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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 5 · p. Seite 359

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 5
Article
Hebräische Fragmente aus dem jüdischen Urtext der Apokalypse des heiligen Johannes
Date
1930-01-01
Page
Seite 359 (sequence 15)
Language
German
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Er sagte: Ist es denn möglich, daß man die Lehre vom himmlischen Wagen vorträgt und die Schechina bei uns ist und die Engel des Dienstes uns begleiten, während ich auf einem Esel reite? Nun begann Rabbi Elasar ben Arach die Lehre vom Wagen vorzutmgen. Sofort kam ein Feuer vom Himmel hernieder und umringte die Bäume im Felde. Diese begannen ein Lied anzustimmen. Was für ein Lied sangen sie (die Bäume)? — Sie sangen: ,,Rühmet Gott von der Erde her, Drachen und alle unterirdischen Fluten, Fruchtbäume und alle Zedern, Halleluja!“ Ein Engel erwiderte ihnen vom Feuer aus: das ist die Darstellung der Merkaba.ff Im Zusammenhang damit berichtet der Talmud: Als die Schüler des Rabban Jochanan b. S., Rabbi Josua und Rabbi Jose, der Priester, sich auf einer Wanderung befanden, begann Rabbi Josua auf dem Wege, über die Mirkaba vorzutragen. Es war ein schöner Hochsommertag. Trotzdem bedeckte sich der Himmel sofort mit Wolken, und es erschien ein Zeichen wie ein Bogen in den Wolken. Engel liefen herbei, um zu hören, geradeso wie Menschen zusammenlaufen, um die Lustbarkeiten eines Brautpaares zu schauen. Rabbi Jose, der Priester, berichtete später von diesem Ereignis dem Rabban Jochanan b. S. Der rief aus: Heil euch! Heil euerer Gebärerin! Heil seinen Augen, die das sahen! Es träumte mir, ich und ihr, wir hätten am Berge Sinai bei Tische angelehnt gesessen; da ertönte eine Stimme (בת קול) vom Himmel: Kommet her! kommet her! Große Säle und schöne Teppiche sind für euch hier bereitet1. Vom Lehrhause des Rabban Jochanan b. S. heißt es im Talmud Jeruschalmi, daß dort die Größe Gottes gelehrt wurde2. Das sei im Sinne der Gottesschau und im Gegensatz zum Ritualismus zu verstehen. — In einer Vision hauchte Rabban Jochanan b. S. seine Seele aus. Als er verscheiden sollte, sprach er die Worte: ,,Bereitet einen Stuhl dem Könige von Judäa Chiskia, der da kommt!“3 Damit ist der Messias gemeint, als dessen Vorbild bei vielen Rabbinen Chiskia, der fromme judäische König aus davidischem Hause, galt4; mit seinem Namen wurde der Vater des entrückten Messias Menachem benannt, und nach der Ansicht eines späteren Rabbi des Talmuds war er selbst der Messias und kein anderer sei mehr zu erwarten5. Auf Grund dieser Berichte des Talmuds wird man den Verfasser des Grundtextes der Apokalypse mit Rabban Jochanan ben Sakkai identifizieren können. Aber gegen diese Identifizierung kann ein Einwand erhoben werden. Alle apokalyptischen Aussprüche, die mit der eschatologischen Schrift des Neuen Testaments zusammenhängen, werden im Talmud einem Rabbi Jochanan in den Mund gelegt; niemals wird der Vatername, niemals korrekt der Titel ,,Rabban‘* genannt. Vielleicht kommt nur ein ,,Rabbi Jochanan“ in Betracht? Rabbinische Persönlichkeiten, die Jochanan hießen und den Titel Rabbi besaßen, gab es im 2. und 3. Jahrhundert mehrere; zwei lebten in hadrianischer Zeit, Rabbi Jochanan ben Nuri und 1 Chagiga 13a. 2 Jer. Megilla III 1. 3 Berachoth 28b. 4 Sanhedrin 95; Schir haschirim Rabba VI 7. 5 Sanbedrin 98a,

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