Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 5 · p. Seite 379

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 5
Article
Narbatta und die jüdischen Siedlungen westlich von Samaria
Date
1930-01-01
Page
Seite 379 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2829132-2829967-2829973-2836381--50040-2836471
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

379 einen Hinweis auf die Zeit der Entstehung der jüdischen Siedlung in ihm enthalten. Derselbe R. Jehuda, dem wir als Ueberlieferer der die Kutim betreffenden Halachasätze schon mehrfach begegneten, sagt in einer Halacha: Die unreifen Feigen von בית ייני seien (in der Halacha) nur in Zusammenhang des Zehntgebens genannt worden: ,,die Feigen von בית ייני und die Datteln von טובניא sind zehntpflichtigf<1. Der erstgenannte Ort wurde von mir längst nachgewiesen. Es ist das von Eusebius 15 römische Meilen östlich von Cäsarea verzeichnete Baitoanaia gemeint, das heutige " A n i n am Fuße des Berges Schech Iskander1 2. — Der hebräisch-aramäische Name des Ortes, wie der arabische des Berges ist sehr beachtenswert. ,ייני ist der in den talmudischen Quellen gebräuchliche Name des Hasmonäerkönigs Alexander Jannaj, Seinen Namen bewahrt aber auch der Berg Schech Iskander (= Alexander). Dieser Ort und seine Umgebung — das besagen die beiden Namen — gehören zu der von Alexander Jannaj eroberten oder unter seinem Schutz von Juden besiedelten Gegend. Auch dieser Ort liegt in der Nähe eines alten Weges, jenes, der von Cäsarea an Legeon vorbei nach Galiläa führt3. Daß zu Ehren des Hasmonäerkönigs Jannaj, von dessen zahlreichen Städten die Aggada in überschwenglichen Worten redet4, ein Ort benannt werden konnte, ist angesichts der Namen wie Alexandreion und Hyrkania in Palästina ohne weiteres begreiflich. Ja auch in Galiläa ist — wie ich glaube — die Spur der Umnennung des uralten Ortes שמרוין zu Ehren des Hasmonäers Simon in סיטוניא, ursprünglich ש150ניא, zu erkennen5. Auch das zusammen mit בית ייני genannte טובניא* durfte in dieser Gegend gelegen haben. Ich kann vorläufig nur vermutungsweise auf e t - T a j i b e, ganz nahe östlich von Schech Iskander, hin weisen. In den obigen Ausführungen wurde die Geschichte eines wenig beachteten j üdischen Siedlungsgebietes im westlichen Palästina skizziert. Die Anfänge dieser Geschichte reichen in die vormakkabäische Periode zurück. Die Bewohner der Landschaft waren nach einem Ausdruck des Josephus ,,Kolonisten" und zur Zeit Johann an 1 Tosefta Schewiit VII 14 (7130) s. dort die Varianten; Parallelstellen s. MGWJ 1910, 21 Anm. 2 und vgl. noch Dikd. Sofr. zu Pesachim 53a (S. 152) und Me iri zu Pes. lind Erubin 28b. 2 MGWJ 1910, 19 f. 3 Tliomsen, Die römischen Meilensteine der Provinzen Syria, Arabia und Palaestina ZDPV 1917, 69 f. Nr. 233—241. 4 Vgl. תרביץ I 1, g. 142. 5 S. dazu MGWJ 1910, 16 ff., wo aber die Vermutung dieses Ursprünge des Namens bzw. der Umnennung des biblischen מר1ן& noch nicht ausgesprochen wurde. 5 Varianten טובכר. ,פזובנא •סובינא.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.