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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 2 · p. Seite 106

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 2
Article
Eine hebräisch-italienische Komödie des XVI. Jahrhunderts
Date
1931-01-01
Page
Seite 106 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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106• Akt V: 11 Szenen. 10 Szenen, wobei 3—4 als eine gezählt sind. Szene 10 von BGD ist im Verhältnis zu A sehr erweitert (vgl. dazu oben S. 105).. Noch ehe der Versuch unternommen wird, den Verfasser des Lustspieles zu ermitteln, soll erörtert werden, ob die beiden Rezensionen vom gleichen Autor herrühren können. Die obige Darstellung ihrer Verschiedenheiten hat ja zur Genüge gezeigt, daß die zweite Rezension nicht etwa als ,,verbesserte Auflage‘‘ der ersten gelten darf, sondern in vielen Hinsichten eine Verschlimmbesserung derselben bedeutet. Soll nun der Verfasser selber sein Stück so zugerichtet haben? Man kennt allerdings Fälle, daß Autoren ihre eigenen Werke bei späteren Bearbeitungen schlechter gemacht haben; sie sind aber sehr selten und die Wahrscheinlichkeit spricht dafür, daß auch die hebräische Komödie nicht von ihrem Autor überarbeitet worden sei. Dem Urheber der zweiten Rezension muß jedenfalls ein achtbares Literaturtalent zuerkannt werden; wenngleich seine originellen Zusätze den Zusammenhang der Handlung stören, können sie, für sich allein betrachtet, durchaus neben den Text der ersten Rezension gestellt werden. Betrachtet man den Inhalt der hebräischen Komödie, so kommt man leicht auf den Gedanken, daß dieselbe aus dem Italienischen übersetzt sei. Kennt man doch nicht ein einziges hebräischitalienisches Bühnenwerk mit ähnlichem Inhalt! Und dennoch kann es sich im äußersten Falle nur um einzelne Motive eines italienischen Lustspieles handeln, die in das hebräische übergenommen wurden* Denn die Handlung ist mit einigen rein jüdischen Eiementen durchsetzt; eins der Hauptmotive der Komödie ist die Geschichte des Sklaven als Erben. Sie findet sich zuerst in Mid1*a§ Tanhuma zur Genesis, Sektion 81 § ,לך לך. In der Einleitung (Proiogo) der Weisheit sagt der Verfasser ausdrücklich, daß der Stoff des Lustspieles dem jüdischen Schrifttum entnommen sei; er meint wohl in erster Linie die genannte Midra§-Erzählung, und daher hat ein kundiger Leser am Rande von Ms. C die Quelle ausdrücklich angegeben: תנחומא לך לך פ׳ לך לך על פסוק ויהי!בימי] אמרפל. Zwar hat der Komödiendichter seine Vorlage frei behandelt und auch andere Motive in die Handlung eingeflochten, für die ich keine; jüdische Quelle kenne; dennoch hat die Geschichte vom Sklaven als Erben dem ganzen Werk ihren Stempel aufgedrückt. Nach dem Midras wohnt der Erblasser (= Salom) im Ausland, wahrend der Söhn (= jedidja) bei einem Gelehrten (~ R. Amittai) in Palästina studiert. Daher verlegt der Verfasser die Handlung in ein jüdisches Milieu (der Ort der Handlung Sidon ist freilich nicht sehr glücklich gewählt, da diese phönizische Stadt nie den Juden gehört hat) und erteilt allen Personen hebräische Personennamen, deren Bedeutung oft charakterisierend wirkt: R. Hemdan, Sifra, Berurja, ‘Efron aus Teqo'a, Nahum aus Babylon, Jedidja usw. Die Personen des Stückes £ Andere Quellen für diese Geschichte sind bei M. Gaster, The exempla fo the Rabbis (1924) S. 258 Nr. 399 angeführt (Verweis von Prof. Gassuto).

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