Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Narbatta und die jüdischen Siedlungen westlich von Samaria
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 378 (sequence 10)
- Language
- German
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378 Einen Ort Namens!עלן למשאל kennen wir nicht, der Name wäre auch überaus merkwürdig und eigenartig! — Eine Merkwürdigkeit in der Sprechweise R. Abahus, die er öfters an wandte, damit der Sinn seiner Worte nur den Eingeweihten verständlich sei1, wird uns den Schlüssel in die Hand geben, um des rätselhaften Namens Sinn zu erschließen. Der Talmud nennt jene Sprechweise לשון חכמה ,,Sprache der Weisheit"' und bietet an verschiedenen Stellen interessante Beispiele dafür2. — Es war nun Sitte, die Kunde von verbotenen Eheschließungen nicht ohne weiteres in die Oeffentlichkeit zu bringen3. Daher glaubte R. Abahu richtig zu handeln, den Namen der 13 Orte, wo Ehen zwischen Juden und Samaritanern vorkamen, nicht zu nennen und den einen, wo solche Ehen wohl besonders zahlreich waren, nur andeutungsweise mitzuteilen. Ich glaube nun in (עלן דמשא(ה bestimmt den nicht seltenen Ortsnamen 4(צרב) עלהא zu erkennen, indem das hebräische עלב im Sinne von״Abend''genommen undaramäisch צלןרמשא(ה):11בת,,Abendzeit" ausgedrückt wurde. In der Nähe der samaritanisch-jüdischen Grenze, in der Nähe der Grenzorte En Gannim und Kefar Otnaj findet sich bis heute fArräbe, das auch der Ebene (von Dotan) den Namen Ebene von fArräbe gibt. Hier lag der von R. Abahu andeutungsweise genannte, einst jüdische, später samaritanische Ort5. Die hier nachgewiesene Strecke: Antipatris—•Nar־ batta — Pundeka — Geba — Kefar Otnaj bildete zugleich die äußerste Grenze jener ursprünglich überwiegend jüdischen Landschaft, die wir als Toparchie von Narbatta bei Josephus antrafen6 *. Darin lagen — wie gezeigt wurde — unter anderem Badan und Arba. — Ich glaube in ihr noch zץvei weitere Orte nachweisen zu können, und der Name des einen dürfte zugleich 1 Raschi: שלא יבינו אותר. 2 b. Erubin 53b; j. Meg. III2 74a41 und dazu Bacher, Ag. p. A. II 95, Anm. 1; s. auch Anm. 2 und 988, Anm. 1; b. Sanhedrin 59b richtet R. Sera die Frage an R. Abahu:?ידדה לו דמות חמור* מהו, worauf der Befragte antwortet: יאדו ד כאלא וכד, Raschi: תנין שוטה. Herr cand. Liebermann verweist noch auf j. Maassrot II 50a62: רבי אבהו אמר; החריג י לבהמין (vgl. auch die Bemerkung von R. Elia Wilna zu Erubin 53a). 3 j. Kidduschin IV 65c61 sagt R. johanan: כל משפחה שנשתקע בה פסול אין מדקדקין אחריך,.4 . אבל חכמים מוסרין אותן לבניהן ותלמידיהן פעמים בשבוע; א״ר יוחנן: העבודה שאני מכירן ומה נעשה ונשתקעו בהן גדולי היוד. Der technische Ausdruck נשתקע ist in diesen Sätzen zu beachten; er läßt den Sinn des Ausdruckes im Satze R. Abahus (oben Anm. 8), der in ]. bald darauf folgt, erschließen. 4 Vgl. meine Artikel in Encyclopaedia Judaica II 40 ff., wo ein ערב, Apaßa in Galiläa, eines bei Bet Schean nachgewiesen ist. S. ferner Artikel Bet ha- Araba.בית הערבה ebcl. III und dazu jetzt Alt, PJB 25 (1929), 57. 5 Ich dachte ursprünglich, daß עדן im Sinne von ןן עדן zu nehmen sei; das könnte dann die Nachbarschaft von ערבא und [עין גפ[ים wohl mit Recht andeuten. Aber Herr Rabbiner Gh. Jos. Kosowski in Jerusalem meint, ע!| רמשא deute den einen Begriff von ערב an. 6 Zu dieser Straße vgl. D al m an, Orte 3, 235 1, wo er schreibt: ״Dies war die südlicher gerichtete und also kürzere Verbindung, die auch das eigentliehe Samarien vermied“. ״Der ganze Weg nach dem Küstenlande lief durch iüdisches Gebiet“ (238).