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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 2 · p. Seite 101

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 2
Article
Eine hebräisch-italienische Komödie des XVI. Jahrhunderts
Date
1931-01-01
Page
Seite 101 (sequence 5)
Language
German
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I 101 und Diademen in den Händen, die für ihre Nacheiferer bestimmt sind; Sie stellt sich vor und hält eine lange Rede, ־unter anderem über die Entstehung und den Zweck der folgenden Komödie. Amon, ein wohlhabender Bürger aus der Stadt Sidon, hat seine einzige Tochter Berurja dem jungen Jedidja; .aus Damaskus zur Frau versprochen. Jedidjas Vater Salom, aus Sidon gebürtig, ist als Geizhals berüchtigt; Amons Gattin Debora: meint daher, man müsse den künftigen Schwiegersohn geradezu unterhalten, solange sein Vater lebt, doch hofft sie auf eine reiche Erbschaft nach dessen Tode. Da kommt die plötzliche Nachricht aus Damaskus, Salom sei gestorben und habe sein gesamtes Vermögen nicht dem Sohne, sondern dem Sklaven Sobel vermacht. Amon wird brieflich gebeten, die traurige Kunde vor Jedidja und dessen Schwester Sifra, die in seinem— Amons — Hause wohnt, geheimzuhalten. Auf einmal ändert Debora ihre Meinung und erklärt, daß die geplante Ehe unmöglich sei. Amons Ein wand, er habe sich durch einen Schwur verpflichtet, Berurja mit Jedidja zu verheiraten, erklärt Debora für nichtig, da Salom durch die Verleugnung seines eigenen Sohnes ihn vom Schwur entbunden hätte. Es entsteht ein heftiger Streit zwischen den Eheleuten und erst nach mehreren Unterredungen gibt Amon nach. Debora setzt bei ihm durch, daß Berurja zu ihrer Tante aufs Land geschickt werden soll, um Jedidja nicht mehr sehen zu können; Amon solle Sifra unter ständiger Aufsicht der alten Duena Serah halten und außerdem versuchen, *Asa'el, den Sohn des reichen *Efron, als Gatten für Berurja zu gewinnen. Die Situation wird dadurch verwickelt, daß ״Asa’el in Wahrheit nur die Sifra liebt und andrerseits seine Bereitwilligkeit zur Heirat mit einer Tochter Rab. Hemdans vorspiegeln muß. Dieser Rab Hemdan ,,aus dem Westen" (סמערבא), ein Fremder in Sidon, wirkt daselbst als Lehrer und Advokat und nimmt es mit Recht und Unrecht nicht allzu genau: für entsprechendes Honorar findet er einen Ausweg aus jeder schwierigen Situation. ‘Efron hat ihm unvorsichtigerweise eine größere Geldsumme zur Verteilung unter den Armen überlassen mit dem Erfolge, daß Hemdan sich;dieselbe aneignet und ihre Rückgabe nur für den Fall verspricht, daß ‘Asa'el eine von seinen zwei Töchtern heiratet. *Efron benutzt fclemdans Unwissenheit im jüdischen Religionsgesetz — nach diesem darf nur eine bestimmte Tochter zur Frau versprochen werden (vgl. Qiddusin 51b) — und willigt ein; auf diese Weise hofft er sein Geld zurückzuerlangen und will nachher das Versprechen für ungültig erklären. *Asa’el kommt daher in den Verdacht der Untreue bei Sifra und kann sich nur mit Mühe und Not vor ihr rechtfertigen. Amons Anerbieten, ‘Asa’el mit Berurja zu verheiraten, wird von ‘Efron mit Freude angenommen; Hemdan belauscht dieses Gespräch und hört zu seinem Erstaunen, *daß ‘Asa’el außer seiner Tochter noch ein anderes Mädchen ehelichen soll. Indessen macht Jedidja, unterstützt von seinem treuen Diener Paghur, vergebliche Versuche, den Einlaß bei Berurja zu erlangen. Ihm ist noch nichts vom Tode des Vaters und den anderen Geschehnissen bekannt; seit Jahren ist er nicht in Damaskus gewesen, da er auf Wunsch von Salom zu dem gelehrten und gerechten R. Amittai in die Lehre gehen mußte und erst vor kurzem diesen verlassen hat. Er sieht mit Befremden,

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