß der Komödiendichter mit Vornamen Jehuda, gehießen; hat, und zwar geht dies aus der Ueberschrift des Einleitungsgedichtes im Ms. A hervor; וזאת ליהודה ויאמר-. Daß dieses Gedicht vom Verfasser und nicht• etwa von einem seiner Bekannten oder einem späteren Kopisten herrührt, beweist der Inhalt der ersten zwei Verse: •־■: : 9הדור ראו חדש אשר מלאת ישן כשמן טוב בתוך צפחת Auch im ,,Prologo“ des Ms. C wird auf den Namen des Verfassers angespielt, in dem er als האר״י שבחבורה charakterisiert 1wird. Die zwei Striche über האד״י weisen unzweideutig darauf hin, daß! es sich um das übliche Epitethon des Namens Jehuda, handelt, (daher die italienische Uebersetzung ,,Leone“). 1 Das italienische Lustspiel im 16. Jht. ist ausführlich behandelt von Ireneo Sanesi: Commedie del Cinquecento, Bari 1912. 2 Das Stück wird im־ nächsten Bande der Zeitschrift ,רשומון‘‘• (Debir- Verlag, Tel Awiw) erscheinen. 1 ■׳.־•׳.. i ■'׳׳•'"‘י , .י־■״•'

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