Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 75 (1931)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Eine hebräisch-italienische Komödie des XVI. Jahrhunderts
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 6)
- Language
- German
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102 daß Amon von ihm nichts mehr wissen will, erfährt aber endlich, wen Berurja an seiner Stelle zum Gatten erhalten soll. Wutentbrannt ist er zur Ermordung von Asa'el bereit. Als Retter aus der Not naht Hemdan, der sich gleichfalls von ‘Efron und Amon hintergangen fühlt; nach vorgetäuschtem Zögern erklärt er sich bereit, den jungen Mann zu unterstützen. Bald darauf gelingt es Jedidja, Berurja noch einmal vor ihrer Abreise zu sehen. Dabei hört er von ihr, daß Amon und ‘Efron sie in gemeinster Weise betrogen hätten; sie hätte nämlich ein׳ goldenes Halsgeschmeide vom letzteren bekommen und es ahnungslos angenommen, in Wirklichkeit war aber diese Gabe das Zeichen für ihre Trauung mit Asa’el (was nach dem jüdischen Religionsgesetz bekanntlich möglich ist). Sie trennt sich in rührender Weise von ihrem Geliebten und läßt diesen in heller Verzweiflung zurück. Paghur schlägt seinem Herrn vor, Berurja nachzureisen, einen günstigen Moment abzuwarten, wo sie allein auf dem Felde spazieren würde und mit ihr im Freien eine Liebesnacht zu verbringen; Amon müßte sie dann notgedrungen mit ihm verheiraten. Dieser Vorschlag wird Hemdan unterbreitet, der ihn von der juristisehen Seite eingehend untersucht und für zweckmäßig1 erklärt.•־ Jedidja führt den- Plan aus und verbringt glückliche Stunden mit' seiner Geliebten. Noch vorher lauert er ‘Asa’el auf der Landstraße5 auf, überfällt ihn und ist nahe daran, ihn umzubringen. In־ Seiner• Todesnot‘ ruft Asa’el deii Namen seiner Geliebten §ifra, daran erkennt Jedidja, daß er gar nicht sein Nebenbuhler sein kann und laßt ihn laufen. , Eine neue Wendung bringt in die Handlung die Ankunft des Sklaven lobe!, eines törichten Protzen, der das Riesen vermögen vbn Salom geerbt hat. Zufällig erblickt er die schöne jüngere Tochter des Rab Hemdan und beschließt, sie auf der Stelle zu heiraten; der geldgierige Advokat ist damit natürlich einverstanden. Während schon die: Vorbereitungen zur Hochzeit besprochen werden, tritt׳ Paghur ein und staunt über den Anblick seines ehemaligen Kollegen im Besitze von Saloms Geld. Da er ihn nicht als rechtmäßigen Herrn anerkennen mll, entsteht ein heftiger Wortwechsel und schließlich wird §obel von Paghur verprügelt. Kurz darauf verklagt Jedidja den Sobel wegen Diebstahl vor Gericht, ohne dabei etwas über den׳ Tod und däs: Testament seines Vaters zu wissen. Vor dem Gange zum Gericht klärt•'Sobel seinen künftigen Schwiegervater übet eine5 wichtige Klausel in Saloms Testament auf: er, Sobel, sei nämlich verpflichtet, Jedidja e i n e Sache aus der Erbschaft nach־ freier־ Wahl zu überlassen, Hemdan wird durch seine Verbindung mit Sobel zu einem Gegner Jedidjas. Das Gericht erkennt Sobel als gesetzmäßigen Erben an; erst jetzt erfährt Jedidja den wähiien Sachverhalt. Da ihm die angebliche Vergewaltigung der schutzlosen־ Berurja'im'Felde zur Last gelegt wird, schreitet man zu seiner Ver-: haftung; von Liebesschmerz Und Kummer über den Tod des Vaters: überwältigt, leistet1 er keinen Widerstand, ja, um das Ende noch• zu beschleunigen, bezichtigt er sich selber verschiedener nie begangener : Missetaten. Darauf stürzt der treue Pa'shur ins־ Haus' Rabbi Amittais, des greisen Lehrers von Jedidja, und fleht um dessen Hilfe. R. Amittai ist zwar unzufrieden, daß der junge Mann während