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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1931-01-01 · Heft 2 · p. Seite 99

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
75 (1931)
Issue
Heft 2
Article
Eine hebräisch-italienische Komödie des XVI. Jahrhunderts
Date
1931-01-01
Page
Seite 99 (sequence 3)
Language
German
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99 Die Komödie ist demnach im J. 1618 von einem gewissen Jishaq ben Jehuda Semu'el Sinai1 zu Cirie (Provinz Turin)2 abgeschrieben worden. Mehrere Träger des gleichen Familiennamens waren vom XV. Jht. an in Norditalien tätig: der bekannteste unter ihnen ist Jehuda (Leon) ben Semu’el Sinai aus Cologna, 1484—1513 in Ferrara, liturgischer Dichter und Handschriftenbesitzer, vielleicht auch Verfasser einer Sentenzensammlung nach Talmud und Midraä betitelt יהודה יעלה (hsg. vom Verein ״Mekize nirdamim“, Jerusalem 1890). Steinschneider hat neben ihm noch andere Mitglieder der Familie S. ermittelt und an zwei Stellen zusammengestellt3. . Seine Namenlisten wären zu ergänzen durch: 1. Barulch S., den Verfasser einer Elegie auf den Tod von Eli§a Chizighen (wohl 17. Jht.) Ms. Montefiore 233, f. 16a4; 2. Mo§e-Jehosef b. Leon hal-Lewi S., den Kopisten von cod. Livorno 76, im J. 1602 zu Asti5. Abraham Bachi, der Besitzer des Ms. A, wohnte nach seinem eigenen Zeugnis 1704 in Turin und gehört gleichfalls einer bekannten norditalienischen Familie an6. 2. B Cod. Adler 1573 besteht aus 32 Papierblättem in der Größe von 14,3x19,6 cm und ist am Rande beschädigt; es fehlen Titelblatt, Vorrede, Personenverzeicbnis und Prolog. Jede Seite 'hat 22 bis 26 Zeilen in einer schmierigen ungepflegten Kursivschrift. Die Zahl der Abweichungen vom Texte der übrigen Mss. ist ganz erhöblich, doch erweisen sich diese1 mit verschwindenden Ausnahmen als Schreibfehler eines liederlichen Kopisten: so fehlen häufig einzelne Buchstaben oder gar ganze Worte, wodurch der Zusammenharig unverständlich wird. In bezug auf Inhalt und Einteilung gehört Ms. B zu derselben Gruppe wie die Käufmännscheh Hss.: Näheres darüber folgt im nächsten Kapitel. Die im Ms. Ä gebräuchliehen hebr. Bezeichnungen חללן (Aufzug) und דבור (Auftritt) sind durch italienische (אטמו bzw, סיכה) ersetzt. Ms. B ist mit einem Deckel versehen, der auf allen Seiten mit Schnörkeln und Kritzeleien der verschiedenen Besitzer bedeckt ist; u. a. findet sich der Name ״Hussiatyn“ (also wohl aus dem Besitze von Schwager und DJ?ränke]), sowie der Besitzervermerk: איש גר אנכי בארץ, d. h. Ms. B. war im Besitz des bekannten Autors und Bibliophilen Abraham Josef Selomo Graziano (= איש גר st. 1685); auf diesem Postskriptum beruht die fehlerhafte Ueberschrift im Cat. Adler S. 6L Auf der Rückseite des Deckels ist in stark verblaßter Tinte das Datum 1626 (vorher: ,,Squarzo . . . . ־. . Contratti") zu lesen, außerdem die mir unverständliche Behauptung: ,,Fatto estampato da Sign . . . gra- 1 So, nicht Sini zu lesen (Mitteilung von Prof. Cassuto). , 2 ציריאי Cirie .(Mitteilung von Prof. Gassuto); in der gleichen Stadt wohnte auch DanielFano, der Verfasser einer Grabschrift auf Leone de’ Sommi. D. Kaufmann, Ges. Schriften III, 5, 317. 99 3 Zentral an zeiger f. jüd. Literatur, hsg. von N. Brüll, 1891, S. 105—106; MGWJ 1902, S. 476, 477—478 (vgl. hiermit Kat. Berlin Nr. ,185 Qu 825־); an beiden Stellen findet man die nötigen Quellenangaben. 4 Hirschfeld, Gatalogue S. 76; vgl. dazu Halberstam, קהלת שמלה S. 95. 5 Bernheimer, Gatalogue S. 44. 6 Siehe Mortara, Indice S. 5—6 und Jew. Enc. s. v. Bachi; ein J o s e f Bachi dichtete eine Elegie auf den Tod von Daniel hal־Le\yi und *Immanu’el Lattes.in Piemont (God. Montefiore 233, f. 16b). *7 ־ ' '• ׳

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