Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 74 (1930)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Narbatta und die jüdischen Siedlungen westlich von Samaria
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 372 (sequence 4)
- Language
- German
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%n Auch für die Folgezeit sind wir nicht ganz ohne Nachrichten betreffs Narbatta, in graezisierter Form Narbathon (-os), und zwar spricht man später nicht nur über eine Stadt dieses Namens, sondern über eine Landschaft oder Toparchie N. — Herodes Antipas’ Gebiet umfaßte nach Georgios Kedrenos' aus uns unbekannter Quelle geschöpften Mitteilung die Ebene unter Parnas und Narbathon* 1. Diese beiden Landschaften sind in den bei Josephus genannten, als den Besitz Antipas' bildenden Gebieten von Galilaea und Peraea2 nicht enthalten, aber sie wurden ihnen als von Juden bewohnte Landschaften zugeschlagen. Bezüglich Narbathon kann es keinen Zweifel geben: es ist Narbatta, unweit vom samaritanischen Lande, seit den ersten Hasmonäern von Juden bewohnt. Die ,,Ebene unter Parnas3“ durfte die Ebene unter dem Hermon meinen4, wo es gleichfalls jüdische Siedlungen gab, die zum Teil dem eigentlich jüdischen Gebiet Galiläas angegliedert wurden5. Josephus nennt Narbatta an zwei Stellen in der Geschichte des Krieges gegen Rom. Man erfährt von ihm, daß Narbatta eine in der Nähe Cäsareas (am Meere) gelegene Landschaft oder Toparchie war, die von Cestius Gallus’ Reitern geplündert wurde, ein großer והיו קורין אותה ערי גברכתא?“ — Gewiß gehörte nicht Narbata zu Samaria, es lag aber in seiner Nähe, daher die Ueberfälle auf die dort wohnenden Juden. Was aber den von Graetz beanstandeten Text betrifft, so ist es klar, daß [והיו ק1די eine Verschlimmbesserung eines Abschreibers ist (vgl. b. Meg. 6 a?דדו קורי אותו אחידת מגדל שר) anstatt des in (2) enthaltenen ומלאו כל עיר (ערי.1) ב׳. — Die Beziehung des Berichtes auf die angebliche Umnennung von Samaria ist aber schon aus dem Grunde nicht möglich, weil ja das Wesentliche — die Zerstörung der Stadt durch Wasser massen — in dem Bericht überhaupt nicht erwähnt wurde. — H a e f e 1 i a. a. O. führt in meinem Namen (aus einer brieflichen Mitteilung, wie ich glaube noch aus 1912, an, daß ich נברכתא mit ברכת שמרון in I Kön 2238 in Beziehung setze. Ich muß diese meine Vermutung als unbegründet bezeichnen. — Was der Sinn von נברכתא bzw. נדבתא sei, kann ich ebensowenig sagen, wie dies hei einer Menge von alten nicht rein hebräischen Namen der Fall ist. גבר כ תא könnte ja mit נברבח Moed Katan I 6; Tosefta 19; j. 80d21: זד. הבקיע כל שהוא תושב נקר־א בקיט, (dazu RMbN תורת האדם ed. Warschau 31a: כל שהוא מוסיף) in Zusammenhang gebracht werden. Aber ebensogut könnte man an נברכוזא =) מברכתא; vgl. נדבך מרבך) denken, das etwa ,,Karawane“ bedeutet und das als Ortsname in Babel nachweisbar ist (O b e r m e y e r, Die Landschaft Babylonien, 177 f.; vgl. zur Bedeutung Ber. r. Ende 85 und j. Sota I 4; 17a!). Aber Etymologien von Ortsnamen unbekannter Herkunft sind mißlich, und hier kommt noch die andere, sicher bezeugte Form כרבתא hinzu! — Es sei daran erinnert, daß nach D h o r m e der Ort in einem ägyptischen Papyrus vom Jahre 1479 v. Chr. N u r i b d a genannt wird (P JB 1926, 45), der Name also vor israelitisch ist. Vgl. noch ספר השגה a. a. O. und weiter S. 376 Anm. 2. 1 Migne, Patrol. Gr. 121, Sp. 369 (I 333 Bekker). Angeführt bei Hölscher, Palästina in der pers. und hellenistischen Zeit, 80. 2 Vgl. Schürer I5, 431 f. 3 Dalman a. a. O. möchte P an e as lesen, was nicht möglich ist, da dieser Ort sicher zu Galiläa gehörte. Ali a. a. 0., 45 Anm. 3 möchte mit Hölscher Tabor hersteilen. Aber die Ebene unterhalb des Tabors ist ja ein Teil der Isreel-Ebene, also gleichfalls in Galiläa mitinbegriffen. 4 Ich denke bei P a r n a (s) an eine hellenistische Umnennung des heiligen Berges Hermon (בעל חרמון); Parnas klingt sehr stark an Parn a s s 0 s an . 5 Andere Orte wurden dem Gebiete Philippus zugeschlagen, vgl. •Josephus Bellum j. II 6, 3 und dazu meine Palästina-Studien (I) Heft 4, S. 55 f.