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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 5 · p. Seite 371

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 5
Article
Narbatta und die jüdischen Siedlungen westlich von Samaria
Date
1930-01-01
Page
Seite 371 (sequence 3)
Language
German
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871 Entstehung der festen Stadt Schomron, später Sebaste genannt, ist nach diesen Mitteilungen auf die Zurückweisung der Kutim von Seite der aus dem Exil Heinigekehrten zurückzuführen. — In einer, offenbar nicht allzufern von Schomron gelegenen Gegend gab es jüdische Siedlungen, die infolge der Ausbreitung der samaritanischen Machtsphäre zu leiden hatten, da die Samaritaner sogar das ganze — genauer wohl; sämtliche Städte von — Nabrachta füllten* 1. Nabrachta lautet dieser Name in den gangbaren Texten, an dessen Stelle in der Oxforder Handschrift in offensichtlicher Fehl־־ Schreibung נר״בתא steht. Aber es ist klar, daß in diesem Zusammenhange unmöglich an Narbonna gedacht werden kann und darf. Der ursprüngliche Name ist jedoch durch eine geringfügige Aenderung leicht herzustellen. Im Bericht wurde von נרבתא, d. i. Narbatta gesprochen2, das offenbar mit נברכתא gleichbedeutend ist. Die in der Fastenrolle gegebene Erklärung will den Grund für die durch Johannan Hyrkan erfolgte Eroberung Samarias in der feindseligen Haltung der samaritanischen Hauptstadt den jüdischen Bewohnern Narbattas gegenüber erblicken3. Hieraus ergibt sich als Tatsache, daß Narbatta Nabrachta (die Gegend oder die Stadt) schon einige Zeit vor Hyrkan (also vor 108) von Juden bewohnt war, — eine Tatsache, die wir auf Grund von I Makk 523 schon feststellen konnten4. Es verdient bemerkt zu werden, daß Josephus in dem Berichte über die Eroberung Samarias durch Hyrkan (Ant. XIII 10, 2) gleichfalls bemerkt, daß die Stadt jetzt Sebaste heiße. 1 ...ומלאו nach dem unter (2) mitgeteilten Text. ודרו קורי[ אותר! . . . —־ in (1) ist sicher nicht ursprünglich. Dagegen ist in (2) statt עדי — ע־ר zu lesen. 2 Aehnliche Fehlschreibung ist in LXX II Ghron 1% für *צפונה — צפתף vorauszusetzen. 3 JTosephus a. a. 0. (§ 275) schreibt ähnlich: ,,Er griff die Stadt an und belagerte sie mit Nachdruck, da er gegen die Samariter aufgebracht war, weil sie . .. . die Bewohner von M aris a, welche jüdische Kolonisten und seine Bundesgenossen waren, hart bedrängt hatten/‘ (Uebersetzung von H. Clementz.) MapicFyjvoü? in diesem Berichte — das hat schon Schiatter richtig gesehen — können unmöglich Bewohner von Marisa in Jdumäa sein. Schiatter ZDPV XIX 230 nimmt daher ein Marisa innerhalb, oder in der Nachbarschaft (so: Die hebr. Namen bei Josephus, 77) Samarias an (vgl. auch H aefeli, Geschichte der Landschaft Samaria, 84, Anm. 3). Es ist mir nicht zweifelhaft, daß bei Josephus ein Textverderbnis vorliegt. Statt Maptaa (bzw. Mapiavjvio'j(:, wie die besten Zeugen geben) muß ursprünglich etwas wie Ma(g]pata oder Nap(ß)caa gestanden haben. ■— Gr ätz III5, 74 Anm. 1 hat freilich eine Beziehung zu den Idumäern aus Marisa festzustellen versucht; aber Josephus spricht von jüdischen, nicht von idumäischen Kolonisten. 4 Graetz III5, 566 f. behandelt die Berichte des Josephus und der Megillat Taanit und will die Bezeichnung עיר נבדל תא als ,,Wasserkanalstadt“ deuten, indem er diesen Namen mit der Mitteilung des Josephus in Verbindung bringt, Hyrkan habe durch die zerstörte Stadt Gräben aufwerfen lassen, so daß diese infolge der eindringenden Wassermenge — es war im Monate Marcheschwan — zusamraenstürzt. Diese Deutung wird allgemein akzeptiert (vgl. zuletzt Klausner היסטוריר! ישראלית• II 73), obwohl schon Derenbourg (bei Klausner a. a. O. unrichtig angeführt; berichtigt IV 110: 34 משא־א״י Anm. 2) das richtige vermutet hat. Grätz aber schreibt a. a. O. 567 : ,,Die Erklärung כברכתא als Narbata (Narbatene), die Derenbourg festhält, kann nicht falscher sein. Denn Narbata war nur 60 Stadien von Gäsarea entfernt und gehörte nicht zu Samaria. . . . Und . . . was soll denn bedeuten: 24*

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