Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Narbatta und die jüdischen Siedlungen westlich von Samaria
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 377 (sequence 9)
- Language
- German
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377 Man wird nicht irre gehen, den einen Punkt in Fund 11 k unweit Sebastije (Sebastes), den anderen in Fandakumij e weiter nördlich an der einstigen Römerstraße zu erkennen* 1 2. Diese letztere Feststellung wird auch von anderer Seite gesichert. R. Jehuda, der über die Früchte der entlang der Straße gelegenen kutäischen Orte sprach, nennt an anderer Stelle den Lauch von Geba im Gebiete der Kutim (גבע של בית הכותים) als sicher unverzehntet, dies in Uebereinstimmung mit der obigen Stelle bezüglich Yerzehntung des Grünzeuges der Kutim3. Somit ist Geba als einer der an der Straße gelegenen Orte der Kutim zu betrachten. Gemeint ist das heutige Öeb'a einige Kilometer von Fandakumije entfernt. In der gleichen Halacha werden auch die Granatäpfel von Badan (בדן oder בדאן) von R. Jehuda genannt und darüber gesagt, daß in der Halacha diese wie das Grünzeug von ,,Geba der Kutim“ als sicher zehntpflichtig genannt worden sind. Es durfte sich gleichfalls um einen in der Nähe der Straße gelegenen Ort handeln, wo oder in dessen Nachbarschaft Juden und Samaritaner wohnten und letztere an sie ihre Früchte verkauften. Die besonders großen und daher leicht erkennbaren Granatäpfel sind überall zehntpflichtig, weil die Samaritaner nur die von ihnen selbst genossenen Früchte verzehnten. — Eine genaue Entsprechung kann ich zu בלן nicht geben; vielleicht darf man aber an die Ruine von Daidaban nördlich Geba erinnern. Nicht diese Orte, deren Namen wir aus zufälligen Berichten kennen lernten, waren die einzigen, die in den ersten zwei Jahrhunderten zuerst jüdisch, später jüdisch und samaritanisch waren, am Ende aber ganz und gar samaritanisch geworden sind. — R. Abahu, der bedeutende Lehrer in Caesarea und genaue Kenner jüdischsamaritanischer Beziehungen3 sagt in einem merkwürdig rätselhaften Satze: ,,Dreizehn Städte sind unter den Kutim während der Religions- Verfolgung untergegangen; man sagt, dieses עדן רמשאלו sei von ihnen.“4 und Parallelstellen (Palast.-Stud. [I] 2, S. 48 Anm. 8) פונדוק; in der Parallelstelle b. Berachot 27 a werden dafür עמוד וחמדה genannt. —Zu טביתא Gazelle vgl. Josephus Bj. IY 3, 5; dazu mein Jüd.-paläst, Corpus Inscriptionum, 28 Nr. 69. 1 Ygl. Alt, PJB 25 (1929), 51. 2 Kelim XYII 5; Tosefta Kelim 3נ. m. VI 10 (585sa) (vgl. MGWJ 1910, 20): לא הוזכרו רמוני בדאן וחצירי גבע אלא שיהיו מחעשרין ודאי* בכל מקום; ... גבע של ביח הכותים (Tos.). 3 Vgl. Bacher, Agada d. pal. Amoräer II 98 Anm. 1 und 2, wo mehrere Stellen angeführt sind. 4 j. Jebamot VIII 3 (9d); j. Kidduschin IV 1 (65c): שלש משרד. טירות נשתקעו בכוודים בימי השמד. אמרין הדד. עירו דמושהן מיניהון, so Jebam.; Kidd. הדה עדן ד מ שא ה מינהון. Ich nehme die an zweiter Stelle angeführte Lesart als die ursprüngliche an, aus der die Lesart von j. Jebam. leicht entstehen konnte: עירו aus עדן indem ו־־ ן;יר ־ ד verlesen wurde; רמשה hat ein Ab- Schreiber דמושה ,דמשה verlesen; ein späterer las dafür דמוש und fügte dem Worte noch הן ,,sie sind“ hinzu. Was beim Abschreiben von unbekannten Ortsnamen alles geschehen konnte, zeigte ich z. B. Palästina-Studien II 1, S. 4 Nr. 26 und 28 Nr. 6.