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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1930-01-01 · Heft 5 · p. Seite 350

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
74 (1930)
Issue
Heft 5
Article
Hebräische Fragmente aus dem jüdischen Urtext der Apokalypse des heiligen Johannes
Date
1930-01-01
Page
Seite 350 (sequence 6)
Language
German
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350 קנוניא עם לויתן וכד ואלמלא הקב״ד. עוורו אין יכול לו. כי אתא ר׳ דימי אמר ר׳ יוחנן בשעה שלויחן רעב, מוציא הכל מפיו ומרתיח כל מימות שבמצולה וכד אמר רבה אמר ר׳ יוחנן עתיד הקב״ה לעשות סעודה לצדיקים מבשרו של לויתן וכד והשאר מחלקק בו ועושין סחורה בו בשוקי ירושלים. ואמר רבה אמר ר׳ יוחנן עתיד הקב״ה לעימות סוכה לצדיקים מעורו של לויתן וכר והשאר הקב״ה פורסו על חומת ירושלים וזיוו מבהיק מסוף העולם .1(ועד סופו In den Schlußsätzen des 20. Kapitels der Johannesapokalypse wird von der Auferstehung berichtet: ,,Und ich sah die Toten . . . und Bücher werden auf getan, und ein anderes Buch wird auf getan, welches ist des Lebens, und die Toten wurden gerichtet nach der Schrift nach ihren Werken“ (Vers 12). Im Talmud lesen wir: Rabbi Jochanan sagt: Drei Bücher werden am Neujahrstage geöffnet, eines der vollständigen Sünder, eines der vollständigen Gerechten und eines der in der Mitte Stehenden. Die vollständigen Gerechten werden sofort zum Leben eingeschrieben und besiegelt, die vollständigen Sünder werden sofort zum Tode eingeschrieben und besiegelt, die in der Mitte bleiben in der Schwebe zwischen Neujahr und Versöhnungstag2. Daß die Schicksalsbücher zum himmlischen Gericht des Neujahrstages in Beziehung gesetzt werden, scheint im Talmud absichtliche Korrektur zu sein. Auf derselben Seite wird noch einmal der gleiche. Bericht gegeben, allerdings nicht mehr im Namen des Rabbi Jochanan, sondern im Namen der Schule Schammais. Da haben die Schicksalsbücher — gerade wie in der Johannesapokalypse — eschatologische Bedeutung, sie gehören zum jüngsten Gericht, das am Ende der Zeiten stattfinden wird. Drei Gruppen, so wird im Namen der Schule Schammais überliefert, gibt es am Tage des Gerichtes, eine der vollständigen Gerechten, eine der vollständigen Sünder und eine der in der Mitte Stehenden. Die vollständigen Gerechten werden sofort zum ewigen Leben eingeschrieben und besiegelt, die vollständigen Sünder werden sofort zur Hölle eingeschrieben und besiegelt; denn es heißt, viele von denen, die in der Erde schlafen, werden erwachen, die einen zum ewigen Leben, die anderen zu Schmach und ewiger Schande (א״ר ירחק ג' ספרים נפתחים בר״ה אחד של רשעים גמורים וא׳ של צדיקים גמורים ואי של בינונים, צדיקים גמורים נכתבים ונחתמים לאלתר לחיים, רשעים גמורים נכתבים ונחתמים לאלתר למיתה, בלונים תלויים ועומדים מריה ועד יום הכפורים. תניא בית שמאי אומר, ג' כתות הן ליום הדין, א׳ של צדיקים וא' של רשעים גמורים ואי של בינונים, צ״נ נכתבים ונחתמים לאלתר לחיי עולם, ר״ג נכתבים ונחתמים לאלתר לניהנם שנאי ורבים מישני אדמת עפר יקיצו אלה לחיי עולם ואלה לחרפות ולדראון עולם, בינונים יורדים לניהנם ומצפצפים ועולים). Man kann sich dem Eindruck nicht entziehen, daß imTalmud die von den Christen verwertete eschatologische Anschauung Rabbi Jochanans, aus dem Endzeitlichen in denKreis der Vorstellungen vom Festtagszyklus hineingepreßt wurde, so daß aus dem Schluß- 1 Baba Bathra 75b. 2 Rosch Hasehana 16b.

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