Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Jüdische Handwerker aus älterer Zeit
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 419 (sequence 7)
- Language
- German
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419 Isak b, Jehuda Leb, ebendaher. Renoviert hat die in Chodorow 1714 Mose b, Jair ans Rott (oder Roß־) weiler (nach noch nicht veröffentlichten Untersuchungen). D!ie ehemalige Holzsynagoge in Nasielsk erbaute 1692 Simcha Weiß, Sohn des Baumeisters Schlam (Salomo) aus Luck, die in Lutomiersk und wahrscheinlich in Kurnik Hillel Benjamin aus Lasko (Mitt. z. j. Volksk. 1901, S. 3, 1904, S. 12, 1907, S. 67), die in Przedborz, Pinczow und Dzialoszyn Jehuda Leb (Balaban a. a. O. 67). Zu erwähnen ist unter anderem auch, daß 1620 die Stadt Antwerpen 821ivre 18 Sch. an den ״bewährten Ziseleur“ Abraham Lissau für einen Ehrenbecher zahlte, der P. P. Rubens gewidmet wurde (Aus Emile Michel, Rubens, sa vie, son oeuvre et son temps, Paris 1900), und daß Pietro Guariente, der Direktor der Dresdner Galerie um 1756, von Geburt Jude war (Casanova, Abenteuer in Italien I, S. 216). Juden als Lieferanten für Museen: Hallo in ,,Der Morgen“ IV, S. 25. In seiner Skizze ,,Die mährischen Juden im Goldschmiedehandwerk“ (S.־A. aus ״Das Zelt“) verzeichnet J. Bronner nach amtlichen Erhebungen des Brünner Guberniums zwischen 1699 und 1775 jüdische Silber- und Goldschmiede in Austerlitz (1),- Nikolsbürg (2), Gewitsch (1), Proßnitz (1), Boskowitz (2). Aus dem Jahre 1732 werden 3 jüdische Goldschmiede angeführt, darunter Isak Beer, in dessen Familie sich dieses Gewerbe schon seit ״hundert Jahren“ fortgeerbt hat2. Sein Vater war der einzige jüd. Goldschmied Mährens, der durch kaiserliches Privilegium zum Mitglied t der ״Nicolsperger Christlich Gold-Schmied und Mahler-Zunft“ 2 Sein Vorfahr R. Beer Zoref, den Bronner in Wien ־and Prag nachweist, führt als von seinem Berufe den Beinamen, der seit der Bibel als jüd. Familienname geläufig ist. Er findet sich neben Sarchi (Num 2620) noch heut in Polen. Vielleicht ist auch Hassardi (in Spanien, vgl. MGWJ 1929, S. 367) biblisch (Num 2626). Ein Ex. des ״Brantspiegel“ (Prag 1600, i. Bes. der Wiener Isr.- Theol. Lehranst.) weist die Eintragungen auf: Issachar Beer b. Abr. Zoref 1710 — תיו(!) עי[ ד!וא יבורך לפ״ק; Sorel u. Peieii, Töchter des Beer Zoref.; Freudei bat Aharon b. ha-rab ha־gadol Mose L’bub, 3. Tebeth 1745. — Ob die Wandleuchter mit Reflektoren und die Hängeleuchter mit einer Messingkugel als Mittelstück, denen man in den polnischen Synagogen allenthalben he־׳ gegnet, von Juden hergestellt worden sind, ist fraglich. Beide bedeuten nichts spezifisch Jüdisches. Die ersteren sind allgemein in Polen als Danziger, die anderen als holländische Arbeit bekannt. Einen solchen Armleuchter in der Synagoge in Dukla (Polen) hat laut eingravierter Inschrift (ein Metzgerbeil) Peter Mentzel, ein christlicher Fleischhauer, vermutlich einer älteren,'jetzt nicht mehr vorhandenen Synagoge, 1713 gewidmet. — Trotz gewisser Bemühungen, die Juden in PoLen aus dem Handwerk hinaus dem Handel zuzudrängen, herrscht darin noch immer das jüd. Element vor. Nur jüdische Schornsteinfeger soll es jetzt nicht geben, weil hierzu eine Konzession erforderlich sei, die Juden, wie ich an Ort und Stelle hörte, nicht erlangen. Noch Pinner, a. a. O. S. 159 weiß aus dem damaligen Rußland (1848) von vielen Tausenden jüdischer Müller, Schlosser, Schmiede, Maurer und Zimmerleute zu berichten. ,,In Lithauen und bes. in Wilna giebt es nur jüd. Schornsteinfeger, die ihr Fach genau verstehen und ehrlich betreiben, ebenso mehr als tausend jüd. Holzhauer, Wasserträger, Steinhauer u. Straßen- Pflasterer, auch Nachtwächter“ (s. oben die ״Now. Wremja“). Ueber jüd. Zimmerleute in Spanien und Töpfer in Italien: Jahrb. f. j. Volksk. I 402. Zimmerleute fand ich auch nicht unter den polnischen Juden. Man erklärte mir dies damit, daß der Bauer sich sein Holzhaus selbst zusammenzimmert. Jüdische Dachdecker, Schmiede 11. a. m. sind hingegen dort fast überall an zu treffen. 27*