Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Narbatta und die jüdischen Siedlungen westlich von Samaria
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 375 (sequence 7)
- Language
- German
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375 läßlich wurden, und hat daher alle ihre Früchte als sicher unverzehntet erklärt. Die im Namen Rabban Gamliels gebrachte Verordnung ent׳• spricht, wie Inhalt und Wortlaut des Berichtes klar zeigen, der unter 1. von R. Jehuda angeführten anonymen Entscheidung ,,unserer Lehrer", die ja auch R. Simon (unter 2.) nennt; und man erfährt durch 2., daß sie von Rabban Gamliel stammt, ohne aber anzugeben, in welchem Orte diese Entscheidung getroffen wurde, da hierbei nicht die Nachbarschaft Judäas als Grund des Zweifelhaft- Verzehntens angegeben wird. 3. Einer Mitteilung des Sohnes Rabban Gamliels ist zu entnehmen, daß die Früchte der Kutim in dem uns schon bekannten K e f a r O t n a j als zweifelhaft verzehntet zu betrachten sind1. Möglicherweise wurde die oben angeführte Entscheidung gleichfalls in diesem Orte, wo man Rabban Gamliel auch sonst findet2, getroffen. Andererseits aber fanden wir ihn und Rabbi Akiba und noch einen führenden Lehrer der Zeit (R. Josua oder R. Ismael) durch das Gebiet von Narbatta reisen. Es darf wohl sicher angenommen werden, daß es sich um die in den letzten Berichten genannte Reise handelt, und daß die Städte der Kutim entlang der. Straße lagen, welche von Antipatris nach Kefar Otnaj führt. Vor der Zeit Rabban Gamliels, das heißt etwa vor lOOfn. gab es in dieser Landschaft eine Anzahl jüdische Orte, die Orte jenes vielleicht ganz rein oder überwiegend jüdischen ,,Zwischengebietes", das wir oben als gleichbedeutend mit Narbatta kennen lernten. Nach dem Zusammenbruch des jüdischen Staates verringerte sich, wie selbstverständlich, die Zahl der jüdischen, dagegen vermehrte sich die Zahl der kutäischen Einwohner, und so entstanden dort ,,Städte der Kutim", deren Namen aus dem Berichte R. Jehudas (oben 1) zu unserem Bedauern gestrichen worden sind3. Vielleicht lassen sich dennoch einige dieser samaritanischen, früher zum großen Teil jüdischen Orte entlang der Straße aus anderwärtigen Mitteilungen feststellen. Betrachten wir zuerst die Stadt Narbatta, von der die Toparchie ihren Namen erhielt,1f und versuchen wir ihre Lage zu bestimmen. In Megillat Taanit haben wir außer der soeben genannten Form auch noch נבלכתא gefunden. Die Aehnlichkeit beider Namen ist augenfällig; dennoch darf letzteres nicht nach dem ersteren korrigiert (und etwa נדבכתא gelesen) werden4. Denn aus dem Ende des 2. oder dem Anfang des 3. Jahrhunderts begegnet uns wieder einmal — und dies wohl das letztemal — der Name נברבתא. Bar Kappara und zwei seiner Schüler kehrten bei einem Gastwirt im Gasthause 1 Tosefta Demaj V 23 (56!): ... אף במקום שעשו פירות כותי דמאי כגון ירק של כפר ע ו ח נ י. 2 Gittin I 5; Tosefta I 4; dazu meine Beiträge (1909), 29 Anm. 1. 3 Das hat Adolf Schwarz in seinem Toseftakommentar zu Seraim S. 98 n. 113 richtig erkannt. 4 Vielleicht war aber נרבכתא wirklich die ursprüngliche Form, aus der נרבתא geworden?