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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 2 · p. Seite 105

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 2
Article
Eine hebräisch-italienische Komödie des XVI. Jahrhunderts
Date
1931-01-01
Page
Seite 105 (sequence 9)
Language
German
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105 Böten in Begleitung seines Dieners, die jeder für sich reden. Bedeutende Veränderungen weist auch die Schlußszene der Komödie (V, li) auf; dort tritt sogar ein Sängerchor in Aktion (מנגנים), von dem sich in der ersten Rezension keine Spur findet. Die Veranlassung hierzu bietet eine große Volksszene; PaShur will sein Mütchen an äobel kühlen, ruft Scharen von Schulkindern herbei und veranstaltet eine Art Blinde-Kuh-Spiel— צחוק. שמשון nennt es der hebräische Text —, der unselige Protze muß mit zugebundenen Augen herum־ laufen, bekommt Schläge von allen Seiten und wird vom Chor in hol־ perigen Knittelversen heruntergemacht.. Auch Hemdan wird mit einem ähnlichen Liede empfangen. Diese Buffo־Szene bringt nicht den geringsten Fortschritt in die Handlung und ist durch Erweiterung des letzten. Bildes in Ms. A entstanden. Bei der Handschriften־ beschreibung wurde bereits bemerkt, daß die hebräischen Termini technici in der zweiten Rezension durch italienische ersetzt wurden: פרולונו statt איינטרלוקוטורי ,הקדמה; statt אטטו ,המדברים statt .,חלק סיבה statt דבור. Außerdem bringt die zweite Rezension viel mehr R eg i e b e m e rk u n g e n als der Urtext. Die Kürzungen im Texte der zweiten Rezension sind keines־ wegs zufälliger Natur, vielmehr verfolgen sie einen ganz bestimmten Zweck. Dem Bearbeiter ist es nicht genehm, daß R. Hemdan Vater zweier Töchter sein soll, überall, wo von ihnen die Rede ist, setzt er an ihrer Stelle eine einzige ein. Von den beiden geplanten Eheverbindungen bleibt nur die mit Sobel. bestehen, während Hemdans Versuch, ‘Asa’el mit seiner älteren Tochter zu verheiraten, sowie die Geschichte der Armengelder von 'Efrons Bruder (II, 3) einfach ausgelassen werden. Die Situation gewinnt dadurch nicht an Verständlichkeit. Hemdans Verhältnis zu ^Efron wird unklar, dä-man nicht weiß, daß dieser ursprünglich seinen Sohn mit Hemdans Tochter verheiraten wollte und erst nachher die Ehe mit Berurja befürwortet hat. Man versteht nicht, warum Hemdan auf einmal zum Bundesgenossen Jedidjas wird und gegen /Efrons Interessen kämpft. — In einer stark gekürzten, z. T. auch inhaltlich abweichenden Form liegt das ,,Prologo“ zur Komödie in Ms.. C vor. Die , veränderte Szenenzählüng der zweiten Rezension veranschaulicht am'besten nachstehende Tabelle : Erste Rezension (== A) Akt 1: 6 Szenen Akt II: 9 Szenen Akt III: 6 Szenen Akt IV: 10 Szenen Zweite Rezension (= BCD) 4 Szenen, weil 3—4 und 5—6 als je eine gezählt sind. 10 Szenen; hinter Szene 5 von A ist eine Jona■״Szene eingeschoben, Szene 8 von A ist in zwei zerlegt, von denen die zweite mit der neunten zu einer verbunden ist. 5 Szenen. Am Anfang ist eine Jona־ Szene eingeschoben, Szene 1—2 und; 5—6 werden als je eine gezählt. 7 Szenen, da 3—4, 7—8 und 9—10 zu je einer Szene zusammengefaßt sind.

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